Siebter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über die Feinde der Freiheit

Die Gespräche mit meinem Vater stellten mich vor die Frage, wo wir wohl im Jahre 2043 oder sogar 2053 stehen würden. Noch erschien mir dies unendlich weit weg zu sein, aber es war wohl so, dass je älter man wurde, die Zeit immer schneller raste und dass – so erzählte es mir meine Mutter, wenn Sie in den Pausen Ihrer jeweiligen Lektüre aus ihrem Leben plauderte – die Jahre nur so verflogen. Ich erfuhr, welche Fehler meine Mutter sich schwor, sie niemals zu machen und dann doch beging. Es waren spannende Momente.

Die Eltern meines Vaters waren beide schon gestorben, aber wir stöberten oft in den Tagebüchern meiner Großmutter, die sie mir als damals noch einzigem Enkelkind mit den Worten hinterlassen hatte: „Lebe und lerne, jeden Tag, und lass Dich niemals unterkriegen. Egal, was passiert – auch wenn der Himmel einzustürzen droht. Wer Erfolg haben will, braucht Durchhaltevermögen und einen starken Willen. Rückschläge gehören zum Leben dazu. Wer sie meistert, bekommt Charakter, wer sie nicht meistert, Almosen.

Hör auf Dein Herz und benutze Deinen Verstand. Sei mutig, ehrlich und konsequent. Lerne zwischen Neid und Gerechtigkeit zu unterscheiden. Sei selbstbewusst, aber nicht arrogant; sei sparsam, aber nicht geizig; sei hilfsbereit, aber lass Dich nicht ausnutzen. Es ist keine Schande hinzufallen, es ist keine Schande, zeitweise den Weg zu verlieren und sich zu verirren. Es ist aber eine Schande, nicht zu diesen Dingen zu stehen und die Verantwortung dafür bei anderen zu suchen. Du bist für Dein Leben zuständig, Du bist für Dein Glück verantwortlich, niemand sonst.“

Dieser Zweig meiner Familie war ein besonders „harter Knochen“ gewesen; ein Krieg und jede Menge Entbehrungen hatten aus beiden Menschen gemacht, die für „Papperlapapp“ wenig Verständnis zeigten. Aber sie waren aufrecht, geradlinig und herzensgut. Mein Vater sagte häufig: „Dein Großvater ist wie Ludwig von Mises – zwar in anderen Bereichen blitzgescheit, aber genauso standhaft und unbeirrbar.

Ein Mann – ein Wort. Immer! Auch dann, wenn es ungemütlich wird.“

Vor unseren Gesprächen konnte ich damit noch nicht allzu viel anfangen, jetzt wurde mir vieles klarer. Ich hatte keine Erinnerungen an meinen Großvater, ich war noch sehr klein als er starb und meine Großmutter lebte auch nicht viel länger. Ich erbte die Tagebücher, mein Vater die vielen Bücher, Notizen und Zeitungsausschnitte, die in seiner Bibliothek ein neues Zuhause gefunden hatten.

Als ich an diesem Abend wieder einmal im Tagebuch meiner Großmutter stöberte, fand ich einen Eintrag aus dem Jahr 1978 und las ihn mir laut vor: „Unbedingt abzulehnen ist der Gebrauch des Ausdrucks Vergesellschaftung (an Stelle der Verstaatlichung) der Produktionsmittel. Der Marxismus bedient sich dieses Ausdrucks und nennt den sozialistischen Charakter die „Gesellschaft“, weil er bewußt die Öffentlichkeit über den Charakter seines Programms täuschen will. Der Ausdruck „Staatssozialismus“ ist ein Pleonasmus; jeder Sozialismus ist Staatssozialismus.

In der politischen Sprache pflegt man von Staatssozialismus zu sprechen, um eine bestimmte Art der Durchführung des sozialen Programms zu bezeichnen… Planwirtschaft ist heute ein beliebter Ausdruck für Sozialismus. Auch die Ausdrücke Staatskapitalismus und Zwangswirtschaft sind synonym mit Sozialismus. Man kann den Sozialismus auch in der Gestalt durchführen, daß die äußeren Formen der Marktwirtschaft beibehalten werden.

Das Sondereigentum wird dem Namen nach belassen. Unternehmer wirtschaften scheinbar weiter, kaufen und verkaufen, verwenden Lohnarbeiter und zahlen Löhne. Doch sie befolgen dabei durchaus die Weisungen der Regierung. Die Regierung befiehlt, wo, was und zu welchem Preis sie zu kaufen haben, welche Arbeiter sie beschäftigen und wie hoch sie sie zu entlohnen haben, was und wie sie zu erzeugen und an wen und zu welchem Preise sie zu verkaufen haben. Die Regierung leitet somit die Produktion und bestimmt alle Preise und Löhne und damit auch die Höhe des Einkommens und der Lebenshaltung jedes Einzelnen. Auch das ist echter Sozialismus.“

Neben diesem Eintrag hatte meine Großmutter notiert: „Wer sind die Feinde der Freiheit?“.

