Der Geruch des Blutes

„Die Meere der Welt werden von einer Kreatur beherrscht, die Jahrmillionen der Evolution ohne Veränderungen überlebt hat. Eine gefühllose Bestie ohne Verstand. Sie lebt um zu töten. Eine hirnlose, alles verschlingende Maschine. Sie greift jeden und jedes an und verschlingt alles, was sich bewegt. Es ist, als hätte Gott den Teufel in dieser Gestalt erschaffen und ihm einen Rachen gegeben.“

Dies ist der Text aus dem deutschen Trailer zu „Der weiße Hai“ aus dem Jahr 1975. Ein Schocker damals und mit Sicherheit einer der Gründe, warum der eine oder andere es überhaupt nicht witzig findet , wenn ihm beim Schwimmen im Meer jemand in die Füße zwickt. Man munkelt, dass dieser Scherz der einen oder anderen Partnerschaft den Garaus gemacht haben soll.

Nun, inzwischen haben wir wohl lernen dürfen, dass dem Tierchen da gewaltiges Unrecht getan wird und die Wahrscheinlichkeit als Frühstück im Schlund eines Hais zu landen, eher gering ist. Trotzdem halten sich manche Legenden hartnäckig, da hilft auch die Realität nicht weiter.  Haie sind Menschenfresser. Punkt! Was kümmern mich Fakten, wenn ich eine Meinung habe?

Als ich mich mit dem gesprochenen Text allerdings näher beschäftigte, fiel mir auf, dass die Beschreibung zwar nichts mit der Gattung der Haie zu tun hat, allerdings eine erstaunliche Ähnlichkeit mit unserem Geldsystem  aufweist. Sie finden das übertrieben?  –  Nun sehen wir uns das genauer an.

In der Tat gibt es unser derzeit bestehendes Geldsystem noch nicht so sehr lang – bis zum Jahr 1971 war unser Papiergeldsystem zumindest noch teilweise durch gewisse Werte gedeckt. Die Werte waren zwar seit „Bretton Woods“ eher zweifelhaft, aber im Vergleich zu dem, was seit 1971 in der Welt los ist, war dies zumindest die ansatzweise Wahrung gewisser Werte. Das inzwischen vollkommen ungedeckte Papiergeldsystem, mit dem die Menschheit  seit den Tagen der Installierung von Zentralbanken mit freundlicher Unterstützung der jeweiligen Regierungen, drangsaliert und enteignet wird, ist in der Tat eine gefühllose Bestie ohne Verstand.

Diese Bestie lebt, um zu töten… auch dies in der Tat, nur geschieht es höchst subtil. Hier rennt nicht jemand als Kettensägenmörder durch die Gegend und massakriert Menschen sondern diese Bestie des ungedeckten Papiergeldes mordet leise und langsam. Sie mordet hinterlistig – und das ist das Erhebende daran – sogar mit Einverständnis der Opfer. Das ist so, als wenn Sie sich dem Hai ins Maul legen würden und bitten: „ Beiß´ zu – ich steh auf Schmerz!“

Die Bestie des ungedeckten Papiergeldsystems nimmt den „normalen“ Menschen alles weg, wofür sie ihr ganzes Leben lang arbeiten, es verteilt das gesparte Vermögen auf höchst faszinierende Weise an die um, die sich auf Kosten derer bereichern, die an die Weisheit glauben, dass man nur das ausgeben kann, was man vorher gespart hat. Diejenigen, die aber etwas gespart und auf Konsum verzichtet haben, diejenigen, die nicht daran glauben, dass Wohlstand durch Schulden entsteht, müssen sich leider wie schon oft in der Vergangenheit als spießig und langweilig degradieren lassen.

„Wenn wir jetzt keine Schulden machen, dann geht die Welt unter! „ oder „Wenn wir weiter „sparen“, geht alles den Bach runter!“ Das sind übrigens Lieblingsfloskeln derjenigen, die permanent über ihre Verhältnisse gelebt haben und nun das süße Leben aus faktisch nicht vorhandenem Geld weiter fortführen wollen.

