Zinsen sind böse…!

Manchmal frage ich mich, wie oft man sich eigentlich am Tag aufregen kann, bevor einen der Herzinfarkt ereilt. Ich fürchte, ich bin nah dran! Bei meiner morgendlichen Recherche durch die bunte Welt der Medien stieß ich wieder einmal auf einen Artikel, der sich mit den „unheilvollen Zinsen“ beschäftigt.

Der schreckliche Kapitalismus und sein todbringendes Zinssystem, das nur den eh schon reichen Nichtstuern auf der Welt noch mehr Vermögen verschafft – immer die gleichen Argumente und immer wieder falsch. Es sei denn, wir reden über Zeiten, in denen wir derzeit leben. Denn es gibt große Unterschiede zwischen den „guten“ und den „schlechten“ Zinsen. Und hier fängt die Problematik  an. Als ich das Video von Beppe Grillo aus dem Jahr 1998! gesehen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Wo war der Mann bis jetzt? Wieso sind wir nicht schon viel früher auf ihn aufmerksam geworden?

Ron Paul, der seit Jahren für ein gesundes Geldsystem kämpft, werden vielleicht – und ich wünsche mir das sehr –  so langsam die verdienten Weihen verliehen. Es ist nicht der Zins, der ein Problem darstellt. Ein nicht manipulierter Zins in einer freien Marktwirtschaft  (derzeit eine vollkommene Utopie) ist ein Segen, denn er zeigt deutlich an, mit welchem Risiko Investitionen behaftet sind.  Ein manipulierter Zins verwässsert diese Betrachtung und stachelt zu Fehlinvestitionen an. Ein Phänomen, das zu den jetzt platzenden Blasen auf der ganzen Welt führt.

Zudem ist der Zins die Belohnung für den Verzicht auf Konsum in der Gegenwart. Warum soll jemand, der anderen Geld zur Verfügung stellt und dieses selbst für eine gewisse Zeit nicht mehr nutzen kann, für die Zeit des Verzichts keinen Gegenwart erwarten dürfen? Da ist es auch egal, ob es ein Zins ist oder ein anderer Bergriff kreiert wird! Seit wann ist Sparen out?  Der Sinn des Verleihens ist nur dann gegeben, wenn der Verleiher einen Ausgleich für den vorübergehenden Verzicht erhält. Was daran verwerflich sein soll, erschließt sich mir nicht!

Nun leben wir aber in einem System, das geldtechnisch vollkommen degeneriert ist. Es werden Unmengen an bunten Papierfetzen (vor allem in digitaler Form) aus dem Hut gezaubert, die keinerlei Gegenwert haben. Und auf diese aus dem Nichts gezauberten Illusionen von Wohlstand werden nun Zinsen gezahlt. Das ist in der Tat eine Katastrophe. Nun werden nämlich wirklich die belohnt, die am Anfang der Nahrungskette sitzen und von der Geldschöpfung am ehesten profitieren. Das ist  kein Problem des Zinses, sondern des Falschgeldsystems. Das Falschgeldsystem wird aber nicht dadurch besser, dass die Zinsen abgeschafft werden.

Durch die völlige Abschaffung werden auch noch die letzten Cents an Mehrertrag für die Kleinsparer gestohlen. Und das soll dann gerecht sein? Es muss endlich ein wertgedecktes Geldsystem her, ein Geldsystem, das nicht unendlich ausgeweitet werden kann. Und wenn das dann noch in privaten Händen liegt und echtem Wettbewerb ausgesetzt ist, wären wir einen riesigen Schritt weiter!