Ich las weiter und fand folgendes: „In der freien Gesellschaft gibt es keine Klassen, die durch unüberbrückbare Interessengrundsätze geschieden sind. Gesellschaft ist Solidarität der Interessen. Der Zusammenschluß von Sondergruppen hat immer nur den Zweck, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sprengen. Sein Ziel und sein Wesen sind antisozial.“  Ludwig von Mises, Die Gemeinwirtschaft, 1922

So wie mein Vater mir erzählte, konnten meine Großeltern nie viel mit dem „Klimbim“ anfangen, der in der üblichen Presse zu finden war. Zu einer Zeit, wo Computer, geschweige denn das  Internet noch undenkbar waren, wo die erste Urlaubsreise mit dem VW Käfer oder der „Ente“ nach Italien ging, zu einer Zeit, wo Kinder noch tatsächlich auf der Straße Fangen und Gummitwist spielten, wo es noch eine Samstagabend-Unterhaltung und nicht „Wie schlucke ich die Hoden von Kängurus herunter“ gab, wo wir uns zu Hause am Telefon für ein Treffen verabredeten und uns sogar am Treffpunkt tatsächlich fanden, war die Informationsbeschaffung deutlich aufwendiger, das Spektrum sehr viel kleiner. Den Mainstream stellte die Presse jedoch auch damals schon nicht besonders in Frage.

Aber es gab Bücher und die wurden verschlungen. Bücher, die zum Teil sehr alt waren und die mein Vater im Antiquariat aufbereiten ließ, weil sie so zerlesen waren.

Wie ich heute erfuhr, hatten meine Großeltern Ludwig von Mises und die von ihm mit aller Hingabe vertretene „Österreichische Schule“ sehr verehrt. Meine Großmutter hatte Unmengen von Zitaten mit der Hand abgeschrieben, die Bücher waren mit unzähligen Anmerkungen versehen.

Was beiden besonders zu imponieren schien, war die Tatsache, dass Herr Mises eine Konjunkturtheorie dargelegt hatte, die die allgemeine Meinung und die verbreiteten und leider auch angewendeten Theorien auf den Kopf stellte. Er führte aus, dass entgegen der allseits so überaus beliebten Politik der permanenten Kreditausweitung durch extrem niedrige Zinsen und ohne reale Wertdeckung diese stets nur zu Scheinaufschwüngen und somit zwangsläufig zu dramatisch verlaufenden, jedoch vorhersehbaren Konjunkturzyklen führten, die immer in Depressionen endeten.

Hierzu fand ich einen im Tagebuch meiner Großmutter mit einem Hinweis auf von Mises Werk aus dem Jahre 1922 und dort stand: „Ratlos stehen die Politiker der Krise gegenüber, die sie heraufbeschworen haben. Und sie wissen keinen anderen Ausweg zu empfehlen als neue Inflation oder, wie man in der jüngsten Zeit zu sagen pflegt, Re-Deflation. Die Wirtschaft soll ,,angekurbelt” werden durch neue zusätzliche Bankkredite (d. h. durch zusätzliche Zirkulationskredite), wie die Gemäßigten wollen, oder durch Ausgabe von neuen Staatsnoten, wie die Unentwegten wünschen.

Doch die Vermehrung der Menge des Geldes und der Umlaufsmittel wird die Welt nicht reicher machen und das nicht wieder aufbauen, was der Destruktionismus niedergerissen hat. Ausdehnung des Zirkulationskredits führt zwar zunächst zum Aufschwung, zur Konjunktur; doch diese Konjunktur muß notwendigerweise früher oder später zusammenbrechen und in neue Depression einmünden. Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer Katastrophe führen muß.

Denn der Schaden, der durch die Anwendung solcher Mittel dem Volkswohlstand zugefügt wird, ist um so größer, je länger es gelungen ist, die Scheinblüte durch fortschreitende Schaffung zusätzlichen Kredits vorzutäuschen.“

Ich fragte meinen Vater, was Herr Mises unter einem „Zirkulationskredit“ verstand und bekam die Antwort: „Mit dem Begriff „Zirkulationskredit“ bezeichnet Mises den „Bank“-Kredit, der nicht durch Ersparnisse, also Konsumverzicht aus dem laufenden Einkommen, gedeckt ist sondern durch „neues“ Geld in Umlauf gebracht wird und somit keinen „inneren“ Wert hat.“

Das erschien mir logisch. Unlogisch erschien mir allerdings, warum so viele Menschen der dauerhaften Kreditausweitung nachhingen und nicht begreifen wollten, dass ein Wohlstand, der auf Schulden aufgebaut ist, auf Dauer mit absoluter Sicherheit höchst unangenehm wird. Und vor allem – was hatte das mit den „Feinden der Freiheit“ zu tun?

