Bis zum letzten Atemzug!

Ich weiß es ist unschicklich – besonders in diesen Zeiten – dem Kapitalismus eine Liebeserklärung zu machen. Und es macht überhaupt nicht beliebt. Es ist geradezu ein Affront gegen den Zeitgeist, wenn man gebetsmühlenartig daran erinnert, dass vom echten Kapitalismus nur noch kümmerliche Reste vorhanden sind und wir uns mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit in eine Welt bewegen, die sich nicht nur vom Kapitalismus immer weiter entfernt ist sondern diesen – und das ist fast noch schlimmer – zudem mit falschen Bewertungen und Beschreibungen diskreditiert und vergewaltigt, die jedem klar denkenden Menschen die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte.

Dies passiert aber keineswegs, ganz im Gegenteil. Es scheint so zu sein, dass „Finanzkrisen“ immer dazu führen, dass wir uns den selbsternannten Heilsbringern anvertrauen, die von einer Welt phantasieren, wo dem „schnöden Mammon“ der Garaus gemacht werden soll. Tausende von Menschen protestieren gegen „ausufernde Finanzmärkte“ und „unkontrollierten Turbokapitalismus“ und  selbstverständlich für den guten Karl Marx, der immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind und nach einem Erretter unserer selbstgemachten Probleme suchen.

All die, die von dem großen Kuchen des immer größer werdenden Reichtums eigener Aussagen zufolge nicht oder nicht genug profitiert haben, springen entrüstet auf und schreien um Hilfe. Hilfe in der Form, dass diejenigen, die ein Stück abbekommen haben, gefälligst teilen sollen. Es geht also gar nicht darum, dem System des asozialen Falschgeldsystems auf die Füße zu treten. Es geht einzig und allein darum, dem Falschgeldsystem inhärenten Wohlstand auf Pump an die zu verteilen, die nicht in gewünschter Form abgesahnt haben und dies nun eiligst nachholen wollen.  Der „Kapitalismus“ soll eigentlich gar nicht weg – her soll die Umverteilung! Und die wird dann publikumswirksam umformuliert – irgendwas mit „sozial“ muss drin sein, auch „Gemeinwohl“ kommt gut!

Ich hingegen werde nicht müde, dem Kapitalismus meine Liebe zu erklären. Wenn der Kapitalismus zu wählen wäre, ich würde es tun! Mit der vollsten Überzeugung und der lautesten Stimme, die ich aufzubieten habe.

Ich werde nicht vergessen, welchem Phänomen ich meine warme Wohnung zu verdanken habe. Ich werde auch nicht vergessen, wie viele Menschen in diesem Land von Armut sprechen und noch keinen einzigen Tag hungern mussten. Ich werde auch nicht vergessen, welchem glücklichen Umstand wir es zu verdanken haben, dass wir es uns trotz der permanenten Missachtung ökonomischer Gesetzte leisten können, mehr über die Missstände zu nörgeln als aus purer Not etwas dagegen unternehmen (zu müssen).

Wir werden sie nun jeden Tag deutlicher zu spüren bekommen – sofern wir die Augen geöffnet haben – die logische Konsequenz daraus, dem einzigen Mittel, was Wohlstand und eine nicht demütigende Sicherheit garantiert, dermaßen bösartig in den Hintern zu treten; wenn man alles verleugnet, was der Menschheit Unabhängigkeit und Freiheit gebracht hat.

Es ist nicht das Kapital, dem gehuldigt wird, es sind der Konsum und der Kredit, die wie eine Gottheit angebetet werden, fein garniert mit einer Bürokratie, die dem erarbeiteten Wohlstand zunehmend die Luft abwürgt. Es ist faszinierend, dass ganz offensichtlich viele davon immer noch mehr haben wollen. Mehr von denen, die nur deshalb immer noch ihre hohlen Phrasen von sozialer Gerechtigkeit auf Steuerzahlerkosten von sich geben können, weil der komatöse Kapitalismus selbst in diesem Zustand noch leistungsfähiger ist als der Gemeinwohl-Nonsens, der uns als Allheilmittel verkauft wird. Ein Märchen, das nur deshalb noch für erstaunlich viele glaubhaft erzählt werden kann, weil es zum einen viele fleißige Menschen gibt, die den politischen Parasiten den dafür benötigten Atem finanzieren und zum anderen ein Falschgeldsystem existiert, dass es diesen Schaumschlägern ermöglicht, damit noch nicht einmal auskommen zu müssen.

Ich möchte hier (der Mann muss einfach immer wieder erwähnt werden) einige Worte von Roland Baader zitieren, der es – wie nur ganz wenige im deutschsprachigen Raum (neben Reinhard Deutsch) – geschafft hat, die Dinge mit wenigen Worten und mit messerscharfem Verstand auf den Punkt zu bringen.

„Es sind, wie bereits erwähnt, zwei morsche sozialistische Grundpfeiler, die man der Marktwirtschaft untergeschoben hat und die das Gebäude des Kapitalismus zum Einsturz bringen werden: Das staatsmonopolistische und ungedeckte Papiergeld – und die zentralplanwirtschaftlich manipulierten Zinsen. Solange das Geld staatlich ist – also auf Zwang und Konkurrenzlosigkeit beruht, kann es nirgendwo auf der Welt einen Kapitalismus geben, der diesen Namen verdient. Eine kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit sozialistischem Geld und sozialistischem Zinsdiktat: Das wird immer ein Junkie bleiben, der sich nur mit zunehmenden Drogengaben wohlfühlt, um letztlich doch zusammenbrechen (…)

Seit Abschaffung des Goldstandards und der nachfolgenden keynesianischen Verirrung des politischen und ökonomischen Denkens haben die westlichen Industriestaaten keinen Kapitalismus mehr, sondern eine Ökonomie, die aus einem halbstaatlichen Körper (= staatsversumpftem Kapitalismus) mit sozialistischem Blutkreislauf (=ungedecktem Papiergeld) und sozialistischen Wegweisern (= planwirtschaftlich fixierten Zinsen) besteht. Die schwere Erkrankung verläuft als euphorisches Siechtum. Und die diesem System entsprechende Nationalökonomie ist keine Wissenschaft mehr, sondern ein Voodoo-Quacksalbertum von beschämender Ignoranz.“ (Roland Baader, Geldsozialismus, 2010)

Es gibt übrigens keinen Unterschied zwischen dem Kapitalismus und der Marktwirtschaft; dies haben wir uns vor allem von denen aufschwatzen lassen, die von diesem Pseudo-Unterschied profitieren. Die Beschreibung „Kapitalismus“ wird lediglich überwiegend im angloamerikanischen Raum genutzt – nicht mehr und nicht weniger.

Und so ist der  Kapitalismus in seiner reinen Form eine Privatrechtsordnung, in der die wesentlichen Freiheitselemente der Person unangetastet bleiben: Körper und Leben der Person, ihr Eigentum und die Vertragsfreiheit. Diese Beschreibung, die zutiefst menschenwürdig ist, wird von jenen, die gar kein Interesse daran haben, dass alle ihr Eigentum schützen und die Vertragsfreiheit eines jeden befürworten, negativ belegt.  Das macht in der Konsequenz auch durchaus Sinn – schmälern doch die gleichen Rechte eines jeden (also auch derer ohne innehabende Macht und Sonderprivilegien) die Rechte der Profiteure.

„Im Kapitalismus werden nur die beschützt, die eh schon alles haben!“ Dies ist – mit Verlaub gesagt – hanebüchener Unsinn. Dies ist genau der gleiche Unsinn ignoranter Dilettanten, die auch das Hohelied auf den Todfeind „Neoliberalismus“ singen. Keinen blassen Schimmer historischer Hintergründe, aber den Mund ganz weit aufreißen – und je weniger Ahnung, desto lauter das Geschrei!

Der Kapitalismus ist vollkommen unparteiisch und absolut neutral. Wer nicht neutral ist, ist derjenige, der lenkend eingreift und Interessen umleitet. Im reinen Kapitalismus trägt jeder für sein Tun Verantwortung, persönliche Haftung inklusive; genau gegen dieses eherne Gesetz wird aber in unserem „Pseudo-Kapitalismus“ verlässlich verstossen.

Gerade die Menschen, die keine Lobby haben, würden vom echtem Kapitalismus profitieren, denn die Einflussnahme durch mächtige staatssubventionierte und bis zum Exzess hochgemästete Finanz-  und Kartellmärkte, die permanent auf Kosten „der Kleinen“ profitieren, könnte es in dieser Form nicht geben. Die Monopolbildung ist nur dann möglich, wenn der Staat eingreift und genau die schädigt, die er vorgibt zu beschützen.

„Ein Unterschied allerdings (zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft) ist bedeutsam, der heute von vielen verschwiegen wird: Marktwirtschaft und Kapitalismus sind nicht dasselbe. Die Marktwirtschaft setzt auf den Wettbewerb, auf Miteinander durch Gegeneinander, auf Reibung, Austausch und Kooperation zwischen Kapital und Arbeit. Marktwirtschaft und Monopol sind zwei Begriffe, die sich abstoßen. Wer Marktwirtschaft sagt, der sagt auch Staat.

Wer Kapitalismus sagt, der sagt auch Staat, aber er sagt es in verächtlichem Ton. Er verlangt dessen Unterordnung. Sein heimliches Ideal ist die staatsfreie Zone. Er will die Gesellschaft aufspalten in ihre Atome, und weil er ahnt, dass ihm das nie ganz gelingen wird, versucht er, Staatlichkeit zu narkotisieren. Nur ein Staat, der vor sich hindämmert, ist für den Kapitalisten ein guter Staat“

Ja, genau, das ist der Unsinn, der Menschenhirne verrückt werden lässt.  Wer also für Marktwirtschaft ist, der ist für den Staat, wer Kapitalismus sagt, der ist auch für ihn, aber nur in „verächtlichem Ton“ und will ihn im „narkotisieren Zustand“. Und so etwas steht im „Handelsblatt“, was das Ganze noch subtiler wirken lässt. Eine „marktfreundliches“ Blatt, das sich sozialkritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzt – wahrlich eine Meisterleistung.

Dabei ist es gerade der Staat, der aufgrund seines Monopols der Geldausgabe durch die „staats“-eigenen Zentralbanken, seinen unbegrenzten Möglichkeiten zur permanenten Kreditaufnahme und der Alleinstellung als gesetzlich legitimierter Eintreiber des Geldes anderer Leute eine absolute Sonder- also Monopolstellung hat und diese gnadenlos zwecks Ausbeutung und eigener Vormachtstellung zu nutzen weiß. Es wird uns suggeriert, dass der Staat für Gerechtigkeit sorgt und wir diesen zum Schutz vor „menschenverachtenden Kapitalisten“ brauchen. Dabei ist gerade der Staat es, der diejenigen ausgrenzt, die über die Privilegien des Staates nicht verfügen (können).

Wir haben einen staatlich gelenkten Ausbeutungsmechanismus namens Fiat-Money, der den Banken unfassbare Gewinne bei null Risiko garantiert, wir haben ein „Erneuerbare-Energien-Gesetz“, das in extremer Weise genau diejenigen subventioniert, die es eher nicht nötig haben, wir haben ein Renten- und Krankenversicherungssystem, das aufgrund der enormen „Attraktivität“ zwangsweise betrieben werden muss und nur aufgrund milliardenschwerer Zuweisungen aus Steuergeldern seinen permanenten Bankrott verschleiern kann.