„Was kümmert uns die Staatsverschuldung? –Schafft die Zinsen am besten ganz ab, dann ist die gar nicht so schlimm!“

John Maynard Keynes, der zum Gottvater der Wirtschaft erhoben wurde, fand passende Worte dafür, dass – falls sein Rezept statt zur zuckersüßen Marzipantorte eher zum versalzenen Trockenkuchen führen würde – klare Worte: „ In the long run, we are all dead!“

Als „Österreicherin“ möchte ich von dieser These Abstand nehmen – muss ich zwar auch irgendwann sterben, soviel steht fest – aber ich möchte mir dann zumindest ein gescheites Grab leisten können und im besten Fall sogar noch etwas vererben dürfen. Ich habe noch nicht herausgefunden, was daran so verwerflich sein soll – aber die Befürworter des „fiat-money“ werden es mir vielleicht noch erklären – man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!

Gestern las ich wieder erhellende Zeilen dazu, dass das Realvermögen in Deutschland gesunken sei. Das ist ja ein echter Gassenhauer – so was! Und wissen Sie, was prompt folgte? Ja, genau, nicht nur die Banken sind Ungeziefer – auch die Unternehmer – alle, ausnahmslos! Die beuten die Menschen aus – nur aus Profitgier!

Statt sich mit einer Umsatzrendite von im Schnitt 2 % zufrieden zu geben, würden auch 1 % oder vielleicht nur 0,5 % reichen! Investitionen? Quatsch, das macht die Politik für uns, dafür haben wir sie doch, wir brauchen keine Unternehmer. Unternehmer sind viel zu dumm, die müssen ihre Gewinne am Ende des Jahres offen legen – da sieht man auf einen Blick die ganze Gier. In der Politik ist das anders  – da blickt man nicht so durch, zumindest nicht sofort.

Dass die gesunkene Reallohnentwicklung etwas mit der Inflation zu tun hat und für diese ausschließlich die ungedeckte Geldmengenvermehrung verantwortlich ist, die von den Regierungen und den Zentralbanken in Perfektion gesteuert wird, keine Rede davon.

Wir werden von einer Bestie gefressen, ja, aber diese Bestie heißt „Inflation“. Nicht diese lächerliche Smarties-Veranstaltung in den Medien, sondern die echte, die, die wir wirklich zahlen und die uns die Ohren noch richtig lang ziehen wird. Die Vermögensvernichtung, die sich hier abzeichnet, sprengt alle Dimensionen. Dem kommenden Finanz- und Wirtschaftscrash wird niemand entkommen, außer denen, die davon profitieren. Wir werden abgelenkt mit der uralten Zinsdebatte – Zinsen sind schlecht und zerstören die Wirtschaft. Dieser Unsinn soll darüber hinwegtäuschen, dass wir uns mit den Schulden so weit in das Elend hineinmanövriert haben, dass wir uns ohne gewaltige Blessuren nicht mehr werden befreien können.

Ja, es ist tatsächlich so als hätte Gott diesen Teufel in der Gestalt des ungedeckten, wertlosen Papiergeldes geschaffen. Es wird unsere Wirtschaft in ein schwarzes Loch verwandeln, auch wenn die Vertreter der Mainstream-Medien heute wieder gebetsmühlenartig palavern, dass alles super ist. Man sollte sie für 100 Jahre in den Knast sperren und sie täglich jede verfluchte Minute aufsagen lassen: „Ich bin ein Lügner und ich habe Mit-Schuld, dass Menschen finanziell ermordet worden sind, weil ich sie nicht aufgeklärt habe! Ich bin schuld, weil ich nicht rechtzeitig gewarnt habe, ich bin schuld, dass mir Menschen vertraut haben, die ich schamlos und bewusst in Kenntnis der wahren Hintergründe belogen habe! Ich bin schuld, dass ich mich gedrückt habe, die Wahrheit hinauszuschreien und mir lieber die Nächte um die Ohren geschlagen habe, um die Geburt eines königlichen Kurzen zu kommentieren als mich mit den kommenden Einschlägen zu beschäftigen!“

Ein Hai erkennt den Blutgeruch auf eine Entfernung von rund 75 Metern, die meisten von uns bemerken den Geruch des Blutes nicht einmal, wenn die Wunde bereits den Knochen darunter freilegt. Wir werden mit den Konsequenzen leben müssen, denn sie sind inzwischen unvermeidlich. Die Frage ist nur noch, wann!

