Eine Verdummung unfassbaren Ausmaßes

Alle reden vom Sparen – nur niemand tut es! Zumindest nicht die Regierungen der Euro-Länder, die monatelang vom „Kaputtsparen“ sprachen und jetzt der Austerität endgültig eine Absage erteilen. Der Plan hat wunderbar funktioniert. Jahrelang hat man den Menschen über die gnadenlose Ausweitung der Staatsschulden durch aberwitzig niedrige Zinsen vor allem in den südlichen Nachbarländern einen Wohlstand vorgegaukelt, der faktisch nie vorhanden war. Der Euro hat es möglich gemacht. Vollkommen unterschiedliche Volkswirtschaften hat man zu einem Brei gemischt und gehofft, dass das Experiment wie durch Zauberhand zum Erfolg geführt wird. Die Menschen, die sich damals kritisch äußerten und diese „Skepsis“ sogar mit nachvollziehbaren Fakten belegten, wurden ignoriert und als unfähig abgestempelt.

Vor allem die Länder, die seit 2002 vom Euro erheblich profitiert haben, werden einen Teufel tun und sich eingestehen, dass durch die künstliche Drückung des Zinses der Katastrophe, die sich jetzt mehr und mehr abzeichnet, der Weg freigemacht wurde. Es war doch einfach zu schön, den Sozialstaat immer weiter auszuweiten – ein Paradies für die Menschheit, die in weiten Teilen immer mehr davon überzeugt war, dass durch mehr Schulden auch mehr Wohlstand entsteht und diese Utopie sicherte die nächste Wiederwahl.

Und dann kam „plötzlich“ die „Finanzkrise“, der man nun die ganze Schuld in die Schuhe schieben konnte. Mal abgesehen davon, dass Lehman Brothers einfach ein Bauernopfer war, war es nun ein Leichtes, die jahrelange massive Verschwendung  den gierigen und teuflischen Bankern an den Hals zu hängen. Herrlich, oder? Nun will ich nun wahrlich nicht als Rechtsanwältin der Bankenwelt erscheinen, aber es ist nun mal so, dass Banken und Staaten nur im Verbund für die Verwahrlosung der Gesellschaften verantwortlich zu machen sind.

Wer hat denn die ganzen Staatsanleihen ausgegeben? Wer hat denn, wie in Amerika geschehen, jedem Bürger Eigentum versprochen, auch wenn dieser sich diesen überhaupt nicht leisten konnte? Wer ist denn mit den Banken der größte Profiteur des Falschgeldsystems?

Es hilft niemandem, wenn wir uns selber etwas vormachen.Wir sollten uns endlich eingestehen, dass sich bis jetzt keiner der hilfsbefürftigen Euro-Staaten „kaputt-gespart“ hat. Es wäre nur endlich einmal sinnvoll, sich gesund zu sparen und nicht mit Geld um sich zu schmeißen, das man nicht hat! Und vor allem wäre es an der Zeit, an den richtigen Schrauben zu drehen und endlich Reformen durchzuführen. Reformen, die den Staatswirtschafts-Gläubigen nicht schmecken werden.

Stattdessen hat man „normalen“ Menschen die letzten Cents aus der Tasche gezogen, die Steuern auf ein unerträgliches Maß nach oben geschraubt, Sparguthaben bei Banken und Versicherungen des Durchschnittsbürgers permanent gekürzt und man wagt es, vom „Sparen“ zu sprechen. Da wurde die Zerstörung von Existenzen in Kauf genommen, um das Bild zu vermitteln, man würde sich bei der Haushaltskonsolidierung „anstrengen“. Ich habe keine Ahnung, was in diesen „Volksvertretern“ vor sich geht – mich erinnert das an die Peitsche in Sklavenhalterhand.

Zu gleicher Zeit wächst der sogenannte Sozialstaat ungebremst. Ein Sozialstaat, der den Namen nicht verdient – weder hier und schon gar nicht in Ländern wie zum Beispiel Frankreich. Die „Frankfurter Allgemeine“ kritisiert dann auch „Frankreichs Wortbruch“ und macht darauf aufmerksam, dass selbst in den angebliche Sparjahren der öffentliche Dienst ausgeweitet wurde.

Und wie sieht das bei uns aus? Im Jahr 2012 entfielen 41,4 % der Ausgaben des Bundes auf den Bereich Arbeit und Soziales. Mehr als vier von von zehn Euro werden für soziale Zwecke ausgegeben. Dieser Anteil hat sich übrigens seit Jahren nicht bemerkenswert verändert und trotzdem reden wir hier in diesem Land von Armut und sozialer Ungerechtigkeit. Der Sozialstaat nimmt immer bedenklichere Ausmaße an. Die sozialen Wohltaten haben sich seit 1960 vervielfacht und es stellt sich die Frage, wer davon profitiert.

Ich behaupte, es sind nicht die wirklich Bedürftigen. Die Menschen, die Hilfe und Unterstützung wirklich brauchen, werden benutzt. Sie werden benutzt, damit ein Millionenheer von Beamten und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, das sich in dieser „Bedürftigenbranche“ tummelt, auf Steuerkosten mit Jobgarantie und sicheren Pensionsansprüchen herrlich leben kann. Der Nanny-Staat macht´s möglich! Wir entwickeln uns in eine Gesellschaft von blutleeren, von vermeintlich sozialen Wohltaten abhängigen, unselbstständigen und freiheitsfeindlichen Pseudo-Menschen, die nach dem Staat schreien und dabei nicht merken, wie sehr dieser sich ins Fäustchen lacht.

Dies unmoralische, menschenverachtende Politik ist nur möglich mit unserem herrschenden Geld-Schulden-System. Wenn wir nämlich nur das Geld ausgeben könnten, was wir auch haben, dann wären Effizienz und Wirtschaftlichkeit auf einmal schwer angesagt.

Es ist vollkommen gleichgültig, ob die Banken oder der Staat das „Geld schöpfen“. Bunt bedruckte Papierfetzen ohne Gegenwert führen immer wieder in den Abgrund, die Geschichte zeigt es uns an unzähligen Beispielen.

Privates, gedecktes, frei umlaufendes Geld ist die Lösung, die der Enteignung der Menschen ein Ende setzen würde.