Wir haben gerade in den Bereichen Monopolisierung, wo der Staat eingreift und lenkt. Zudem befürworten wir ein Steuersystem, das die Menschen, die ihr eigenes Geld vor dem Staat in Sicherheit bringen wollen (und dies auch können), zutiefst moralisch verteufelt werden und haben gleichzeitig kein Problem damit, wenn „Staatsdiener“ das erarbeitete Geld anderer verschwenden und veruntreuen. Steuerhinterzieher sollen Verbrecher sein, der Staat hingegen, der das Geld durch permanente Inflationierung vollständig entwertet, der Retter in der Not.

Ich weiß ja nicht so recht, aber kann es sein, dass wir die Orientierung verloren haben; dass wir den falschen Gott anbeten? Dass wir dringend umdenken sollten, bevor wir von den nachfolgenden Generationen als die ignoranteste ihrer Art identifiziert werden? Als die Generation, die noch so vieles in der Hand hatte und so wenig daraus gemacht hat?

Ich werde den Kapitalismus verteidigen – bis zum letzten Atemzug. Kein einziger Kapitalist – und mag er noch so mächtig sein – kann mich in meiner Freiheit so massiv einschränken wie der unbedeutendste Bürokrat mit einer winzigen Vorschrift. Ich werde den Teufel tun und einem System huldigen, wo diese Willkür an der Tagesordnung ist.

89 Gedanken zu „Bis zum letzten Atemzug!

  1. welcher war denn der ach so tolle reine kapitalismus? der von1850/60 – auch manchesterkapitalismus genannt, oder die österreichischen segnungen die wir in chile beobachten durften?
    ach ja im19.jhd gab es enen goldstandard – bleibt nur die frage:
    woher kommt diese erschreckende ignoranz?

  2. Hallo Frau Kablitz, das ist alles gut verständlich, leider fehlen mir ein paar Grundlagen. verstanden habe ich das Geldsystem, wiederum aber nicht, wieso es über die Zentralbank vom Staat gelenkt wird. Geldschöpfen tun doch die Banken, selbst für den Staat und dieser zahlt dann Zinsen.
    Wo finde ich eine klare Definition von Kapitalismus. Stimmt es, dass es im Kapitalismus kein Hartz IV geben würde, weil die Menschen nur dann arbeiten gehen entsprechend Angebot und Nachfrage?
    Brauchen wir demzufolge keinen Sozialstaat mit Gesundheitssystem und GRV?

  3. Lieber Giovanni Gruen, ich biete hier keinen Raum fur Mainstram-Papperlapapp! Bitte erst fachlich und inhaltlich sauber informieren, dann können wir uns gerne weiter unterhalten! Menschen der Ignoranz zu bezichtigen, obwohl man nichts anderes tut als der Allgemeinheit nachzusprechen, DAS ist Ignoranz!

  4. Liebe Emorfine, vielen Dank für Ihre Zeilen! Ja, es ist verwirrend, wenn man sich einfindet. Aber die Muehe lohnt sich, vieles wird einem dann viel klarer! Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich auch die anderen Eintraege hier auf diesem Blog näher anschauen, da ist einiges schon erklärt! Einen wunderbaren Einblick bieten die Buecher von Roland Baader, von dem ich auch lernen durfte!

  5. Es sind die Giovanni Gruens, die den Irrsinn am Laufen halten ! Das System braucht diese Typen! Mit Volldampf in den Abgrund und sich dabei noch für oberschlau halten!

  6. Ein erster Schritt wäre gemacht, wenn man die richtige Bezeichnung für das aktuelle System nutzt: Korporatismus.

  7. Ich muß leider immer wieder feststellen, dass libertäre hauptsächlich das Falschgeldsystem als Ursache des Übels ausmachen. Das mag zum Teil richtig sein. Nur ist das Grundproblem die Demokratie selbst. Hierdurch können vermeintliche Mehrheiten dem Rest den Willen aufzwingen, Bürokraten und Lobbyisten sich selbst päppeln. Der einzige Weg zeigt Hoppe auf, die Privatrechtsgesellschaft. Wie sagte schon Benjamin Franklin: Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Lamm darüber abstimmen, was sie zu Mittag essen sollen. Freiheit ist ein gut bewaffnetes Lamm, das die Abstimmung anficht.“

    Nur die das Falschgeldsystem abzuschaffen, wird bestenfalls eine Teillösung des Problems darstellen.

  8. Herzlichen Glückwunsch zu dem Artikel und zu soviel Durchblick! Das haben nur Wenige …

  9. Danke, Sie haben mir aus dem Herzen geschrieben. Ob es hilft? Das wage ich allerdings zu bezweifeln.
    Man denke nur an die „Umfairteilungsorgie“, welche die Linken allzu gerne hätten.

  10. Alles begann bei der Schöpfung.

    Gott erschuf das Universum, darin die Erde und den Menschen.
    Gott hatte allerdings nirgendwo ein Preisschild „befestigt“.
    Dann kamen satanische Menschen und befestigten an allem Preisschilder. Seitdem arbeitet alles für diese Satanisten.

    Viel Spass beim Nachdenken.

  11. Dabei ist es gerade der Staat, der aufgrund seines Monopols der Geldausgabe durch die staatseigenen Zentralbanken,
    ………………… Darf ich hier Einspruch erheben ?!!
    Die ZBs sind eben nicht „staatlich“ (wer immer der Staat auch ist) ,sondern „unabhängig“ (d.h. privat und im Dienste der Hochfinanz).
    Das Falsvhgeld ist rein privat, die betrügerische Falschgeldschöpfung ist rein privat – nur „staatlich“ legitimiert und uns aufgezwungen !!!

  12. Sehr geehrte Frau Kablitz,
    Ihre Aufsätze sind immer sehr tiefsinnig und geistreich, so auch der Vorliegende! Ich muss Sie jedoch auf einen kleinen aber absolut entscheidenden Denkfehler in Ihrem Text und Ihrem Denken aufmerksam machen. Zitat: „Dabei ist es gerade der Staat, der aufgrund seines Monopols der Geldausgabe durch die staatseigenen Zentralbanken,…“ Zitatende. Die Zentralbanken sind keinesfalls staatseigen, ganz im Gegenteil, auch wenn das den Menschen und so leider auch Ihnen vorgelogen wird! Und wenn Sie diese Tatsache verinnerlichen könnten (Herr Baader in allen Ehren, aber hier kann er Ihnen keine Hilfestellung geben), würde Ihnen bewusst werden, dass es genau dieser Kapitalsmus war und ist, der nur sehr wenige Personen auf diesem schönen Planeten in die Lage versetzt hat, die Zentralbanken und damit alle Politikmarionetten der Welt PRIVAT zu steuern… und uns alle damit wahrscheinlich in die totale Knechtschaft führen wird. Übrigens ist der Mangel einer Zentralbank genau der Grund warum in den letzten Jahren bestimmte Länder der Welt „demokratisiert“ worden sind. Die wenigen restlichen Länder ohne Zentralbank werden in naher Zukunft auch die leidige Erfahrung machen, zuerst in die Steinzeit gebombt zu werden, um danach unter „Leitung“ dieser feinen Leute eine Zentralbank gründen zu dürfen. Herzliche Grüße

  13. @Pudellocke
    Erstens stammt das Zitat nicht von Benjamin Franklin, sondern von Thomas Jefferson und zweitens waren beide keine strikten Gegner der Demokratie, wenn sie Prinzip einer rechtstaatlichen Republik ist. Und wer konsequent minimalstaatlich sich ausrichtet, kann sich das übliche Demokratie-Bashing auch sparen. Der Staat, der sich Entscheidungen anmaßt über alles und jedes, ist das Problem und weniger die Methode der Entscheidungsfindung.

  14. Man Leute, seht mal Muttis „aktuelle Kamera“ und versucht das hier gelesene zu finden. Es wird euch nicht gelingen.. Warum?

  15. Lieber „ichmalwieder“,
    nun es ist in der Tat so, dass auf dem Etikett „privat“ steht, zweifellos wurden Zentralbanken jedoch zu dem Zweck eingerichtet, Staatsschulden zu monetisieren, Kriege zu finanzieren und dem regierungsnahen „engen Freunden“ behilflich zu sein. Man mag sie nennen, wie man möchte, darüber möchte ich mich nicht „streiten“:-), der Sinn steht eindeutig fest. Und so fühle ich mich gar nicht „belogen“! Es ist kein Geheimnis, dass ich für die sofortige Abschaffung sämtlicher Zentralbanken eintrete, ich bin schließlich „Österreicherin“! Die Einrichtung hat aber so gar nichts mit dem Kapitalismus zu tun, ganz im Gegenteil. Hier sind neben Herrn Baader, den ich für einen profunden Kenner halte, vor allem die Altmeister der Österreichischen Schule, die hier eine hervorragende Argumentationshilfe bieten. Ludwig von Mises war ein Verfechter des Kapitalismus, aber ein strikter Gegner der Zentralbanken. Dies ist auch nur denklogisch, denn beides passt nicht zusammen. Den Kapitalismus für den Irrsinn, der uns als privater Mechanismus verkauft wird, obwohl sozialistisch gesteuert, verantwortlich zu machen, ist einfach falsch. Vielleicht werden Sie da eher angelogen?

  16. @susannekablitz70 schreibt:
    2. Oktober 2013 um 18:46

    Das wäre Ihr Meisterwerk, wenn Sie der Leserschaft den Kapitalismus, aus der Bibel
    heraus erläutert, darlegen würden. Danke im Voraus

  17. „Den Kapitalismus für den Irrsinn, der uns als privater Mechanismus verkauft wird, obwohl sozialistisch gesteuert, verantwortlich zu machen, ist einfach falsch. Vielleicht werden Sie da eher angelogen?“

    Das Problem ist , das Kapitalismus mit dem derzeitigen System, dem korporativen Faschismus, ständig verwechselt wird. Es gab niemals Kapitalismus.
    Denn der würde genau so aussehen, wie die Tea Party Bewegung fordern würde:

    + keine ZB, freies, gedecktes Geld und keine FIAT Fake Währung
    + schlanker Staat
    + Direkte Demokratie
    + keinen Lobbyismus, keine Korruption

    Der Bruder des korporativen Faschismus ist nun aber mal der Sozialismus, den die Eliten für sich als
    gesteuerte Opposition entdeckt haben. Beides ist Faschismus und es ist einerlei für die Sklaven,
    ob es ZBs oder Zentralkommites gibt, ob nun Bilderberg und CFR an der Spitze stehen oder der Parteikader.

  18. Nein, Susanne. Deinen Gedanken kann ich ganz und gar nicht folgen. Und es gibt Gründe dafür.
    1. Hast Du jemals in der DDR gelebt?
    2. Eigentum… Wem gehört eigentlich die „Erdkruste“ ?
    3. Menschen & Gesellschaft
    4. Selbständigkeit (gab es übrigens auch in der DDR)
    5. Umverteilung? Unsinn. Diejenigen, die ehrlich und mit echter Arbeit für die Gesellschaft tun, werden in die Armut geschickt. So war es immer und so wird es immer sein, wenn wir uns nicht endlich vom Kapital lösen und dem -mus ebenfalls.
    Nein, ich werde keinesfalls diesen „Kapiatal“-ismus befürworten. Jeder nach seiner Fasson. Ich weiß aber, dass ich ohne Kapitalismus besser gelebt habe! … in der DDR!