Heute hat Herr Steinbrück verlautbaren lassen, dass „wir“ um eine Schuldenunion nicht herumkommen… so eine ehrliche Haut. Nun gut, wir sollten vergessen, dass er das auch eigentlich gar nicht will – die Schuldenmacherei kann dann nämlich noch viel besser verschleiert werden. Breite Verteilung, noch mehr Intransparenz. Ich frage mich nur immer, wen die Politiker – gleich welcher Couleur mit „wir“ meinen. Ich hoffe, ich trete diesen ehrenwerten Herrschaften nicht auf die empfindlichen Füße, aber ich bezweifle, dass nur einer von ihnen von der jeden Tag stattfindenden Vermögensvernichtung betroffen ist.

Die Melodie, die den Film der „Der Weiße Hai“ begleitet, ist gruselig und bedeutet akute und sichere Gefahr. Sie sollte jeden Tag „von oben gesteuert“ automatisch gespielt werden, wenn wir wieder einmal belogen werden. Laut, sehr laut, so laut, dass wir nicht weghören können – mal davon abgesehen, dass wir  von dieser Melodie nahezug dauerbeschallt und dies möglicherweise  aggressiven Reaktionen hervorrufen würde – vielleicht wäre es hilfreich!

Zum Abschluß ein Video, dass es auf den Punkt bringt – viel Vergnügen!

19 Gedanken zu „Der Geruch des Blutes

  1. „…Verhängnisvolle Anmaßung…“ sind die Schlüsselworte, oder sollte ich sagen: „the Key(nes) words“.
    (When will it be safe again to go back into the water….?)
    Wieder mal ein Meisterwerk, Frau Kablitz!

  2. Ich las mit Vergnügen, soweit dieses Thema das zulässt …
    Ein wenig Fabulieren und eine Portion Fatalismus machen den Blick auf das Leben auch für den nachdenklichen Zeitgenossen erträglich.
    Danke für diesen gut gelungenen Text …

  3. Ohne Sie demotivieren zu wollen (im Gegenteil!): Ihr „tiefes Eintauchen rund um unser (sic!) Geld- und Wirtschaftsssystem“ hat Ihnen etwas die Sicht genommen –wie das beim Tauchen so ist-, so dass Sie etwas Wichtiges übersehen haben und dadurch leider weiterhin „dem Mainstream ausgeliefert“ sind.
    Doch das muss ja nicht so bleiben, und Frauen können sich leichter von Irrtümern lösen, sie haben keine Revierkonflikte! Sie sind ja auf dem Weg der Wahrheit lediglich einmal falsch abgebogen –das lässt sich korrigieren (ich als Mensch MIT Revierkonflikt-Gefahr hab’s sogar auch geschafft).
    Woraus Geld besteht, ist nebensächlich, entscheident ist erstens, ob es Zins erpressen kann oder nicht, und das kann Papiergeld ebenso wie „Goldgeld“, und zweitens seine Kaufkraft (nicht Wert!).
    Die Menschheit wird nicht erst seit „seit den Tagen der Installierung von Zentralbanken … drangsaliert und enteignet“, sondern seit Geld zu Kapital wurde (vor einigen Tausend Jahren).
    Um Ihre Frage zu beantworten: Verwerflich daran, dass Sie etwas vererben wollen, ist, dass Sie sich weigern, den Zins der Besitzer noch größerer Geldvermögen als der Ihrigen heranzuschaffen, indem Sie sich verschulden. Aber sie kriegen Sie trotzdem! In allem was Sie kaufen, sind ebenfalls Zinskosten für die Herrschaften enthalten, und nicht zu knapp. Das ist das, was Sie fälschlicherweise Inflation nennen! Nicht die Vermehrung der Geldmenge ist für unsere Ausbeutung entscheident, sondern die Vermehrung der GeldANSPRÜCHE. Unterscheiden Sie strikt zwischen Geld und Geldansprüchen –das ist der Schlüssel zum Verstehen „unseres“ (des derzeitigen) Geldsystems –und zur Erkenntnis, wie ein besseres beschaffen sein muss –auf dass Sie ein noch wunderbareres Gefühl überkommt. Viel Erfolg und Grüße vom Silber-Engel.