Mein Vater lehnte sich in seinem Ohrensessel zurück, legte seine Pfeife mit dem wundervollen Vanilleduft zur Seite, nahm einen Schluck Pfefferminztee und sprach die Worte zu mir, die ich bis heute – 30 Jahre später – niemals vergessen habe.

„Kleines, das internationale Papiergeldsystem wäre schon längst kollabiert, hätten die Zentralbanken den Finanzmarktbeteiligten nicht zugesagt, die Notenpresse anzuwerfen, um all die offenen Rechnungen zu bezahlen. Du hast gerade erst erlebt, was in Amerika passiert ist und hier sieht es auf niedrigerem Niveau ganz und gar nicht besser aus.

Das, was die keynesianischen bzw. monetaristischen Ökonomen als das Abklingen einer Abschwung-Phase identifizieren, ist aus „österreichischer Sicht“ eben das nicht mehr enden könnende Merkmal eines kreditgetriebenen Aufschwungs, eines Schein-Booms, der mit einem großen Kawumm platzen wird. Je größer der Papiergeld-Reichtum, desto böser und verhängnisvoller die Armut, die ihm folgen wird. Und sie wird folgen – wenn nicht heute, dann auf jeden Fall morgen. Aber morgen scheint eben besser zu sein als heute, niemand möchte von all den schmerzhaften Konsequenzen aus der notwendigen Korrektur persönlich betroffen sein. Und so wird gehofft und geglaubt, dass der Kelch an ihnen vorübergeht und ein Wunder geschieht!

In der Hoffnung auf dieses Wunder vetrauen sie darauf, dass das viele Geld, das in das Elend hineingeführt hat, sie nun aus diesem auch wieder befreien wird. Hat das jemals funktioniert? Hast Du es jemals erlebt, dass ein Feuer mit Feuer gelöscht wird?

Um das gemeingefährliche Spiel der „Eliten“ vorantreiben zu können, wird auf Kosten der normalen Bevölkerung die Mär von der Notwenigkeit steigender Steuern und Sozialabgaben (die ja auch eine Form der Steuer sind) verbreitet, die Farce von angeblicher Sparsamkeit, die aber unter gar keinen Umständen im Bereich der Staatsausgaben stattfinden darf, gepredigt und der breiten Masse mit sektenhafter Einlullungstaktik der Geist vernebelt. Die, die kaum genug zum Leben haben, werden mit Almosen ruhiggestellt; diejenigen, die noch etwas haben, sollen dies gefälligst als Beweis ihrer Sozialkompetenz mit möglichst schlechtem Gewissen abgeben.

Uns wird eingebläut, wir bräuchten nur enger zusammenzurücken, nur solidarischer sein, nur hilfsbereiter und weniger anspruchsvoll, während die, die uns dies einreden, eine Dekadenz an den Tag legen, dass es nur so kracht.

Doch warum sollte sich an deren Denkweise auch etwas ändern? – Wir machen doch schließlich mit. Viele Menschen begegnen mir, die mir weismachen wollen, dass der Sozialismus und sogar der Kommunismus die menschenwürdigeren Gesellschaftssysteme sind. Die Systeme, wo nicht dem Gelde gehuldigt wird. Wo es menschlicher ist und nicht vom Wettbewerb geprägt. Wo es eine Garantie auf „bezahlbaren“ Wohnraum, kostenlose Bildung, sichere Arbeitsplätze gibt.

Sie scheinen vieles vergessen zu haben, denn gerade hier geht es den Herrschenden immer deutlich besser als dem normalen Volk, denen nicht mehr zugeteilt wird als es den Gebietern in den Kram passt. Beide Systeme sind nichts anderes als Staatskapitalismus und die Herrschaft einer privilegierten Minderheit. Die in der Demokratie lebenden Menschen werden feststellen, dass egal, wen sie wählen, sich nie etwas ändert.

Und nun schau Dir an, wie unsere Welt inzwischen aussieht. Wir haben keine Freiheit, wir haben nur noch Freiheiten. Fremde Menschen entscheiden darüber, was wir tun dürfen und was nicht. Die Einwohner der Elfenbeintürme schwadronieren darüber, wem sie wie viel wegnehmen dürfen und was sie uns gestatten. Sie haben keinen Respekt und keine Ehre, aber sie entscheiden darüber, wie ein Leben auszusehen hat.