  19. Hallo Frau Kablitz!
    „Es gibt übrigens keinen Unterschied zwischen dem Kapitalismus und der Marktwirtschaft“. Doch, den gibt es – nur heißt er „SOZIALE Marktwirtschaft“. Ha ha. Man braucht doch nur „sozial“ vor alle bösen Begriffe zu setzen und schon passts: „Sozialkapital“, „Sozialgeld“, „Sozialfinanzierung“ – Und schon gehört alles „uns“!
    Wozu brauchen wir das Kapital – uns reicht schon das Geld!
    Aus „pfui“ wird „hui“, wenn es MIR dient. Auch die Bolschewisten haben ihre Revolution mit Geld finanziert.
    Jede Zeile Ihres Beitrags ist Zitat-reif.
    „Kein einziger Kapitalist – und mag er noch so mächtig sein – kann mich in meiner Freiheit so massiv einschränken wie der unbedeutendste Bürokrat mit einer winzigen Vorschrift“- das ist der Knock-out: 9,8,7,6,5,4,3,2,1…0!
    Gratuliere zu einem Meisterwerk! Herzliche Grüße

  20. @ Barbara:
    Es ist erschütternd, dass Leute wie Du es einfach nicht begreifen wollen:
    Wir hatten niemals freie, unmanipulierte Märkte, waren niemals frei von Feudalsimus und Faschismus.
    Hast Du mein vorheriges Posting nicht gelesen. Geradewegs über Deinem unsinnigen Kommentar.

    Das ganze links/rechts Schubladen Den Geschwafel ist Augenwischerei und Volksverblödung.
    Das Problem sind die Ultrareichen Elitenclans, die die Welt beherrschen über ihre Top Lobby Clubs und
    „Think Tanks“.

    Denen gehören das Geldsystem, die Politik, die Medien, das Militär, die „Staaten“, Pharma, Ernährung, den Rohstoffmarkt (Futures Betrug,
    naked short selling, + cornering), die Aktienmärkte (Insiderhandel, Futuresmarkt, HF- Trading mit Quantencomputern und erstklassigem Internet High Speed
    Zugang .

    Die Endlosschleife der Verblödung: „böser Nazi vs. böser Marxist“ hängt mir komplett zum Arsche raus !!!
    Faschismus bleibt Faschismus.

    Seid ihr denn alle so dämlich, das nicht zu sehen oder tut ihr nur so ????

  21. Eine hervorragende Analyse des Systems, verbunden mit einer Zukunftsprognose. Besser ist der jetzige Zustand nicht zu beschreiben.
    Da wir nun in der BRD die DDR-Doppelspitze haben und in der EUdSSR Kommissare bestimmen, wo es lang geht, die von uns nicht gewählt wurden, möchte ich noch auf eine andere Geschichte hinweisen, die dieses noch verstärkt und sicher in absehbarer Zeit zum Tragen kommen wird. Das finden wir unter dem Begriff Perestroika-Täuschung, worüber uns der russische Geheimdienstoffizier Anatoly Golytsin aufklären kann, der schon 1961 in den Westen überlief und im Jahr 1984 diese in seinem Buch „New Lies for Old“ publizierte. Schon damals war der getürkte Zusammenbruch des Kommunismus geplant, um dann später die globale Einheitsgesellschaft errichten zu können.
    Seit dem 15. Mai ist das Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz nach einer umfangreichen Renovierung wieder für Besucher geöffnet.

  22. Hallo Frau Kablitz,

    halte Sie es wirklich für den richtigen Stil unter Menschen die ihre Liebe zur Freiheit und ihre Zustimmung zum Kapitalismus teilen, kritische Kommentierungen zu zensieren?

    Ich wiederhole was ich schon gestern schrieb, nämlich das ich ihre Befürwortung des Kapitalismus teile, der Stil ihres konkreten Beitrags aber, nicht besonders hoch ist da Sie Themen aufgreifen die uns Libertären (ich nehme hier mal stillschweigend an sie sind Einer bzw. Eine) von Linken aufgedrängt werden und unterscheiden nicht welchen Anwürfen der Linken man überhaupt Aufmerksamkeit widmen und WIE man ihnen begegnen sollte.

    Ich wiederhole das mich die Überschrift Ihres Blogposts („Bis zum letzten Atemzug!“) fatal an die linke kubanische Phrase „Socialismo o Muerte“ erinnert.

    Seien Sie doch bitte so tolerant meine Kritik hier zu ertragen, sonst nehme ich mir vielleicht noch die Zeit für einen ausführlichen Kommentar in der ef-magazin-Gruppe auf XING, denn als libertär denkender Mensch reagiere ich irgendwie allergisch auf Zensur.

  23. @ Barbara:
    Roland Baader ist wirklich äußerst empfehlenswert.
    Wer mehr leistet oder nützliche Ideen hat, die allen zugute kommen, soll auch davon profitieren. Wir wollen nicht die Umverteilung und Gleichmacherei, die Gleichheit der Jakobiner:
    “ Als Verfechter der Gleichheit konnten die Jakobiner nichts anderes sein als die Totengräber der Freiheit und die Vorläufer der Bolschewiken.“
    http://monde-diplomatique.de/pm/1997/09/12/a0244.text.name,askZjJrBK.n,22

    Mit den Trotzkisten habe ich mich nicht näher befaßt, aber hier möchte ich mal ein Zitat aus den Rakowski-Protokollen bringen, wo klar wird, welche Auswirkungen dieses Schuldgeldsystem hat. Auf Geld aus dem Nichts (Fiat Money) werden Sicherheiten verlangt und Zinsen erhoben. Hiermit werden dann Kriege und auch die Medien zur weiteren Manipulation finanziert usw. usf.
    Kristjan (Christian) Jurjewitsch Rakowskij (Rakowski) – Sowjetdiplomat, Trotzkist und Hochgradfreimaurer will Stalins Genickschuß entgehen und packt deshalb aus über JENE, die sich anmaßen, im Hintergrund das Geschick der Menschheit zu lenken.

    „Die Banken haben immer, geliehen oder in produktiver Bewegung, eine Menge Kreditgeld, Geld in Zahlen, die fünf­- bis hundertmal größer ist als die Summe des ausgegebenen physischen Geldes. Ich will nicht von den Fällen sprechen, in denen das Kreditgeld – das fabrizierte Falschgeld! – das als Kapital eingezahlte Geld übertrifft. Wenn man aber berücksichtigt, daß nicht das wirkliche Kapital, sondern das nicht existente Kapital Zinsen bringt, dann muß der Zins um so viel mal unberechtigter sein als das wirkliche Kapital durch diese Fälschung vervielfacht ist …“
    http://wissenschaft3000.wordpress.com/rakowski-protokolle-innerer-widerspruch-zeit-kommunismus-sozialismus-nwo/

  24. Lieber Libertaer, wissen Sie, auf was ich allergisch reagiere? Wenn man mir vorschreiben will, was ich auf MEINEM Blog zu tun und zu lassen habe! Wenn Ihnen meine Ueberschrift nicht gefällt oder Ihnen der Inhalt zu flach ist, dann machen Sie etwas Besseres! Nur nörgeln ist ein bisschen wenig! Kennen Sie Ayn Rand? Ich halte mich da an ihre Worte aus „Der Streik“. Jedem seine Meinungsfreiheit, aber nicht in meinem Wohnzimmer! So, jetzt haben Sie die Moeglichkeit, einen ausführlichen Kommentar im Xing-Bereich des ef-Magazins zu schreiben! Auf „Drohungen“ reagiere ich uebrigens noch allergischer! Mal sehen, was man dort von Ihrer Vorgehensweise hält!

  25. Danke Frau Kablitz für diesen wunderbaren Artikel, welcher exakt ins Schwarze getroffen hat. Ich habe alle Bücher von Roland Baader gelesen, der leider viel zu früh von uns gegangen und verkannt wird. Was die Sozialismusapologeten und Mainstreamanhänger betrifft, so würde ich sie bitten einen eigenen Laden aufzumachen und ihren Neigungen zu frönen. Damit sind ausdrücklich Barbara, ich mal wieder, marduk und Giovanni Gruen gemeint. Vor allem sollen sie aufhören uns auf der Tasche zu liegen.

  26. @ Emorfine,
    bezüglich der Frage nach Staat und Zentralbanken empfehle ich Ihnen das kleine, leicht verständliche und dennoch sehr profunde Büchlein von Murray Rothbard „Das Schein-Geld System. Wie der Staat unser Geld zerstört.“ Es bietet eine vorzügliche und übersichtliche, zutreffende und dennoch leicht verständliche Übersicht, die nicht vieler Seiten bedarf. Sofern Sie des Englischen mächtig sind, können Sie die englische Ausgabe legal und gratis auf der Seite des amerikanischen Ludwig von Mises Institutes finden.

    Bezüglich Ihrer weiteren Fragen nach Staat und Kapitalismus, zwei weitere Werke. DEN Frontalangriff auf den Demokratiebegriff schlechthin bietet Hans-Hermann Hoppe: „Demokratie: Der Gott der keiner ist“, in dem der Autor neben einer grundlegenden Dekonstruktion auch eine mögliche Alternative aufzeigt, die mir allerdings als angreifbarer erscheint als seine vorherige Demokratie-Kritik, die eine fulminante Durchschlagskraft vorweist; und Christoph Braunschweig: „Wohlfahrtsstaat-Leb wohl!“, wo in verständlichem Format zuerst eine Übersicht über abendländische Denker und Sozialphilosophen und Ökonomen gegeben wird, die über die letzten zweitausend Jahre zum Ökonomieverständnis der heutigen sog. österreichischen Schule führten und beigetragen haben, und in der zweiten Buchhälfte dann ein kritischer Rundumschlag gegen die zahllosen Deformationen unserer Wählerbestechungsdemokratie und den daraus resultierenden maßlosen Anspruchshaltungen gegenüber dem Staat und der daraus resultierenden Schuldenmacherkatastrophe gestartet wird.

    Liebe Frau Kablitz, ein netter Blog, den ich hier von Ihnen vorgefunden habe. Kompliment, Zustimmung, und Danke! Ich werde ab jetzt immer wieder mal hier reinlesen. Mit freundlichen Grüßen,

  27. Ein hervorragender Beitrag, Kompliment! Wieder einmal!
    @Ein Libertär: Es ist wirklich dreist, mit welcher Anmaßung Sie hier Ihren Redeplatz einfordern. Selber Meinungsfreiheit für sich beanspruchen aber die Freiheit anderer, dieser Meinungsfreiheit womöglich nicht zu folgen, nicht gelten zu lassen, um dann auch noch wie ein störrisches, verzogenes Kind die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist wirklich ungeheuerlich.Ich hätte auf diese Unverfrorenheit ganz anders reagiert, aber Frauen neigen wohl zu mehr Nachsicht (ist ja im Prinzip auch gut so:-)!

  28. @ Klimax…das Zitat stammt sehr wohl von Franklin siehe hier:
    http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_benjamin_franklin_thema_demokratie_zitat_26937.html

    Selbsverständlich war auch Jefferson ein Demokratie-Kritiker. Aber das Zitat sollte auch nur dazu dienen, die Problematik der Demokratie mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. Eine Mehrheitsentscheidung wird immer zur Unterdrückung von Minderheiten führen. Da hilft auch kein Grundgesetz oder die Abschaffung des Falschgeldes. Demokraten schreiben dem Wirt vor, ob in seinem Eigentum geraucht werden darf oder nicht. Die Klima-Mafia fordert die Transformation der Gesellschaft, was im Prinzip nichts anderes bedeutet, als dem Bürger vorzuschreiben wie er zu leben hat. Arbeitnehmer werden von Demokraten in Zwangsversicherungssysteme gezwungen, ohne die Möglichkeit der Gegenwehr. Man könnte diese Beispiele der Unfreiheit, welche durch Demokratie verursacht wurde, fast unendlich fortsetzen. Und solche Tendenzen lassen sich in Demokratien nie verhindern. Auch ein Minimalstaat hätte immer das Bestreben, sich wieder auszudehnen. Von daher ist der Traum vom Minimalstaat auch nur ein Traum. Auf Dauer würde daraus Zwangsläufig wieder ein Maximalstaat entstehen. Solange die Staatsprofiteure in der Mehrheit sind, gibt es in der Demokratie kein Mittel gegen den Maximalstaat. Natürlich stimme ich der Autorin zu, dass dieses Geldsystem abgeschafft gehört. Es ist aber nur ein Teil des Problems.