  4. Lieber Silber-Engel,
    nun, zunächst einmal gehört schon ein wenig mehr dazu als diese Zeilen, um mich zu demotivieren:-). Sie schreiben, dass Frauen sich schneller von Irrtümern lösen können als Männer, ich gehe bei einer solchen Aussage davon aus, dass Sie ein Mann sind und das bestätigt Ihre Aussage in Bezug auf sich selbst. Frauen haben vielleicht den Vorteil, dass wenn sie sich eine Meinung anhand von vielen Fakten fundiert gebildet haben, dass sie eben umso beharrlicher auf eben dieser bestehen und auch gerne bereit sind, diese gegen alle anderen Meinungen sachlichen vertreten zu können.
    Sie führen in Ihrem Text so ziemlich alle Mythen und Legenden an, die sich in Gesellschaft breit gemacht haben, die sich aber ihrer Logik vollständig entziehen. Die Einleitung von Ihnen:“…ob es Zins erpressen kann oder nicht,…“ ist für mich ein klarer Beleg dafür, wohin Ihre Reise geht. Dies sind aber Theorien, die in diesem Blog behandelt und möglichst korrigiert werden sollen.
    Dass Sie anderer Meinung sind, ist Ihr gutes Recht, mich aber auf „den rechten Weg“ bringen zu wollen, weil ich nicht Ihre Meinung teile, ist anmaßend. Die „bösen“ Zinsen, die (entschuldigung, aber es muss einfach sein) dümmliche Debatte über die Unterscheidung von Geld und Geldforderungen und die Behauptung, dass die Geldmengenvermehrung nicht dafür ausschlaggebend ist, dass wir in großen Schwierigkeiten sind, ist meines Erachtens fachlich hochgradig falsch. Da es nicht mein Anliegen ist, „ein wunderbares Gefühl“ zu bekommen, sondern fachlich brauchbare Artikel zu schreiben, werde ich bei meinen Ansichten bleiben! Nicht, weil ich mich nicht „trennen kann“, obwohl mir das als Frau viel leichter fällt, sondern weil ich mit absoluter Sicherheit davon überzeugt bin – die Historie und die jetztige Situation sind der beste Beweis. In diesem Sinne auch Ihnen beste Grüße

  5. @Silber-Engel: Es ist ja erschreckend, was ich in Ihrem Kommentar lesen muss; wo haben Sie diesen Unsinn in der geballten Menge her? Ist das Plan B von Onkel Popp? Sie beschweren sich, dass in der Miete ein Zins enthalten ist – wie soll das denn sonst gehen? Wer finanziert denn so etwas mit eigenem Geld und mit vollem Risiko, wenn er dafür keinen Ausgleich (Zins) erhält? Das ist nur ein Punkt, der so haarsträubend weltfremd ist, dass es fast schon weh tut. Statt sich ihrem gutmenschlichen Geseiere hinzugeben wäre es gut, wenn sie sich mit dem Artikel wirklich auseinandersetzen und sich zumindest ansatzweise bemühen, ihn zu verstehen.

  6. @Silber-Engel:
    So viel Unsinn mit solcher Arroganz zu verbreiten ist schon eine Leistung.
    „… sondern seit Geld zu Kapital wurde (vor einigen Tausend Jahren)…“ Wie bitte? – haben Sie Ihre Ökonomiekenntnisse (und ich übertreibe hier maßlos) aus Wahlplakaten der Linken gewonnen?
    Wenn Sie wieder mal ein Buch lesen, bitte nicht nur die erste und letzte Seite, sondern auch die informationen dazwischen!

  7. Seit jahrzehnten trage ich drei Namen von Autoren mit mir herum, die ich besonders schätze: Alfred Adler, Ludwig von Mises und Niklas Luhmann. Adler weil er die m.E. zutreffendere Erklärung gegenüber Freud hatte, was Psychologie angeht! Mises weil er die Wirtschaft einfach richtig darstellt und Luhmann als der Soziologe, der die linke Frankfurter Schule hätte beiseite räumen sollen, wenn er denn dort die ihm gebührende Beachtung fände, insbesondere namentlich. Er zeigt auf, dass es alles andere als einfach und schon gar nicht beliebig läuft. Drei Autoren, drei weithin unbekannte und mehrheitlich unverstandene.
    Wenn nicht just vor ein paar Tagen bei „eigentümlich frei“ Chandler´s 125 Geburtstag geehrt worden wäre, so hätten mich spätestens heute Ihre Zeilen dort, Susanne Kablitz, an ihn erinnern müssen. Und da ich alle seine veröffentlichen Werke verschlungen habe, könnte er locker den vierten Platz im Bunde der abseitigen Koryphaen einnehmen, als ein Autor, der es verstanden hat, wie genüsslich gegen die political correctness geschrieben werden konnte, damals im „Black Mask“. Ein fast vergessener Schreibstil, schwarz, analog und notwendig. Das das doch noch geht, Sie zeigen es, einfach Klasse!