Wir sollten alle Anstrengungen darauf verwenden, die Botschaft zu verbreiten, dass Freiheit für alle gut ist, nicht nur für die Reichen. Gerade für die ärmeren Teile der Bevölkerung ist das, was derzeit passiert von großem Nachteil. Sie werden die ersten sein, die merken, dass es besser gewesen wäre, sie hätten aus der Geschichte ihre Lehren gezogen.“

Noch lange nachdem mein Vater zu Bett gegangen war, saß ich hier im „Raum der großen Geister“ und dachte darüber nach, wie unser Leben in 30 Jahren aussehen würde. Ich wusste nicht, was wahrscheinlicher war. Hatten wir den Weg zurück zur Freiheit gefunden und waren wieder voller Selbstvertrauen oder hatten wir das, wofür so viele vor uns ihr Leben geopfert haben, endgültig zu Grabe getragen?

Dies ist der siebte und letzte Teil einer Serie, die in respektvoller Erinnerung an den herausragenden österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises (1881 – 1973) in sieben Gesprächsintervallen erscheint.

Erster Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über den Liberalismus

Zweiter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über die Österreichische Schule der Nationalökonomie

Dritter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über die Freiheit und den Frieden

Vierter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Sechster Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über billiges Geld

Fünfter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über schädliche Sozialpolitik

Sechster Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über die Gleichheit vor dem Recht

24 Gedanken zu „Siebter Teil: Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über die Feinde der Freiheit

  1. Tja schlaue Familie, die Sie haben ;-). Oder soll man schreiben Leute die es verstanden haben. Oder einfach nur Leute die menschlich leben? Sie können es sich auswählen.

    Ja wann wurde, wer, wie lange durch Geld drucken reich? Natürlich gab und gibt es auch Gewinner beim Drucken von Geld. Speziell für diejenigen die das Geld zuerst ein die Finger bekommen. Wer war und ist das meist? Ich weiß zumindest wer es nicht ist, der normal Arbeitende. Enteignung kommen im Ende den Staaten zu gute und so treiben Sie die Leute erst in das Elend und gewinnen dann nochmals durch die Enteignung. Das ist unsere „soziales“ System. Erst mal die Normalos bestehlen, dann die Normalos kriminalisieren (Überwachung, Steuern rauf, Umfairteilen, ich glaube Sie bekommen die Idee. Dann Zwangsanleihen oder Hyptheken und wenn die Choose dann zusammenbricht neues Geld gesichert mit dem Eigentum der noch etwas Habenden. Das ist der Weg der Feinde der Freiheit. Diese immer im Munde führen, aber nicht dazu stehen. Hand und Spanndienste als etwas gerechtes darzustellen. Und möglichst viel HIndernisse, damit sich möglichst wenig selber helfen. Und dann kommt der gute Staat und verspricht mit Subventionen zu helfen, Dieses Spiel geht nun leider schon seit Jahrhunderten so, ist nur noch in den letzten Jahren schlimmer geworden, weil Staaten sich Ihr eigenes Geld drucken und jeden zwingen dieses Falschgeld zum Nennwert „ernst“ zu nehmen.

  2. Egal, ob man als Quelle nun Augustus oder Die Unendliche Geschichte nimmt: die Aufforderung „Tu was du willst“ bleibt eine Handlungsanweisung von schwer ergründbarem Tiefgang und impliziert ein Verantwortungsbewußtsein, daß sich, fürchte ich, den meisten Menschen nicht so ohne weiteres erschließt. Weshalb es zum massiven, auf Oberflächlichkeit beruhenden Mißbrauch dieser Anweisung kommt. Von den daraus resultierenden Konsequenzen mag sich anschließend niemand betroffen fühlen. Aber sie holen ihren Verursacher ein, immer, mittelbar oder unmittelbar. Heute wird die Freiheit leichtfertig aus der Hand gegeben, weil kaum noch jemand ihres Wertes gegenwärtig ist. Sie wird vorausgesetzt, ohne ihre Vorbedingungen zu kennen. Wenn man des Verlustes gewahr wird, ist es bereits zu spät. Wir sind politisch korrekt wie befohlen, und stehen einer um sich greifenden Infantilisierung allenthalben gegenüber. Wir sind die Größten, und der Anspruch des Einzelnen resultiert nicht aus dem, was er kann, sondern was er zu sein wünscht. Der Anschein ist das Verdienst. Der Dilettantismus das mittel und das Ziel. Wir tolerieren die Intoleranten, und tragen somit zum Sieg der Intoleranten über die Toleranten bei, letztlich zur Auslöschung der Toleranz selbst. Die Bewahrung unserer Illusion von Sozialhaftigkeit ist nur möglich um den Preis zunehmender Zwangsmaßnahmen, die die Illusion vor ihrer Demaskierung schützen. So erlischt unsere Freiheit: unter unserem donnernden Applaus.