  29. zu @Pudellocke und anderen:
    Als „Wettbewerb der Gauner“ bezeichnet Prof. Hoppe analytisch treffend unser ausbeuterisches Demokratie-System. Doch eine „Privatrechtsgesellschaft“ ist utopisch, denn sie verhindert nicht, daß sich unter anderem Etikett auch hier das Faustrecht eine skrupellosen Minderheit entwickelt, von einem gefährlichen
    Machtvakuum nach außen ganz abgesehen.
    Realistisch trotz begründeter Skepsis (inhärenter Machtmißbrauch) ist wohl (leider) nur ein „schlanker Minimalstaat“, der sich konsequent um die Einhaltung klarer Freiheitsrechte seiner Bürger und um Verteidigung nach außen zu kümmern hätte. Das wäre angesichts einer politisch angemaßten Staatsquote von inzw. ca. 60 % (Kenner kommen auf ca. 80 %!) schon ein gewaltiger Fortschritt!
    Frau Kablitz gebührt meine herzliche Anerkennung und mein Dank für ihr ehrliches, warmherziges Engagement und ihre klaren Gedanken im Geiste großer freiheitsliebender Köpfe, die gleichzeitig zutiefst human sind. Wahrheit wirkt immer befreiend, auch wenn sie bei den meisten Staatsgläubigen Widerstand u. Haß erzeugt, weil sie unbeirrt Lebenslügen aufdeckt.

  30. „Barbara“ schrieb: „So war es immer und so wird es immer sein, wenn wir uns nicht endlich vom Kapital lösen und dem Kapitalismus ebenfalls. Nein, ich werde keinesfalls diesen “Kapital”ismus befürworten. Jeder nach seiner Fasson. Ich weiß aber, dass ich ohne Kapitalismus besser gelebt habe! … in der DDR!“

    Ich ignoriere für den Moment, daß ich grundsätzlich angefressen reagiere, wenn die SED-Diktatur im mauerumgürteten Arbeiterparadies rückwirkend einseitig verklärt wird.

    Nicht ignorieren kann ich die Aussage „jeder nach seiner Fasson“, wenn diese Phrase bedingungsfrei vorgetragen wird, als würde aus ihrem Aussprechen bereits ein rechtlicher Anspruch auf die Aushaltung durch die Anderen resultieren. Denn wo ein unbeschränktes Recht auf die eigene Fasson gelten soll, da herrscht die völlige Abwesenheit von Regeln und Verpflichtungen, da herrscht die Erwartung, nur verlangen zu dürfen ohne selbst leisten zu müssen, weil’s ja der eigenen Fasson entsprechen mag, sich so und nicht anders einrichten zu wollen. „Jeder nach seiner Fasson“ muß also gefolgt werden von: „aber niemals auf Kosten der anderen!“

    Und ihre Ablehnung des „Kapitals“, da räume ich ein, daß es zwei Arten von Kapitalismus geben mag. Der eine sieht den „ehrbaren Händler“, der sich seinen Lohn durch faire Eigenleistung tatsächlich verdienen will und es für Ehrensache hält, für den geforderten Lohn auch eine Gegenleistung zu liefern, die dem Kundenwunsch entspricht. Da verhandeln also zwei Individuen frei und eigentverantwortlich über ihren Tauschvertrag, un djeder ist frei, festzulegen, wieviel ihm die Gegenleistung des anderen wert sein mag. Diesem Verständis ist eine Einstellung „jedem soviel wie er braucht“, eher fremd, bevorzugt wird vielmehr eine Einstellung „jedem das was er sich verdient hat“. Eines Staates bedarf es bei der Wertabwägung durch die Handelnden dabei nicht, vielmehr wirkt der Staat preisverzerrend, und beeinträchtigt dadurch seriöse kaufmännische Wertkalkulation – die Grundlage kaufmännischen, seriösen Managements, ohne die eine Wirtschaft nicht gedeihen kann, sondern zwangsläufig in Stagnation, Paralyse und Selbstzerstörung abgleitet.

    Die andere Form des Kapitalismus wohnt ihm leider von Anfang an ebenfalls inne, das ist der Hang zum Monopol, weil der, der’s erstrebt, sein Geld weniger fair verdienen will als vielmehr mit so wenig Gegenleistung wie möglich und so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich „machen“ will. Wo mehrere Monopolisten überregional ihre Angebote und Preise absprechen und die Wertfeststellung durch den freien Markt damit unterlaufen, sprechen wir von einem Kartell. Und sowohl Monopole als auch Kartelle sind niemals im Sinne des freiheitsliebenden Gemeinwesens und der freien Marktteilnehmer.

    Es ist vielmehr eine Form der skrupellosen Verantwortungslosigkeit – so wie auch die schulden-sozialisierende Anspruchshaltung der Bürger in der Demokratie und die Heilsversprechungen der Wahlkandidaten, die beide die Saat des Sozialismus gerade durch ihre Eigendefinition von Beginn an in sich tragen, verantwortungslos sind. Wir sind keine unschuldiugen Opfer. Wir sind Mittäter, Mitläufer zumindest.

    Wer „sozialer Ausgleich“ sagt, meint letztlich doch zumeist, daß andere für ihn bezahlen sollen, als wären die ihm durch den Umstand ihrer Existenz bereits verpflichtet. Aber es muß Grundüberzeugung seion für jede Form des Freioheitsverstöändnisses, daß kein Mensch das Anrecht haben darf, Anspruch auf andere Menschen zu erheben, nur weil er oder die anderen existieren. Einen solchen Anspruch gibt es nicht. Man darf sich in individueller Entscheidung freiwillig dazu hergeben, so zu tun, als ob man solchen Ansprüchen andere an einen selbst entsprechen müsse, ja, das ist dann Privatsache und jedem selbst überlassen – aber juristisch darf eine solche Ergebenheitshaltung niemals zur Pflicht deklariert werden, noch ist es auch in moralischer oder ethischer Hinsicht eine Bringschuld, der man Genüge tun müßte.

    Ich verweise, um Ihrem Dünkel wider dem „Kapital“ zu widersprechen, auf ein berühmtes Stück Literatur, um die Wichtigkeit des Geldes zu verdeutlichen – die sogenannte „money speech“ des Francisco d’Anconia aus Ayn Rand’s Roman „Atlas Shrugged“. Ich verlinke auf eine deutsche Wiedergabe, leider ist mir keine vollständige deutsche Zitierung im Netz in deutscher Sprache bekannt, im Englischen indes gibt es solche. Der verlinkte Text ist also eine >>gekürzte<< Fassung dieser Rede, der Originalabschnitt ist um ein Vielfaches länger. Sie finden ihn in der vorzüglichen dritten Übertragung des Romans ins Deutsche (unter dem Titel "Der Streik") auf den Seiten 447-452.

    Link: http://der-streik.de/2011/11/francisco-danconias-rede-zum-geld-im-buch-der-streik-gekurzt/

    Liebe Frau Kablitz,
    wie Sie sehen, entspreche ich Ihrem Wunsch… 🙂

    Mit freundlichen Grüßen,
    M.H.

  31. Nur als kleiner Tip am Rand wer sich mit den Autoren und Denkern der „österreichischen“ Schule befassen möchte (was man wie Frau Kablitz schreibt auch sollte, bevor man hier – was-auch-immer fordert – eine sehr umfangreiche Liste findet sich auf:
    http://freecapitalists.org/

    Einige der besten Bücher liegen nur noch in Englisch vor. So z.B. Human Action und natürlich auch alles von Rothbard. Im Deutschen Bereich sticht natürlich Herr Baader vor. Für gute Blogs aus diesem Bereich sollte man auch in der Blog-List von Frau Kablitz nachschlagen

    Für diejenigen die das Ganze lieber auch in Deutsch haben wollen sollten vielleicht http://mises.de/ auf Ihre Blogliste setzen.

    Unser vorrangiges Problem ist nicht die Pseudodemokratie in der wir leben sondern wie sich die Parteien des Staates und im Endeffekt des Geldes bemächtigt haben

  32. Da editieren leider nicht geht, gerade heute kann man auch hier nachlesen:
    http://martin-schweiger.com/2013/10/03/deutscher-umverteilungswahnsinn-in-kurzfassung/

    Was ziemlich genau das beschreibt was auch hier thematisiert wurde, nur einmal aus der Sicht der „Geldflüsse“…. Es ist ziemlich bezeichnend das Leistende ausgebeutet werden, und nicht die Früchte Ihrer Arbeit geniessen können. Je erfolrgeicher jemand in D ist umso mehr wird im von „staatswegen“ weggenommen. Nennt sich euphemistisch progressiver Steuertarif, meint aber übersetzt. Egal wie sehr Sie sich anstrengen, wir können Ihnen mit Leichtigkeit das Meiste „legal“ abnehmen.

  33. Pingback: Ist etwas passiert? | FreieWelt.net

  34. Hallo FDominicus,

    besten Dank für die Liste, die man in der Tat zunächst einmal zumindest im Ansatz durcharbeiten sollte. „Human Action“ ist als Nachfolger von „Nationalökonomie, Theorie des Handelns und Wirtschaftens“ zwar noch besser, aber die deutsche Ausgabe tut es erst einmal.
    Fast alles kann man sich im Internet als pdf-Datei herunterladen. Auch hier vielen Dank für den Hinweis auf http://www.mises.de, viele Informationen bietet auch http://www.misesde.org

  35. Hallo Frau Kablitz,

    Sie verwenden, wie Sie selbst schreiben, den Begriff Kapitalismus „gebetsmühlenhaft“. Gebetsmühlenhaft werden Sie nicht müde, zu kämpfen, ähnlich wie überzeugte Kommunisten nicht müde werden, für den Sozialismus zu kämpfen.

    Kapitalismus in seiner reinsten Form bedeutet weitgehende Regellosigkeit. Auf brutalste Weise presst eine megareiche Oberschicht den Nutzmenschen aus, bildet Oligiopole und Monopole. Die Konzentration des Wohlstandes ermöglicht es den Ultrareichen, Politiker zu kaufen, Gesetze ändern zu lassen. Reiche kaufen Medien auf, beeinflusen den Pöbel so, wie Berlusconis Medienanstalten die Italiener beeinflussen. Megareiche Bankster beeinflussen Politiker und beginnen – jawohl – Falschgeld zu drucken (siehe Griffin)!

    Kapitalismus läuft auf brutalste Ausbeutung hinaus und, wie der Name sagt, auf die Anhäufung von Kapital bei einigen Wenigen.

    Der ideale Kapitalist erbt weitgehend steuerfrei einen Konzern, presst das Leben abertausender Mitarbeiter aus und tut selbst gar nichts. Er lässt verwalten.