    Auf das die Silber-Enten das fliegen lernen…, oder das lesen, jenachdem was sozialer anmutet.

  8. Über den Unterschied zwischen Geld und Geldforderungen ist jede Debatte müßig –den Unterschied kann Ihnen jeder Teilnehmer eines Bankruns bezeugen. Zum Glück für Sie gibt es ja in letzter Zeit immer mehr davon, Sie finden schon einen…
    „Was jedermann für ausgemacht hält, verdient am meisten untersucht zu werden!“ (Lichtenberg). Fangen Sie genau mit dem an, wogegen Sie sich am meisten sträuben: dem Unterschied zwischen Geld und Geldforderungen! Ich kann Ihnen hierbei sogar Unterstützung anbieten –doch prüfen Sie alles SELBST nach!:
    http://www.bank-einbruch.de/silber-engel-quantitaetsgesetz-2.htm
    Falls Sie nicht auf Geld für Ihre Artikel angewiesen sind, wechseln Sie doch das Fach und schreiben Sie fachlich „un-richte“ Artikel, die dann vielleicht sogar hochgradig brauchbar werden. Das System seiner eigenen Ausbeutung am Laufen zu halten ist doch masochistisch!
    (auf die wild um sich schlagenden konfliktaktiven Männer hier lohnt sich nicht einzugehen, wäre zwecklos, fragen Sie Gustave Le Bon!)

  9. Hallo Silber-Engel,

    nun bisweilen muss man in der Tat einen gewissen Masochismus zu Tage treten lassen; täte ich dies nicht, würde ich dem Helmut-Creutz und Silvio Gesell-Gepansche nicht eine einzige Sekunde meiner Zeit widmen.
    Das, was Sie „vielleicht hochgradig brauchbar“ nennen, sofern ich Ihrem Weg folgen würde, ist für mich der Ausverkauf jeglicher ökonomischer Vernunft; Sie werden hoffentlich nachvollziehen können – oder eher auch nicht – dass ich dies ablehne. „Das System seiner eigenen Ausbeutung am Laufen zu halten ist doch masochistisch!“ – lieber Silber-Engel, Sie haben kein Wort von dem verstanden, was ich in diesem Blog versuche verständlich zu machen. Ich beweifle inzwischen sogar, dass Sie ihn vollständig gelesen haben. Keinesfalls halte ich an diesem System fest, diese Aussage ist nach der Lektüre meiner ganzen Artikel ignorant und entbehrt jeglicher Grundlage. Ich habe mehrfach beschrieben, welche Alternativen ich bevorzuge; leider entgeht Ihnen dies völlig. Mir also Masochismus zu unterstellen, obwohl Sie von meinen Ansichten nicht ein Wort verstanden haben, zeugt von einer Arroganz, die ich leider allzu häufig antreffe. Ich mag nun Ihnen ein wenig Bescheidenheit an´s Herz legen, wenn Sie Ihren Theorien die alleinige und damit allwissende Weisheit angedeien lassen. Hier hat es Hayek ganz wunderbar auf den Punkt gebracht und beschrieb dies als „Anmaßung von Wissen“! Dem ist nichts hinzuzufügen!
    Ach, und die „wild um sich schlagenden konfliktaktiven Männer“ verleihen lediglich ihrem Unmut Ausdruck. Da Sie doch den Kenntnisreichtum auf Ihrer Seite haben, werden Sie mit Konflikten wohl wunderbar umgehen können.