    Der IWF verlangte kürzlich unverhohlen die verbindliche 10%ige Schuldensteuer auf alle europäischen Privatspareinlagen. Die Finanzminister stellen die Erzwingung des bargeldlosen Zahjlungsverkehrs in Aussicht. Die elektronische Druckerpresse steht bereit, digitale Fiktionen auszuspeien, wenn die Papiergeldpressen dem Bedarf nach verbrieften Wahrheitsverhinderungen nicht mehr nachkommen können. Die EU Kommission verlangt, „intolerante“ Bürger, d.h. solche, die nicht meinungskonform sind, unter verschärfte Beobachtung zu stellen, kritische Haltungen zum Islam wurden ja bereits unter dem Vorwand der Rassismuskarte kriminalisiert.

    Das Dritte Reich war ein sozialistischer Staat, daran möchte ich mal erinnern. Und der Volksmund weiß, daß der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Und Albert Camus schrieb, daß die Zeit kommt, in der jeder, der zu sagen wagt, daß zwei plus zwei vier ergibt, die Todestsrafe erleiden wird.

    In Bezug auf unsere Zukunft sehe ich leider keinen Grund für Optimismus. Ganz im Gegenteil .

    Mal wieder eine Buchempfehlung von mir: >>Thomas Rietzschel: Die Stunde der Dilettanten<<. Der Autor war Kulturkorrespondent bei der FAZ. Seine gleichermaßen geschliffene wie elegante Ausdrucksweise verrät ein gerüttelt Maß an Allgemeinbildung, sein ironischer Witz ist wohl nur bei erster Betrachtung Zeichen seines Ingrimms, und kann letztlich die tiefe Traurigkeit über den Verfall, nein: die vorsätzliche Zerstörung unserer Kultur nicht verbergen. Unsere derzeitige Krise ist ein zivilisatorischer Trend, und nicht nur durch Wortschaftstheorien zu erklären. Hier zahlt es sich aus, daß von Mises, und andere seines Schlages, eben nicht nur als Ökonom, sondern auch als Sozialkritiker und Sozialphilosoph aufzulisten ist. Es lohnt sich, sich daran zu erinnern, und über die wirtschaftliche Fachliteratur hinaus zu sehen.

    So, dieses Mal habe ich ganz langsam getippt. Jetzt ist mir prompt regelrecht schwindelig. 🙂

  3. Hallo Herr Höll,

    wunderbar gelungen:-)Ich kann den Fehler im Eingabefenster nicht finden, deshalb danke ich Ihnen ganz besonders! Aber es darf nicht auf die Gesundheit gehen:-)

    Ja, das Buch ist hervorragend, wenn auch betrüblich, weil so wahr!

    „Das Dritte Reich war ein sozialistischer Staat, daran möchte ich mal erinnern. Und der Volksmund weiß, daß der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Und Albert Camus schrieb, daß die Zeit kommt, in der jeder, der zu sagen wagt, daß zwei plus zwei vier ergibt, die Todestsrafe erleiden wird.“ Leider wollen wir das aber am liebsten ganz weit von uns weisen. Wir meinen, wir seien klüger geworden, aber mitnichten, ganz im Gegenteil. Mir sagte jemand vor einiger Zeit, dass er sich wegen unserer Vergangenheit schämen würde, ein Deutscher zu sein. Nun, ich schäme mich zunehmend auch, aber vor allem wegen unserer Gegenwart. Wir haben alles; Fernsehen (gut, das ist eher ein Nachteil), aber in jedem Fall das Internet, wo man sehr viel geistreiche Dinge finden kann. Wir sind weltweit vernetzt (auch, wenn wir das manchmal nicht so gut finden), wir können reisen, wohin wir wollen, aber wir benehmen uns wie die Neandertaler, die außer ihrer „Wohnzimmerwelt“ nichts mitbekommen (wollen). Wir schweigen zu allem, auch wenn grobes Unrecht geschieht. Wer hat sich nun den größeren Vorwurf zu machen?