    Kapitalismus in seiner schönsten Form finden wir z.B. bei Adligen vergangener Jahrhunderte oder auch bei Raubrittern oder bei amerikanischen Milliardären, die mit Falschgeld deutsche Betriebe aufkaufen.

    Den Kapitalismus zu verherrlichen kann mich als normal empfindenden Menschen nur mit Grauen erfüllen.

    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ihre Kritik am momantanen System unterschreibe ich beinahe hundertprozentig (ebenso wie ich Martin Schweiger oder Gerd Lothar Reschke zustimme).

    Dennoch stößt mir (auch bei Reschke, Mises, Roland Baader usw.) immer wieder die gleichsam religiös anmutende Idealisierung des Kapitalismus auf.

    Für Normalbürger sind Kommunismus und Kapitalismus letztlich zwei Seiten der selben Medallie. Es handelt sich bei beiden Systemen nur um unterschiedliche Haltungsbedingungen für Nutzmenschen. Während der Kommunismus Käfighaltung ähnelt, gleicht der Kapitalismus der Freilandhaltung. Die mag unter Umständen produktiver sein und angenehmer fürs Nutzvieh. Der sich frei wähnende Nutzmensch arbeitet nun einmal produktiver als einer, der sich seines Sklaventums bewusst ist. Menschen zu halten, ohne dass sie aufbegehren, ist nicht leicht. Aufs Schlachten laufen beide Systeme dennoch hinaus.

    Es ist auch keineswegs anzunehmen, dass im Kapitalismus kein Falschgeld gedruckt wird! Weshalb denn auch nicht? Wer sollte Megareiche daran hindern, den Kongress zu bestechen, um eine neue FED zu gründen? Und gerechte Wahlen oder Demokratie kann man sich im Kapitalismus ebenso abschminken wie in unserer schönen neuen EUDSSR.

    Es geht doch immer nur darum, dass sich eine Elite (Geistliche, Adlige, Konzerneigentümer, Bankeigentümer, Politiker, Besatzer usw.) an der Arbeitskraft des Bürgers bereichert.

    Ich halte es für einen Fehler, Kapitalismus oder Kommunismus zu idealisieren, sich also zur einen oder anderen Ideologie zu bekennen. Das versperrt den Blick auf neue, unkonventionelle Lösungen.

  36. @ Herr Höll, Frau Kablitz,

    Die Rede zum Geld aus „Der Streik“ ist wirklich das Beste, was ich jemals zu diesem Thema gelesen habe. Allerdings bin ich ein einer Stelle stutzend hänge geblieben und habe mir gedacht, dass an diesem Punkt die Übersetzung nicht stimmen kann. Gemeint ist die Passage: ´Diese Stücke Papier, die das Gold ersetzen,…´

    Das hätte Ayn Rand so nicht geschrieben. Papier kann kein Gold ersetzen. Ich hatte kürzlich in Wien im Institut für Wertewirtschaft die Gelegenheit, im Original nachzuschlagen. Dort heißt es dann auch zu meiner Beruhigung (aus der Erinnerung): „That pieces of paper that should have been gold…“

    Das klingt viel besser….

  37. @Barthel Berand,

    ich stimme Ihnen zu, auch bei mir hat es beim Lesen kurzzeitig gehakt. Gut zu wissen, daß das ein Übersetzungsfehler ist.

  38. @Melanie: es ist wirklich tragisch, aber bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren! Obwohl Sie angeblich so viel gute Literatur zu sich genommen haben und Ihnen Blogs wie dieser Ihnen hilfreich zur Seite stehen, stecken Sie im Mainstream fest! Einem Schaf kann man das Fliegen nun mal auch nicht beibringen!

  39. Lieber/liebe Miki:

    Ich habe auch noch sehr deutlich mehr Literatur zu diesem Thema „zu mir genommen“.

    Soso, wenn ich mich also nicht in den Gebetsreigen der Kapitalismusfanatiker oder Kommunismusfanatiker einreihe, ist Hopfen und Malz verloren!

    Ich vermisse Ihre ARGUMENTE (statt Ihres Glaubensbekenntnisses).

  40. „Kapitalismus in seiner reinsten Form bedeutet weitgehende Regellosigkeit. Auf brutalste Weise presst eine megareiche Oberschicht den Nutzmenschen aus, bildet Oligiopole und Monopole. Die Konzentration des Wohlstandes ermöglicht es den Ultrareichen, Politiker zu kaufen, Gesetze ändern zu lassen.“

    Erläutern Sie uns einfach nur wie diese Ausbeutung läuft. Mir wäre neu, daß Anbieter Kunden zwingen können von Ihnen zu kaufen, es sei denn, sie werden vom Staat protegiert. Sie argumentieren wir, sprechen von Markt aber etablieren einen Staat, der „gekauft“ werden kann. Sie beschreiben genau unser heutiges System und tun so als wäre das Markt. Sie haben nicht mal soviel Mühe darauf verwandt Ihren Eintrag logisch zu halten. Kapitalismus ist nach Ihnen unreguliert, aber die Reichen kaufen sich den Staat und die Gesetze. Was unglaublich „unreguliert“ ist. Wie kann man so widersinnig argumentieren?

    Erkläre Sie uns einfach auch wie es zu Monopolen kommen kann, wenn jeder im Markt als Anbieter auftreten kann.

    Und Ihre Wortwahl vom Nutzmenschen, zeigt leider sehr genau aus welcher Ecke Sie kommen, ersetzen Sie Ihr Nutzen durch ein anderes Wort das mit U anfängt. Dann sind Sie genau in der Ecke von wo Sie wohl eigentlich herkommen.

  41. @dominicus

    „Mir wäre neu, daß Anbieter Kunden zwingen können von Ihnen zu kaufen“

    … diesen Unsinn habe ich nicht behauptet.

    „Sie beschreiben genau unser heutiges System und tun so als wäre das Markt.“

    Falsch. Ich habe nie behauptet, unser heutiges System sei „Markt“. Es ist teilweise Markt und teilweise – und leider immer mehr – sozialistisch zwangsreguliert.

    „Kapitalismus ist nach Ihnen unreguliert, aber die Reichen kaufen sich den Staat und die Gesetze.“

    ??? Kann keinen logischen Zusammenhang erkennen obgleich ich mehrere Semester Logik belegt habe.

    „Und Ihre Wortwahl vom Nutzmenschen, zeigt leider sehr genau aus welcher Ecke Sie kommen, ersetzen Sie Ihr Nutzen durch ein anderes Wort das mit U anfängt.“

    Verstehe ich ehrlich nicht. Welches Wort meinen Sie?

    Ich komme aus der naturwissenschaftlichen Ecke und aus keiner politischen. Evolution, Genetik, Ethologie, Humanethologie, Psychologie.

    Ich habe nicht vor, mich als „Kapitalismuskritiker“ hervorzutun. Ich würde von Schubladendenkern fälschlicherweise in die linke Ecke gesteckt, denn wer den heiligen Kapitalismus in Frage stellt, muss ja Ihrer Ansicht nach wohl links (oder rechts) oder ein Mainstream-Zombie sein.

    „Erkläre Sie uns einfach auch wie es zu Monopolen kommen kann, wenn jeder im Markt als Anbieter auftreten kann.“

    Durch Kapitalanhäufung. Habe selbst jahrzehntelang als Freiberuflerin für einem internationalen Konzern gearbeitet. Es ging immer nur darum, andere Firmen zu schlucken, Konkurenz zu beseitigen, Marktanteile zu erhöhen. Ein simples Beispiel wäre Aldi, das immer höhere Marktanteile gewinnt. Unzählige Tante Emma Läden gehen kaputt, der weltweit erzielte Gewinn fließt beinahe nur noch in die Taschen der Albrecht-Erben. In den USA sind sie schon weiter. Dort soll beinahe jegliche Nahrungsmittelproduktion aufs Konto von vier Weltkonzernen gehen.

    Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen Basiswissen, z.B. „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“, ein 1942 veröffentlichtes Werk von Joseph Schumpeter. Es gehört zu den Klassikern der politischen Ökonomie und wurde in 20 Sprachen übersetzt. (Ich teile dessen wohlwollende Sichtweise des Sozialismus allerdings nicht).

  42. @melanie: Ihnen werden doch Argumente en Masse geboten, hier, bei Reschke , bei Baader , bei den Altmeistern wie Mises! Was brauchen Sie denn noch! Sie wollen doch gar keine Argumente, die stehen Ihrer Ideologie vom bösen Kapitalisten doch nur im Weg! Also hören Sie auf mit dem Blabla von fehlenden Argumenten! Der Miki

  43. @ Melanie:
    Ihre Ausführungen sind faktisch einfach falsch und Sie vermischen Begriffe; es mangelt an Kenntnis der Historie im allgemeinen und der Wirtschaftsgeschichte im besonderen.
    Zu Ihren größten Fehlern gehört diese Feststellung:
    „Für Normalbürger sind Kommunismus und Kapitalismus letztlich zwei Seiten der selben Medallie.“
    1. Der Kommunismus ist eine Staatsform, der Kapitalismus ein Wirtschaftssystem. Schon die Bolschewiki bemerkten, dass sie ohne ein Minimum an kapitalistischen Mechanismen nicht vorbeikommen.
    2. Es gibt hier keinen Kapitalismus. Punkt. Was hier besteht ist eine manipulierte, hyper-regulierte Mischwirtschaft, welche sämtlicher kapitalistischer Konzepte (z.B. freier Angebot/Nachfrage-Mechanismus) entbehrt.

  44. Sozialistische Parteien, z.B. die der USA, behaupten gerne und deutlich, Sozialismus und Demokratie seien das gleiche. Das klingt provokant, aber ich mußte mich der Einsicht beugen, daß es wahrscheinlich der Wahrheit entspricht und die sozialistischen Parteien nur eine besondere, spezifische Sicht auf diese Wahrheit haben (von ihrem unsäglich penetranten Sendungsbewußtsein ganz abgesehen). Der Ruhm der Demokratie, ihre Gleichsetzung mit Freiheit und Markt, sind historisch gesehen absolut neumodische Erscheinungen. Tatsächlich ist Demokratie, wie sie heute verstanden wird, etwas völlig anderes, als das was etwa die alten Griechen darunter verstanden, und wovor sie zu ihrer Zeit bereits warnten. Wo früher das Recht, an der Entscheidungsfindung innerhalb des Gemeinwesens teilzunehmen, bestimmten besitzenden und/oder gebildeten Eliten freien Standes vorbehalten war, darf heute „jeder Hinz und Kunz“ sich anmaßen, Einfluß auf das Ganze nehmen zu wollen, selbst wenn er nichts dazu beiträgt, netto nur empfängt und bildungstechnisch völlig überfordert ist. Christian Ortner hat das in seiner kleinen, herrlich biestigen Streitschrift „Prolokratie“ hübsch widerhakenstachelig auf den Punkt gebracht. Indes, technisch ist das, was wir heute Demokratie nennen, eine Wählerbestechungsveranstaltung (C. Braunschweig), bzw. eine Ochlokratie: die Diktatur des Pöbels. Davor haben nicht nur die amerikanischen Gründerväter schon gewarnt: bereits im antiken Griechenland war es vielen Denkern klar, daß es das nun nicht sein konnte. Über die wundersame Wandlung des Demokratiebegriffes und seine ursprüngliche Abstammung hat der von mir sehr geschätzte Rahim Taghizadegan 2009 für das Institut für Wertewirtschaft diese kleine schöne Abhandlung verfasst:
    http://wertewirtschaft.org/analysen/Demokratie.pdf

    Darüber hinaus ist anzumerken, daß die heutige Gegenseitigkeit von Politikerversprechen und Wählererwartungen an den Staat durchaus einen Umverteilungsmechanismus und eine geplante, regulierte Wirtschaft undn Gesellschaft erzeugt haben, die man kaum noch anders als eben sozialistisch bezeichnen kann, bis hin zu dem Versuch, durch ideologische Indoktrination, Genderism, Meinunskonformität und Political Correctness sozialisische Denkart und Selbstkontrolle in den Menschen selbst zu verankern, auf daß der Zensor aus staatlichen Büros in die Gehirne der Deliquenten verlagert werden möge, und dem Ansinnen, Raum für das verlangte sozialisische Ideal des völkischen Kollektivismus dadurch zu schaffen, daß man der burgeoisen Gesellschaft im Marxschen Sinne den Garaus macht, indem man die in ihrer Wichtigkeit kaum zu überschätzende Institution der Familie abwertet und systematisch zerstört, wozu Genderismus und die Verunglimpfung von Müttern letztlich nur Schützenhilfe leisten sollen. Aber ich schweife ab in meinem Zorn, mea culpa…

    Also, Demokratie ist im ursprünglichen Sinne kaum das, was wir heute dafür halten, und einer Aussage, daß Demokratie und Sozialismus das gleiche seien, weigere ich mich inzwischen, noch zu widersprechen. Demokratie ist derart, daß sie >immerDemokratie< zuträfe.