  10. Ohne Silber-Engel eine größere Bedeutung zumessen zu wollen, als er verdient – er disqualifiziert sich ja schon durch seine ständigen persönlichen Angriffe – so halte ich es doch für wahrscheinlich, daß seine Vorstellungen nicht nur darauf beruhen, daß er diesen Artikel oder Ihre anderen oder die der anderen Österreicher nicht gelesen oder verstanden hat. Das Grund, warum man als Österreicher oft das Gefühl hat, gegen eine Wand zu predigen, dürfte eher das völlig unterschiedliche Menschenbild sein, das dem Linken Verhaltensweisen plausibel erscheinen läßt, die der Österreicher als absurd betrachtet.
    Nehmen wir das Freigeld, für das Silber-Engel eine große Vorliebe zu haben scheint. Als Österreicher wird man annehmen, dass Menschen das Freigeld meiden werden wie die Pest, und das sie für ihre Transaktionen und Anlagen lieber irgend etwas anderes verwenden werden, etwa Gold oder, wenn das verboten wäre, langlebige Konsumgüter. Freigeld würde somit im Vergleich mit anderen möglichen Zahlungsmitteln stark an Wert verlieren, mit allen sattsam bekannten Folgen, die in Ihrem Artikel am Beispiel des Fiat Money so schön dargestellt sind.
    Aber bei dieser Überlegung setzen Sie stillschweigend voraus, dass wirtschaftliche Akteure imstande sind zu überlegen, ob sie lieber Geld, Gold oder (z.B.) guten Wein ansparen oder als Zahlungsmittel verwenden soll, dass sie das auch tun und auch danach handeln. Ein Linker wird Ihnen hier aber nicht mehr folgen, und daher wird ihn auch Ihre ganze restliche Argumentation nicht überzeugen (ich stelle mir hier einen Linken vor, der ehrlich bemüht ist, ohne Zorn und Eifer Ihren Argumenten zu folgen – vermutlich ein Phantasiegebilde). Als Linker wird er annehmen, dass unser Verhalten von kulturellen Prägungen bestimmt ist, denen wir blind folgen (ihn selbst natürlich ausgenommen). Wenn in einer Gesellschaft also Freigeld verwendet wird, es als Zahlungsmittel gesetzlich vorgeschrieben wird, die Medien sich positiv über das Freigeld äußern, alle Leute es verwenden, dann wird dem linken Prägungsdenken zufolge auch kein Mensch auf die Idee kommen, etwas anderes zum Zahlen oder Sparen zu verwenden, schon der Gedanke daran wird praktisch unmöglich sein (vergleichen Sie nur, wie viel Energie die Konstruktivisten verschwenden um zu zeigen, was in einer bestimmten Gesellschaft angeblich gesagt oder auch nur gedacht werden kann!).
    Ich fürchte, solange es uns Liberalen nicht gelingt, aufzuzeigen, wie menschenverachtend und sachlich falsch das linke Menschenbild eigentlich ist, werden wir wenig Chancen haben, die linken Irrtümer zu korrigieren, denn die Irrtümer beruhen nicht auf den Schlussfolgerungen, die tw. durchaus korrekt sind, sondern auf den unausgesprochenen Prämissen, deren wichtigste eben das Menschenbild ist.

  11. Liebe Frau Kablitz,

    ich bin ein normalerweise ein stiller Genießer und werde nur laut wenn mich was stört.
    Ich will Ihnen aber an dieser Stelle wirklich mal ein Lob geben. Wie Sie es schaffen hier die Worte auf so eine kindlichen Art und Weise auf ein Blatt Papier bringen, finde ich absolut bewegend. Dieser tiefgehende Sachverhalt und Sachverstand so einfach darzustellen, ist wirklich fantastisch.

    Ich hab bis jetzt noch keinen Ihrer Beiträge ausgelassen und bedanke mich viel zu wenig. Wenn ich so etwas bezahlen müsste wäre es mir schon fast lieber, da ich hier etwas nehme und nichts dafür gebe.
    Zu Ihren Kritikern:
    Ich kenn das nur zu gut. wie oft erlebe ich es, das wirklich schlaue Köpfe, Ingenieure, Techniker und Doktoren wundervolle Dinge und Lösungen finden, jedoch keine Ahnung von Empathie haben. Viele Diskussionen habe ich schon geführt wo diese Intellektuellen irgendwann als Quelle auf die Bildzeitung, Spiegel oder Nachrichten etc.. kommen. Das ist es was mir wirklich Angst macht, wie viele nur noch gesteuert werden und die Meinung dritter einfach übernehmen ohne eine 2te oder 3te Quelle befragt zu haben. Hat der Diskussionspartner keine Fakten wird man schnell als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Lachhaft.
    Bitte machen Sie weiter so. Ein treuer meist stiller Leser.