  4. Danke für das große Lesevergnügen! Niveauvoll, intelligent und alles auf den Punkt! Machen Sie bitte weiter so!

  5. @ Frau Kablitz,

    Danke für die Blumen. Man sollte die Geschichte kennen, und aus ihr lernen, sonst muß man sie wiederholen, das ist wahr. Aber muß man sich wohlig grunzend jahrein, jahraus in ihr suhlen, um darüber eine Entschuldigung zu konstruieren, sich nicht der Gegenwart stellen zu können – gewissermaßen aus Zeitmangel? Und was sagt es über unsere Suhlerei, daß wir ihr fröhnen – und dennoch nichts aus der Geschichte lernen? Die heute jungen Generationen, was kann ihnen der ganze deutsche Erinnerungskult bedeuten, all die dunklen Jahre, die ein Vierteljahrhundert, ein halbes Jahrhundert vor ihrer Geburt bereits zu einem Abschluß kamen? Warum sollte er ihr überhaupt etwas bedeuten? Muß ich mich von der Schlacht bei Königsgrätz betroffen fühlen? In Emotionen der Betroffenheit ob des Gemetzels schwelgen? Ich denke doch, ich verweigere das, und es läge mir auch nicht. Hat die Gegenwart nicht ihre eigenen Krisen und Gefahren? Was muß man den Jüngeren auch noch das vergangene Leid und Elend aufbürden, als hätten sie die Verpflichtung, sich auf immer für die Sünden ihrer Väter schuldig zu bekennen? Geschichtskunde, Lernen geschichtlicher Kenntnisse und Zusammenhänge – absolut. Der unerträgliche deutsche Betroffenheitskult in Deutschland: pfui Deibel! Die Deutschen, so scheint mir, haben das Fühlen in den Rang einer kollektiven Pflichtübung in Sachen Hysterie erhoben. Sie fühlen mittlerweile mit der ganzen Welt. Leider fühlen sie auch nur den besten Zug beim Schach. Präzise Kalkulation, strategisches und taktisches Verständnis – sagen wir, es gibt bessere Schachspieler als die Deutschen. Realistischere. Die anmaßenden Selbstüberschätzungen, inwiefern wiede reinal die Welt amn deutschen Wesen, d.h. an den deutschen Sonderwegenh genesen soll, sind ja inzwischen nicht mehr ganz wenige. Das deutsche Sozialstaatmodell. Die deutsche Energiewende. Die deutsche EU-patchwork-family. Und dann kommt so ein rauher Hund von Realpolitiker daher, der auf den Namen Kornblum hört und mal eben den mitfühlend adressierenden Moderator abbügelt mit den Worten: „Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.“ Paff! Da japst ganz Deutschland in empörter Ungläubigkeit nach Luft!

    Henryk Broder, dieser knurrige, launische, alte Raufbold 🙂 , schrieb oder sagte einmal, er würde die KZ-Gedenksstätte Auschwitz sofort schließen und dem Erdboden gleichmachen, nur das gute Essen im angeschlossenen Restaurant würde er vermissen. Unschlagbar in Formulierung und inhaltlicher Aussage! Bei manchen Details verrennt er sich auch mal, aber das sehe ich dem Mann nach – in neun von zehn Fällen stimme ich mit ihm überein.

  6. @FDoninicus
    Es sind nicht dieStaaten,die sich ihreigenes Geld drucken. Würdensiedas machen, müssten sie sich nicht verschulden, hätten keine Kredite, müssten keine Zinsen und wir keine Steuern zahlen.
    Die Korrumption unserer Politdarsteller erfolgt ein bißchen Anders.
    Es ist die FED und ihr Zentralbankensystem für das zinsbelastete Fiat Money verantwortlich.
    Damit befindet sich die Geldschöpfung in privaten Händen.
    Und durch diese unsägliche Schweinerei hat die Wirtschaft neben der Freiheit auch die Fähigkeit verloren, Arbeitsplätze zu schaffen.
    Und wohin das führen wird, kann man hier sehr anschaukich nachlesen.

  7. Lieber pedrobergerac,

    nun, ganz so unschuldig sind die Regierungen nun wahrlich nicht. Sie profitieren ganz erheblich von der Möglichkeit, ihren (zwischenzeitlichen) Staatsanleihenschrott zu Geld zu machen. Kein anderer würde ihn noch kaufen, wenn die Zentralbanken nicht dahinter stünden. In der ganzen Geschichte wird nur allzu deutlich, dass die Vermischung von Regierungen und dem Bankwesen zu unheilvollem Tun beigetragen hat. Nur den privaten Anbietern die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist zu einfach und zu bequem. Hier wäscht eine Hand die andere.