    Die emotional eingefärbte Dämonisierung, die sich in der herzhaften Wortwahl äußert, sehe ich als ebenso übertrieben und fehlgeleitet wie wenig hilfreich. Mit der Implikation, daß das Problem der Monopolbildung im Kapitalismus und der daraus resultierenden Markverzerrung und des Machmißbrauchs insbesondere bei den Banken nach wie vor ungelöst ist, hat sie hingegen Recht, Hoppe sieht seine Lösung der Privatrechtegesellschaft da wohl zu sehr aus einem utopischen Idealzustand heraus, der in seiner verlangten Totalität nicht realisierbar sein dürft, zumindest nicht in dieser Welt, die bereits über 7 Milliarden Bewohner hat und wo wir eben nicht die Möglichkeit haben,m nach Belieben solange in benachbarte Gemeinwesen zu wechseln bis wir das gefunden haben, das uns passt: diese Bewegunsfreiheit haben wir nur eingeschränkt, aus rein praktischen Erwägungen: und wenn Monopolisten bei ihrer Koordination untereinander unseren Bewegungsspielreaum egalisieren können (überregionale Kartellbildung), stehen wir wieder ziemlich dumm da. Hoppe beschreibt hier eine Utopie, weniger ein erreichbares Ziel. Das muß kein Nachteil sein, da eine utopie gerade durch ihre Unerreichbarkeit die Dynamik, die sie erzeugen mag, am Laufen hält: ein Ist-Zustand ist stets nur für geraume Zeit von Interesse, bevor die Menschen sich gelangweilt abwenden und sich um seine Bewahrung nicht mehr aktiv kümmern, weil sie seine Existenz als natürlich und stets gegeben voraussetzen. Aber Hoppe bekennt ja selber wiederholt in seinem Buch "Demokratie", daß er keinen Grund für diesbezüglichen Optimisus sähe, er ist da also wohl durchaus Realist.

    Das Geldmonopol der Staaten muß zerstört werden, und damit die Zentralbanken. Die Monopolbildung bei Produzenten auf dem Markt muß verhindert werden (frage mich niemand, wie – ich habe keine Idee, die realistisch gesehen Erfolg verheißt, außer einem kulturellen Wandel, der wieder auf Bildung, bürgerliche Sitte, gutes/faires Benehmen und Ehrenkodi setzt wie das etwa in den hanseatischen Kaufmannsschaften lange Zeit gegolten hat. Aber Bildung und Kultur haben in unserer zeitgenössischen Misere ja nun mal ganz schlechte Karten: beides viel zu "burgeois" und damit pfui-bah). Der Filz aus Wirtschaft und Politik muß zerstört werden. Das vorherrschende Demokratieverständnis und allgemeine Wahl- und Mitwirkungsrecht muß – sagen wir gründlichst hinterfragt werden. Ich erwarte nicht, daß irgendetwas davon ohne bürgerkriegsähnliche Gegenwehr der jeweils profitierenden Lager umsetzbar ist. Ich stelle mich daher der Einsicht, daß wir unseren kulturellen Niedergang erleben und erdulden müssen – und daß wir wohl nichts dagegen werden unternehmen können. ROM BRENNT. So ist der Lauf der Geschichte: Aufstieg, Zenith, Abstieg, Fall.

  45. Eine Korrektur, die Seite editiert da eigenstöndig den Text:

    statt

    „Demokratie ist derart, daß sie >immerDemokratie< zuträfe."

    muß es heißen:

    "Demokratie ist derart, daß sie immer zu Sozialismus führt sowie der Herbst zum Wachsen von Pilzen, Schnee zu Kindern, die Schneemänner bauen, und Weihnachten von Geschenken und guten Wünschen begleitet wird.

    So steht's auch in meinem Wordpad. Was die Seite da anstellt, weiß ich nicht.

  46. @alphachamber

    Zitat:
    „Zu Ihren größten Fehlern gehört diese Feststellung:
    “Für Normalbürger sind Kommunismus und Kapitalismus letztlich zwei Seiten der selben Medallie.”
    1. Der Kommunismus ist eine Staatsform, der Kapitalismus ein Wirtschaftssystem.

    Das interessiert den Otto Normalverbraucher nicht. Ihn interessiert, ob er persönliche Freiheiten genießt und ob er finanziell abgezockt wird oder nicht. Ob er in einer „Staatsform“ oder einem „Wirtschaftssystem“ lebt, ist ihm vollkommen egal. Das sind nur pseudointellektuelle Haarspaltereien.

    Und ihre plumpe, oberlehrerhafte Behauptung „Es gibt hier keinen Kapitalismus. Punkt. “ entbehrt jeglicher Beweise.

    Ich selbst habe lange genug in der freien Wirtschaft als hochbezahlte Unternehmensberaterin gearbeitet. Sicherlich gibt es in vielen Bereichen Deutschlands keine freie Marktwirtschaft. Sicher befinden wir uns in einer Phase, in welcher die planwirtschaftliche Diktatur jegliche Innovation erstickt. Aber es gibt wahrlich noch genug Kapitalismus. Ich selbst habe für einen multinationalen Konzern gearbeitet, in dem mit härtesten Bandagen folgende Ziele angestrebt wurden:

    – Elimination jeglicher Konkurrenz
    – Beinflussung und Manipulation potentieller Käufer
    – Beeinflussung von Politikern/Parteispenden
    – Beeinflussung der Medien durch Geld
    – Entlassung möglichst vieler Mitarbeiter und Ersetzen derselben durch intelligente, möglichst menschenähnlich wirkende Computersysteme (mein Spezialgebiet).

    Und so weiter.

    Dass es irgendwann keine zahlenden Kunden mehr geben würde, war jedem im Vorstand klar. Wie das Falschgeldsystem/Fiatgeld-Betrugssystem funktioniert, wusste außerdem jede hohe Führungskraft. Man hat es den niederen Rängen selbstverständlich nicht auf die Nase gebunden. Schließlich arbeitete der Konzern selbst sehr erfolgreich mit ähnlichen Methoden.

    Schon Henry Ford wusste, das man seine Arbeiter ordentlich bezahlen sollte, weil sie sich sonst kein Auto mehr leisten können. Aber über solche Nebensächlichkeiten sah man in „meinem“ Konzern hinweg. Es zählte nur der Gewinn. Und das, obgleich die Eigentümer vielfache Milliardäre waren. Man könnte meinen, sie hätten wahrlich mehr als genug zum Leben. Aber es ging stets nur darum, noch mehr aus den Mitarbeitern und Kunden zu pressen. Der einzige Grund, weshalb die niedrigrangigen Mitarbeiter nicht ausgepeitscht wuden und überhaupt Geld bekamen, liegt wohl in unseren „sozialistischen“ Gesetzen. Ich wage nicht auszudenken, was so ein finanzstarker Konzern machen würde, wenn es keine Kontrollen gäbe. Blackwater aufkaufen und Länder erobern? Vielleicht.

    Meine Aufgabe dabei war die Hirnwäsche, die Beeinflussung von Kunden, auch Werbung genannt. Ich musste herausfinden, was die Kunden zu noch mehr sinnlosem Konsum bewegt. Sie sollten sich abstrampeln, um Krempel zu kaufen, der ihr Selbstwertgefühl hob. Ich war recht gut darin und wurde ordentlich entlohnt und sehr bevorzugt behandelt. Kann und will nicht klagen.

    Ich sah allerdings in den letzten zwanzig Jahren, wie sich die Mitarbeiterzahl auf ein Zehntel verringerte, die Konzerngewinne aber explodierten. Das alles hat nichts mit dem Falschgeld zu tun. Auch unter einem Goldstandard bliebe die raubtiergleiche Unternehmensphilosophie gleich: „Strebe Weltmacht an“. „Kaufe alle Konkurrenten auf oder zerstöre sie“. „Werde Monopolist“.

    Das alles wurde natürlich nicht so derb ausgedrückt. Es gab eine eigene, sehr mächtige Abteilung, die nur für das korrekte Wording zuständig war. Jegliche Kommunikation mit der Außenwelt lief durch diesen Zensurfilter.

    Ich meine, aus diesen von mir hochgeschätzten Blogs (Susanne Kablitz, Gerd Lothar Reschke usw.) herauszulesen, dass man nur das Falschgeldsystem und den Sozialismus abschaffen müsse. Ersetzt man diese durch absolut freie, durch nbiemanden kontrollierte und gebremste Marktwirtschaft, wird alles, alles gut.

    Das, denke ich, ist ein Irrtum.

  47. @Melanie schreibt: „Die Konzentration des Wohlstandes ermöglicht es den Ultrareichen, Politiker zu kaufen, Gesetze ändern zu lassen.“

    Womit bewiesen wäre, dass korrupte Politiker das Problem sind, nicht der Kapitalismus.

    @Melanie schreibt: „Reiche kaufen Medien auf, beeinflusen den Pöbel so, wie Berlusconis Medienanstalten die Italiener beeinflussen.“

    Von mehr als 20 italienischen Fersehsendern, darunter der staatlichen RAI, gehören Berlusconi gerade mal 5.
    Eine Mediendominanz sieht anders aus, abgesehen davon, dass einfache Menschen, die anderes denken als Sie, kein „Pöbel“ sind.

    @Melanie schreibt: „Megareiche Bankster beeinflussen Politiker und beginnen – jawohl – Falschgeld zu drucken …“

    Auch die megareichsten Bankster können keine Gesetze machen. Somit sind es ausschließlich korrupte Politiker (nach ausgerechnet deren Eingreifen linke Spatzenhirne schreien), die entscheiden wieviel Falschgeld gedruckt wird.

    @Melanie schreibt: „Der ideale Kapitalist erbt weitgehend steuerfrei einen Konzern, presst das Leben abertausender Mitarbeiter aus und tut selbst gar nichts.“

    Können Sie einen dieser Kapitalisten namentlich benennen und nachweisen, dass seine Biographie typisch ist? Andernfalls ist Ihre Aussage hohles Geschwätz.