    PS: Habe diese Seite Anfang des Jahres durch Dirk Müllers Portal gefunden

  12. Alles gut und schön.
    Nur: Geld braucht keine „Deckung“

    Ich, Ludwig von Mises, korrigiere hiermit meinen Denkfehler von 1912. 🙂

    LvM

  13. Werte Frau Kablitz

    in Sachen „Geld“ übernehmen Sie meinen wohl einzigen, jedoch überall nachgeplapperten Denkfehler (Theorie des Geldes und der Umlaufmittel, 1912)
    Erlauben Sie mir, das an einem einzigen, kleinen, aber entscheidenden Wörtchen festzumachen.

    Für Ihre eindrucksvoll beklagten Mißstände und Mißbräuche des staatlich monopolisierten (und jedes anderen) Geldsystems
    ist NICHT, wie Sie schreiben, „die UNGEDECKTE Geldmengenvermehrung verantwortlich“
    sondern schlicht und ergeifend allein die Geldmengenvermehrung.

    Lassen Sie also Ihr „gedeckt/ungedeckt“ ganz einfach mal beiseite und ich stimme Ihnen zu. 🙂

    Wenn Sie (wie leider alle) meiner jugendlich-irregeleiteten Meinung sind und bleiben, dann erklären Sie doch bitte mal

    GENAU
    1.) was „Gelddeckung“ REIN BEGRIFFLICH überhaupt bedeuten soll (genau bitte!)
    2.) wozu diese „Deckung“ (durch was auch immer) gut sein soll (genau bitte!).

    Falls Sie mir die Ehre geben, diese Fragen ernsthaft und eigenständig zu beantworten
    kommen Sie ja vielleicht selbst darauf, was und wie ich das heute meine. 🙂

    Prüfen Sie Ihre Anwort sicherheitshalber auch mal hieran:
    Wodurch sind denn „Gelder“ wie Muscheln, Gold oder Zigaretten „gedeckt“ ?

    Ergebenst
    Ihr LvM

  14. Lieber LvM,

    ach, wären Sie doch nur echt! Und wahrhaftig! Leider sind Sie es nicht und diejenigen, die ihren Namen missbrauchen, sollten sich in Grund und Boden schämen!

  15. „Ja, es ist tatsächlich so als hätte Gott diesen Teufel in der Gestalt des ungedeckten, wertlosen Papiergeldes geschaffen. Es wird unsere Wirtschaft in ein schwarzes Loch verwandeln, auch wenn die Vertreter der Mainstream-Medien heute wieder gebetsmühlenartig palavern, dass alles super ist. Man sollte sie für 100 Jahre in den Knast sperren und sie täglich jede verfluchte Minute aufsagen lassen: „Ich bin ein Lügner und ich habe Mit-Schuld, dass Menschen finanziell ermordet worden sind, weil ich sie nicht aufgeklärt habe! Ich bin schuld, weil ich nicht rechtzeitig gewarnt habe, ich bin schuld, dass mir Menschen vertraut haben, die ich schamlos und bewusst in Kenntnis der wahren Hintergründe belogen habe! Ich bin schuld, dass ich mich gedrückt habe, die Wahrheit hinauszuschreien und mir lieber die Nächte um die Ohren geschlagen habe, um die Geburt eines königlichen Kurzen zu kommentieren als mich mit den kommenden Einschlägen zu beschäftigen!“

    Auch ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorbildung genieße ich einmal mehr Ihre klaren Worte und erfreue mich auch an der moralischen Komponente, die man viel, viel zu selten liest und hört und die doch alle rechtschaffenen Menschen herausschreien sollten!

    Auch ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorbildung habe sicher nicht nur ich ein Gespür für die ungute Entwicklung und kann die Gefahren aus der Tiefe riechen.

    Ich fürchte, am Ende können wir uns alle, die wir dem genannten Teufel entgehen wollen, in unserem eigenen Wirkungsbereich nur an Gott und seine Gebote halten und das wusste und weiß die Menschheit schon seit tausenden von Jahren. Danke, Frau Kablitz, für Ihr Wirken!

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