  8. Das Zwangszahlungsmittelmonopol liegt bei den Zentralbanken und die können organisiert sein wie sie wollen, der Staat hat da das Sagen. Und nein es gibt keine Bank die sich nicht an die Zentralbanken halten muß. Das sind Haarspaltereien und Verschleierungen auf die man wirklich nicht eingehen muß.

    Die Geldschöpfung befindet sich in der Hand der Banken eben weil es das „Recht“ so erlaubt. Und sogar fordert. Nennen Sie mir doch nur eine Bank die einfach nur kein Fiat-Geld handelt und sich einfach nur an die Regel hält. Einlagen der Kunden sind tabu… Nein die Einlagen der Kunden stehen den Banken als „billiges Geld“ zur Verfügung. Zinsen von 0.0x % für die Kontoinhaber (ob Sie wollen oder nicht) und die „Sicherheit“ wie in Zypern die Zeche für die Mißwirtschaft der Banken und des Staates tragen zu „dürfen“.

  9. „Und nun schau Dir an, wie unsere Welt inzwischen aussieht. Wir haben keine Freiheit, wir haben nur noch Freiheiten.“

    mal eine kleine Gegenfrage, aber ist das nicht in gewisser Weise nicht auch ein Jammern auf hohem Niveau?
    Ging es denn der Mutter, Großmutter und Urgroßmutter wirklich „besser“ (was immer das auch aus dem Blickwinkel des Betrachters bedeuten mag)?

    Ja, Menschen werden um die Früchte ihrer Arbeit betrogen und Freiheiten eingeschränkt, keine Frage und Rechtfertigung dazu. Aber war früher „alles besser“?
    Mal ganz ehrlich? z.B. Großmutter durfte ohne Einverständnis ihres Mannes noch nichtmal arbeiten. Und Muttern machte sich strafbar, wenn sie ohne Trauschein mit Pappa ein Hotel mietete. Sollte Onkel ggf. schwul gewesen sein, so hatte auch er ein juristisches Problem…..
    Gruß, AD

  10. Liebe Susanne,

    Du hast eine tolle Serie verfasst. Ich bin gespannt was Du Dir nun vornehmen wirst.
    @AD
    Die Generation unserer Urgroßeltern, Großeltern, und Eltern haben alle für ihr Freiheiten gekämpft (mehr oder weniger erfolgreich). Warum sollen wir die erkämpften Freiheiten uns einfach nehmen lassen mit dubiosen Begründungen wie Sicherheit, Gerechtigkeit oder Gleichheit.
    Dies sind nur die Freibriefe für den Staat seinen Raubzug noch gnadenloser und umfangreicher durchzuführen. Wer möchte kann mal offiziell versuchen keine Steuern zu bezahlen. Wenn man sich wirklich standhaft weigert, muß derjenige damit rechnen ohne Gerichtsurteil mit dem Tode bestraft zu werden.

    Der Staat hat die Unternehmer zu seinen Komplizen gemacht. Die Unternehmer müssen die Steuern und Abgaben für Ihre Angestellten abführen, bei jedem Einkauf entsprechend die MwSt. Da werden ca. 70% des Einkommens vom Staat abgegriffen. Man stelle sich mal vor wenn jemand 30.000€ verdient, er müßte diese 70% (21.000€ ) am Ende des Jahres auf einen Schlag abgeben…. Da wäre Revolution… So verschleiert der deutsche Staat das seine Geldgier.
    Was hat der Unternehmer mit der Steuer und Abgabenschuld seiner Angestellten zu tun? (Versuchen Sie mal von der Lohnbuchhaltung für die Lohnabrechnung auch den Arbeitgeberanteil auszuweisen lassen). Nichts! Es ist halt einfach und bequem andere kostenfrei für sich arbeiten zu lassen und ihn dann noch dafür haften zu lassen.

    Mach weiter so Susanne…
    Swen

  11. Hallo Swen, herzlichen Dank für Deine motivierenden Zeilen! Ein nächster Plan ist schon in meinem Kopf, jetzt muss er nur noch „auf’s Papier“! Deine Anmerkungen zum Staat kommen mir da gerade sehr recht!!!
    Viele Grüße
    Susanne

  12. @Sven,

    „Der Staat hat die Unternehmer zu seinen Komplizen gemacht.“

    soso, also als Unternehmer, der ich mein Leben lang bin, werde ich mir das zu Herzen nehmen, also ich bin „Komplize“… Keine Sorge, ich bin dabei das zu ändern, dann kann ein anderer den Volltrottel mit Eigenkapital machen und die staatliche Schikane ertragen.