    @Melanie schreibt: „Kapitalismus in seiner schönsten Form finden wir z.B. bei Adligen vergangener Jahrhunderte oder auch bei Raubrittern oder bei amerikanischen Milliardären, …“

    Die mittelalterlichen Raubritter waren tatsächlich Kapitalisten reinsten Wassers, indem sie globale Konzerne gründeten, und diese ihren direkten Erben, den amerikanischen Milliardären, hinterließen.

    @Melanie schreibt: „Den Kapitalismus zu verherrlichen kann mich als normal empfindenden Menschen nur mit Grauen erfüllen.“

    Wenn es etwas gibt, was MICH mit Grauen erfüllt, verehrte Melanie, sind es Figuren Ihrer Art, die sich einbilden für den arbeitenden Menschen zu sprechen, obgleich Sie diesen als „Pöbel“ oder „Nutzmensch“ bezeichnen, womit Ihre Verachtung für einfache Leute anschaulich bewiesen ist.

  48. @Melanie:
    ““Und ihre plumpe, oberlehrerhafte Behauptung…”
    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe meine eigenen wirtschaftlichen Erfahrungen, allerdings als selbstständiger Unternehmer in Hong Kong. Dort gibt es DEN Kapitalismus.

    Sie strampeln sich ab, um Ihre Erfahrungen unter Beweis zu stellen und merken einfach nicht, dass jede Ihrer Zeilen ein Plädoyer dafür ist, dass es den (echten) Kapitalismus hier ebensowenig gibt, wie die Demokratie in der “Democratic Republik of North Korea”.

  49. Eine schönere Liebeserklärung habe ich lange nicht mehr gelesen.
    Sie sind eine Bereicherung für die Libertäre Gemmeinschaft. Ich kann Ihre Gedanken nur vollstens unterstützen. Bin absolut bei Ihnen, dass eine libertäre/liberale Gesellschaft nicht politisch umsetzbar ist, sondern durch jeden Einzelnen, der diese großartige Chance der Freiheit und Verantwortung nachvollzogen hat, zum positiven verändert werden kann.
    Es ist eigentlich Schade, dass man für diesen Artikel so viel Zuspruch für Ihren Mut bekommt. Dabei haben Sie eine normale menschliche Reaktion ausgesprochen. Sich für das einzige System zu bekennen, dass Menschen bei eigener Verantwortung Wohlstand, Freiheit und freie Zeit ermöglicht.
    Danke!

  50. @Melanie. Sie wollen Ihre eigenn Argumentation nicht folgen. Als erste schreiben Sie:
    „Kapitalismus in seiner reinsten Form bedeutet weitgehende Regellosigkeit. “
    Und dann:
    „. Die Konzentration des Wohlstandes ermöglicht es den Ultrareichen, Politiker zu kaufen, Gesetze ändern zu lassen.“

    Ergo schreiben Sie nicht über Kapitalismus. So viel Logik kann ich von jedem verlangen. Sie sind ahnungslos und Ihre Art ist leider diejenige die es allen andere unmöglich macht frei zu leben und zu entscheiden. Und damit ist für mich die Kommunikation mit Ihnen beendet. Sie lügen und biegen sich Ihre Wahrheit zurecht. Und Ihre Argumente wiedersprechen sich direkt in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen.

  51. @ Herrn Höll
    griechische Demokratie und Heutige: Sie haben Recht!
    Demokratie wird zum Sozialismus: Sie haben Recht!
    Ich versuche die heutige Entwicklung nicht ontogenetisch sondern phylogenetisch zu sehen.
    Bienenvölker benehmen sich basisdemokratisch.(vonwegen Tänzchen für den besten Platz einer neuen Kolonie etc). Da darf jeder „Pöbel“ mitmachen und es funktioniert hervorragend.
    Vielleicht sind die Menschen jetzt auch (mit Internet und NSA-affinen Praktiken) so weit, dass ein höheres Bewußtsein (das Bienenvolk als ein Bewußtsein, die Menschheit auch als EIN Bewußtsein) entsteht?, insofern ist Basisdemokratie, getragen vom Bewußtsein der Einigkeit und Identität vielleicht doch die Weiterentwicklung?
    @ Frau Kablitz: ich finde es schade, dass auf Ihrem Blog so hart geschossen wird. Die einzelnen mögen ja Recht haben, die anderen haben vielleicht aber auch nicht Unrecht. Aus der Physik weiß ich, dass es viele Wahrheiten nebeneinander gibt, und die sollten diskutiert werden aber nicht mit Überheblichkeit bedacht.

  52. @Emorfine,

    dem Vergleich zwischen Basisdemokratie und insektoider Schwarmintelligenz mag ich so nicht folgen, denn Schwarmintelligenz ist keine demokratische Mehrheitsentscheidung einer Gruppe von intelligent abwägenden Individuen, sondern eben Schwarmintelligenz eines unindividuellen Kollektivs, in dem alle das Ganze sind, und der Einzene nichts. Die einzelnen Neuronen im Gehirn stimmen sich nicht durch Mehrheitsbeschluß und Überzeugung ab, sondern sie reagieren automatisch, und das Gehirn ist kein organsiches Pendant zu einem Parlament oder einem „Rat der Neuronen“. Das populistisch behauptete e Ideal der Demokratie aber basiert auf der Annahme, daß Mehrheitsentscheidungen von Individuen in rationaler Abwägung getroffen werden. Bei Bienen, die Sie erwähnten, handelt es sich beim Schwänzeltanz übrigens ebenfalls nicht um demokratische Überzeugungsarbeit, sondern um „Propaganda“: wer am längsten tanzt/schwänzelt, der hat die größte Chance, daß andere Bienen sich auf den Weg zur neuen Weide machen. Die Qualität des Weidegrundes ist dabei uninteressant, soweit wir sagen können. Ein inhaltliches, qualitatives Argument wird dabei aber nicht vermittelt, soweit wir wissen. Man sollte Schwarmintelligenz, wie wir sie heute verstehen, nicht mit dem Zusammenschluß mehrerer individueller Intelligenzen verwechseln.

    In bezug auf die Intelligenz von Gruppen und Menschenschwärmen, halte ich es eher mit Dietrich Bonhoeffers Betrachtungen bezüglich der Dummheit und der verschiedenartigen Anfälligkeit von Individuen und Gruppen für eben diese. Das Affentheater, das Politiker heutzutage in schutzgeldbezahlten Propagandamedien tagein, tagaus veranstalten, illustriert zu Genüge, wie Recht Bonhoefer mit der folgenden Einschätzung hatte, daß der Mensch in Gruppen dumm gemacht wird, und meine eigene empirische Beobachtung in meinem Leben bestätigt mir, daß ich Respekt und Anerkennung vor dem Wissen oder der Intelligenz Anderer noch nie in bezug auf ganze Gruppen, Massen und Organisationen empfinden konnte, es higegen immer einzelne Personen waren, die aus der Menge heraustraten und sich von ihr absonderten, die mir eben diese Anerkennung für ihre Gedanken oder Lebensarten abrangen – Gedanken und Lebenshaltungen, die sich im Kontext der sozialen Massengefüge nicht entwickeln können. Das, was den Menschen stark und frei macht, innerlich, ist seiner Art nach gegen das Wesen großer Menschengruppen gerichtet, die even von ganz anderem Kleister zusammengehalten werden, und es macht sich mit diesen nicht gemein, ohne dabei zu verdorren.

    http://www.cleansed.de/dummheit.php

    Nein, ich glaube nicht, daß die Menschen soweit sind, sich durch „Schwarmintelligenz“ zu höherem Wesenstum auf einer neuen Existenzsphäre aufzuschwingenn. Sowenig, wie ich in den Achtzigern schon nicht an das Geschreibe über die schöne neue Welt im Wassermannzeitalter geglaubt habe. Darüber hinaus ist auf das wirklich sehr kurzzeitig wirkende Kurzzeitgedächtnis der Menschen Verlaß, weshalb sie die Geschichte gern wiederholen und die gleichen Fehler immer wieder machen, historisch (die Politik demonstriert es uns) genauso wie individual-psychologisch (ich war mal Psychologe). Dem oft zitierten Azufschrei „Herr, laß Hirn regenen“, halte ich entgegen, daß uns ein massives Gedächtnisupgrade wahrscheinlich bessere Dienste leisten würde. Es gibt nichts Neues unter der Sonne – außer das Vergessene, sagte Santayana. Everything is running in cycles, sang Sinatra. Geschichte ist zyklisch, sagen die Chinesen. Erwarte von den Menschen nicht mehr als was sie leisten können und wollen, dann enttäuschen sie Dich nie, schreibe ich.

    Logik ist der Anfang aller Weisheit, aber nicht ihr Ende, sagt Spock. Hm. Vielleicht tippe ich einfach zu viel…

  53. @Emorfine
    „@ Frau Kablitz: ich finde es schade, dass auf Ihrem Blog so hart geschossen wird. Die einzelnen mögen ja Recht haben, die anderen haben vielleicht aber auch nicht Unrecht. Aus der Physik weiß ich, dass es viele Wahrheiten nebeneinander gibt, und die sollten diskutiert werden aber nicht mit Überheblichkeit bedacht.“

    Wer sich in zwei Sätzen widerspricht und Phrasen drischt, etwas von Kapital erzählt aber dann im nächsten Satz etwas über gekaufte Politiker sagt hat nun einmal Unrecht. Und Blödsinn sollte man auch so nennen dürfen und sich nicht in PC korrektem Abwiegeln „verlieren“.

  54. Lieber FDominicus,
    ich sehe das genauso, „political correctness“ haben wir genug.

    Liebe Emorfine,
    vielen Dank für Ihren Hinweis, aber manche Dinge kann man nur sehr klar und deutlich aussprechen, selbst wenn sie sich dann hart anhören. Selbstverständlich gibt es immer unterschiedliche Sichtweisen, aber sie sollten nicht in Phrasen enden; die hören wir genug im Mainstream. Der Ton mag manchmal ein wenig rauer sein, aber dies kann durchaus bewusstseinserweiternd sein. Selbstverständlich darf niemand persönlich beleidigt werden, das ist aber hier auch eher eine Seltenheit. Ich hoffe daher sehr, dass Sie den bisweilen deftigen Ton auch zu schätzen wissen… kommt er doch immer von Herzen!

  55. Mein Beitrag sollte auf „Angst fängt im Kopf an…“ erscheinen, dort klappte es aber nicht 😦
    Vielleicht kann man das verschieben?!
    Gruß Uwe

  56. Lieber Uwe,
    vielen Dank für Ihren Beitrag:-). Das mit dem „Verschieben“ klappt leider technisch nicht! Warum es an der „richtigen Stelle“ nicht funktioniert hat, ist mir ein Rätsel, sorry. Ich hoffe, dies bleibt eine Ausnahme!

  57. Warum sollten normale Arbeitskräfte/Angestellte von absoluter Vertragsfreiheit profitieren?
    Wer nichts hat ist erpressbar und wird aus der Not heraus viel für wenig tun. Oder nicht?

  58. Melanie, in kapitalistischem Grossbritanien gab es keine Konzentrationslager fuer Dissidenten, in national-sozialistischem Grossdeutschland und international-sozialistischem Russland schon. Allein dieser Umstand stellt den Kapitalismus ueber Sozialismus. Andere Sachen sind Ihnen bereits erklaert worden.

  59. Leider immer noch hochaktuell oder vielleicht aktueller als schon sehr lange nicht mehr:
    http://www.misesde.org/?p=6146

    Wir wissen, daß der Weg vom Mark, der Weg in eine wie auch immer geartete Katastrophe. Die Befürchtungen was ein Staat so anrichten kann sind proportional oder vielleicht sogar exponential zu seine Größe. Je größter desto wahrscheinlicher das es ganz böse weitergeht. Es ist so frustrierend zu sehen wie immer wieder der falsche Weg eingeschlagen wird. Das wird irgendwann korrigiert aber fast immer ist das mit einer unvorstellbaren Gewalt verbunden.

    In einem Buch fand ich dazu_ “
    „.. irgendwie und -wo dem Staat, diesem rätselhaften Phantom, das durch die Geschichte der Völker geistert und mit der Vermehrung der Menschheit noch unheimlicher und mächtiger geworden ist als in den Tagen Spartas und des alten Roms.
    Eine angeblich menschliche Einrichtung ist er, der sein dämonisches Grundwesen aber nie verbergen konnte, Garant der Kriege, Brecher der Rechte, Träger aller Gewalttaten gegen das Einzellebewesen, vom Einbruch in den Hausfrieden, von Erpressung und Raub bis zur Einkerkerung, Folter und Mord. Es gelingt wohl dem hochstehenden Gesetzgeber, ja manchmal sogar höchstentwickelten Völkern, den Dämon für eine Weile nutzbringend hinter das Joch zu spannen, aber dann ist’s als riefe er andere aus der ganzen Welt zu Hiilfe. Es hat noch kein Dämon dem Glück der Menschheit dauerhaft gedient.

    Und er (der Staat v. Autor) wendet trotz der gegebenen Garantien allen Scharfsinn auf, das Eigentum zu beschneiden, zu pfänden und am Wachstum zu hindern. Es gibt nur einen Feind des Eigentums, und der heißt Neid

    Und gerade heute kann man auch etwas über da Rebranding des Neids lesen:

    http://www.wiwo.de/videos/floskelcheck-floskelcheck-soziale-gerechtigkeit/8874666.html

  60. Liebe Frau Kablitz,

    als regelmäßiger Leser des Magazins „Eigentümlich frei“ habe ich mich nur auf Ihr Blog verirrt, weil Sie auf der Webseite, vorgenannten Magazins, ihren Blogbeitrag auch veröffentlich haben und weil ich den expliziten (Rück)Verweis auf Ihr Blog auch als Einladung verstand _hier_ mit Ihnen zu diskutieren.

    Ihre Reaktion, auf meine kritischen Bemerkungen, finde ich inhaltlich unangemessen wenn ich die Worte lese:

    „Wenn man mir vorschreiben will, was ich auf MEINEM Blog zu tun und zu lassen habe! Wenn Ihnen meine Ueberschrift nicht gefällt oder Ihnen der Inhalt zu flach ist, dann machen Sie etwas Besseres!“

    Denn wozu bitte betreiben Sie ein (logischerweise) öffentliches Blog wenn sie garnicht öffentlich diskutieren wollen oder nicht Frau genug sind mit Kritik angemessen umzugehen?

    Ja, es ist natürlich ‚Ihr‘ Blog, aber ist das hier das richtige Herangehen? Denn ich mache Ihnen Ihr Hausrechzt nicht streitig sondern nehme ein Angebot wahr, was Sie mir bieten und doch, offensichtlich, bieten, um auch diskutieren zu dürfen, was auch einschließt sich kritisch äußern zu dürfen.

    „Auf “Drohungen” reagiere ich uebrigens noch allergischer!“

    Dem was Sie hier Drohung nennen ging eine Zensur meines ersten Beitrages voraus, bitte verwechseln Sie nicht Ursache und Wirkung.

    „Mal sehen, was man dort von Ihrer Vorgehensweise hält!“

    Gut, machen wir so. Bitte schauen Sie bitte rein.

  61. Lieber „Ein Libertär“,
    es ist noch nie meine Absicht gewesen, eine Diskussion zu zensieren. Eine Diskussion war für mich hier allerdings nicht ersichtlich, da Sie erklärt haben: „der Stil ihres konkreten Beitrags aber, nicht besonders hoch ist da Sie Themen aufgreifen die uns Libertären (ich nehme hier mal stillschweigend an sie sind Einer bzw. Eine) von Linken aufgedrängt werden und unterscheiden nicht welchen Anwürfen der Linken man überhaupt Aufmerksamkeit widmen und WIE man ihnen begegnen sollte.Ich wiederhole das mich die Überschrift Ihres Blogposts (“Bis zum letzten Atemzug!”) fatal an die linke kubanische Phrase “Socialismo o Muerte” erinnert.“
    DAS, lieber Libertär, ist Anmaßung und keine Diskussion! Mir wird „von Linken“ weder etwas aufgedrängt noch bin ich der Meinung, dass Sie für mich entscheiden dürfen, welchen Anwürfen ich mich entgegenstelle und WIE ich Ihnen begegenen sollte. Das ist Ihre Meinung, nicht meine und es hat mit dem Thema an sich gar nichts mehr zu tun. Wenn Sie anderer Ansicht sind, ist dies Ihr gutes Recht, mir aber Vorschriften machen zu wollen, wie ich das zu sehen und vor allem zu formulieren habe, eine Art und Weise, die ich nicht akzeptiere. Sie projezieren Ihre Sichtweisen auf mich und wollen mich dazu bringen, auf dieser Grundlage eine „Diskussion“ zu beginnen. Das gleiche gilt für die kritisierte Überschrift. Wenn diese Sie an etwas erinnert, dann ist das Ihre Erinnerung, nicht meine. Ich habe den Zusammenhang im Text ganz klar dargestellt und erläutert. Wenn Sie andere Zusammenhänge herstellen, ist auch dies Ihr gutes Recht; es ist aber nicht meine Pflicht, hierauf einzugehen.
    Für Diskussionen stehe ich zur Verfügung (bis zu einem gewissen Grad), aber nicht für Maßregelungen und Vorschriften. Ich wiederhole mich hier sehr gern. Wenn Sie meine Sichtweise falsch finden, dann steht es Ihnen doch frei, es besser zu machen. Wenn Ihnen der Text nicht zusagt, steht es Ihnen frei, ihn nicht zu lesen, wenn Sie Kritik am Inhalt haben, diskutieren wir sehr gern. Aber ich glaube kaum, dass Sie es schätzen würden, wenn man Ihnen Worte in den Mund oder Ansichten „in den Kopf“ legen würde, die Sie nun mal nicht haben! Sie nehmen für sich das Recht in Anspruch, die Bewertung „angemessen“ oder „unangemessen“ zu verwenden. Was ist, wenn ich das ganz anders sehe? Und wer legt fest, was angemessen und unangemessen ist?

  62. > es ist noch nie meine Absicht gewesen, eine Diskussion zu zensieren. Eine Diskussion war für mich hier allerdings nicht ersichtlich

    Absichten sind das Eine was man tut das Andere und, da ich selbst gelegentlich, in einem öffentlichen Medium im Internet, unter ‚Beschuss‘ gerate weiß ich wie verdammt schwer es sein kann manche Kritik zu ertragen.

    Ich besinne mich dann aber immer auf:

    ‚Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzten, dass du es sagen darfst.‘

    (ohne mich hier festlegen zu wollen ob es, in dieser Übersetzuzng oder generell, richtigerweise Voltaire zugeschrieben wird)

    > DAS, lieber Libertär, ist Anmaßung und keine Diskussion!

    Nein, das ist meine Meinung, in einer Diskussion in der ich Ihnen möglicherweise voraus habe eine Diktatur erlebt zu haben und deshalb manche Formulierungen sorgfältiger wäge oder anders gewichte.

    Ihre Meinung ist Ihre Meinung, die nehme ich Ihnen nicht, nur auf meine Meinung einzugehen heißt das zu tun, und nicht zu kritisieren das ich Sie kritisiere.
    Ich weiß nicht ob Sie nun wirklich so extrem viel Wert auf den genauen Wortlaut Ihrer Formulierung legen, nur Ein: ’so habe ich das garnicht gesehen‘ hätte hier sicher mehr bewirkt als „… auf MEINEM Blog …“.

    > Wenn Sie anderer Ansicht sind, ist dies Ihr gutes Recht, mir aber Vorschriften machen zu wollen, wie ich das zu sehen habe

    Erstens ist das NICHT mein Recht, Zweitens käme es mir nicht in den Sinn.

  63. BITCOIN ist freies Marktgeld. Viel besser als Gold und Silber. Roland Baader und Reinhard Deutsch hätten das sicher auch so gesehen.

  64. Liebe Susanne,
    mit großer Freude lese ich alle Deine Beiträge. Sie sprechen mir einfach aus der Seele.
    Nur habe ich keinerlei Hoffnung das sich etwas auch nur im geringsten ändern wird. Das jetztige Sytem wird mit Vollgas an die Wand fahren. Der Schuldige steht schon fest. Der Kapitalismus! Der weltweite Crash ist Teil des Plans den Kapitalimus endlich ganz auszurotten. Was danach kommt wird ein weltweiter Sozialismus sein. Es ist schon alles mehr oder weniger vorbereitet was der Sozialismus brauch, u.a.all umfassende Kontrolle der Menschen mit Hilfe des Kampf gegen den Terror und den Klimawandel mit dem Mittel von Angst, Abschaffung von Bargeld, Installation von Organisationen wie der ESM (EUdSSR) (s. Deine Beiträge)… Durch die Verurteilung des Kapitalismus mit Hilfe von jahrzehnter langer Propaganda rennen die Menschen freiwillig in die Arme des Sozialismus. Sie können es gar nicht erwarten auch noch das letzten bisschen Freiheit abzugeben. Die wenigen, die verstehen um was es geht, werden als Spinner abgetan und ignoriert. Da der Sozialismus weltweit kommen wird, hat man keine Chance mehr sich abzusetzen.
    Ich hoffe ich liege falsch und ich hoffe, dass Dein und andere libertäre Blogs von vielen gelesen werden, damit aus ein paar wenigen doch noch eine Gegenbewegung wird und der Kapitalismus am Ende doch noch eine richtige Chance hat…

  65. Lieber Swen,

    meinen herzlichen Dank! Ja, es ist sieht ganz danach aus, dass die meisten Menschen auf dem für sie unangenehm endenden Weg unterwegs sind. Die Manipulation ist atemberaubend! Ich hoffe auch, dass wir mit unseren Befürchtungen falsch liegen aber leider glaube ich nicht mehr daran. Trotzdem muss „bis zum letzten Atemzug“ um jeden einzelnen gekämpft werden und ich freue mich wirklich sehr, wenn ich solche Nachrichten wie Deine lese!!

  66. @Swen
    „Da der Sozialismus weltweit kommen wird….“
    Wird er nicht! Gott sei Dank stirbt mit dem Wirt auch der Parasit.

  67. Wer Auschwitz „hervorgebracht“ hat, sollte nie wieder auch nur EIN EINZIGES WORT über die angeblichen Vorzüge eines STAATES verlieren! Wie man nach dieser Phantasmagorie der Staatsgläubigkeit der Meinung sein konnte, das „Monster“ beherrschen zu können, in dem man ihm einfach nur „soziale Marktwirtschaft“ und „repräsentative Demokratie“ drauf pinselt, ist mir bis heute ein absolutes Rätsel geblieben! Es muss ab 1945 eine unfassbare kollektive Verdrängung stattgefunden haben, ansonsten hätte doch jede Form der „Beherrschung“, des „Gehorsams“, usw. keinerlei Chance mehr haben dürfen… leider konnten diese Saatkörner nicht ausgetreten werden…

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