    „Die Generation unserer Urgroßeltern, Großeltern, und Eltern haben alle für ihr Freiheiten gekämpft“

    Tschuldigung, aber bis auf handfeste Unterlegung, bleiben derartige Äußerungen für mich nichts als platte Geschichtsklitterung. Das Gegenteil ist IMHO der Fall: Generationen von Schafen haben das „gewählt“, was schon ihre Eltern „gewählt“ haben, mit der Begründung „unsere Familie war schon immer Arbeiter, Unternehmer, christlich….“.

    Gruß, AD

  13. Eine tolle Serie, Susanne! Ich habe es mittlerweile aufgegeben, meine Mitmenschen von der libertären Idee zu überzeugen und vor der kommenden Katastrofe zu warnen. Die meisten Menschen sind sehr zufrieden mit den Fesseln, die sie tragen und sind entweder zu dumm und/oder ignorant sich der Wahrheit zu stellen. Durch die sog. Demokratie wird es ganz sicher nicht zu einer libertären Gesellschaftsordnung kommen. Vielmehr stehen wir mitten in einem Prozess der globalen Totalisierung und Schikanierung. Wir stecken in den Vorläufern eines gigantischen Tiefs und der Orkan wird verheerend. Und was wird die Menschheit daraus lernen? Nichts. Mises und Menschen wie deine Eltern oder du und ich sind in der absoluten Minderheit und stellen ein Licht in der Finsternis dar. Das ist immerhin etwas, denn in stürmischer See kann ein Leuchtturm Leben retten. Immer mehr kann ich nachvollziehen, wie verzweifelt und machtlos sich einige Deutsche 1933 gefühlt haben. Es bleibt nur Flucht (heute: wohin??) oder Kampf und Tod.

  14. Lieber Alex Wulf,

    herzlich Dank für Ihre Zeilen! Ja, die Situation erscheint bisweilen hoffnungslos, aber aufgeben gilt nicht! Also lassen wir die Libertären zusammenwachsen und diese den Menschen zur Seite zu stellen, wenn das System aufgeflogen ist.

  15. @Herr Höhl

    Fast schon beängstigend nehme ich ihre Worte zu Kenntnis. Könnten sie doch ungefiltert aus meinem Geiste stammen. Vielleicht nicht so Wortgewand, aber im Sinne treffsicher auf die gleiche Scheibe gerichtet. Ob ihrem Pessimismus, was die politische und gesellschaftliche Zukunft angeht, oder der nicht minder unerträglichen Betroffenheitskultur im politisch korrekten Deutschland; sie sind mein Partner im Geiste. Danke, für die angesprochenen Tatsachen. Tatsachen, die mich zusehends sprachlos und konsterniert, auf der Standspur des linksgrünen Mainstreams zurücklassen. Ich frage mich schon seit Jahren, wie eine an sich gesunde Gesellschaft so einfach verbogen werden konnte. Es zeigt sich in meinen Augen immer mehr, dass der einstmals „gesunde“ Zustand einer Gesellschaft, in sich eine gefährliche Tendenz zur geistigen Fettleibigkeit und wertefreien Bewegungslosigkeit barg. So ließen sich viele Menschen, selbstgefällig und auf hohem Niveau vor sich hin zappend, von ideologischen Brandstiftern, die, verkleidet im harmlosen Umweltschutz Mantel und rosaroter, politisch korrekter Brille nebst Kauderwelsch, den Tagesablauf bestimmen. In einem schleichenden Prozess, unterstützt von deren Propagandamedien, wurden die gesellschaftlichen ideologischen Fundamente fast unbemerkt beeinflusst und gedreht. Das Ergebnis der degenerierten Dauerberieselung zeigt sich mittlerweile an allen Ecken und Enden. Jede Minderheit, jede Schwäche, ja Dummheit und Wahnsinn werden auf den Altar des „guten Deutschlands“ gehoben. Während Leistung, Stärke, Freiheit und Selbstbestimmung, geradezu verdammt, und, als dem „Guten“ unwürdig, ab gewatscht werden. Dies gipfelt in der immer deutlicher erkennbaren „römischen Dekadenz“ in Brüssel, die für diesen Wandel, so scheint es langsam, extra erschaffen wurde.
    Eine groß angelegte, global gesellschaftliche Hirnwäsche, deren größten Feinde die Freiheit, Stärke und Selbstbestimmung sind.

  16. @ Joner,

    ein britischer Historiker, dessen Namen mir leider entfallen ist, definierte die von Ihnen angesprochene Dekadenz einmal als die Endphase des Niedergangs einer Zivilisation, in der diese nicht nur verteidigungs“unfähig“ geworden ist, sondern sogar in Frage stellt, daß sie sich überhaupt verteidigen wollen sollte: mit anderen Worten, sie ist nunmehr verteidigungs“unwillig“.

    Er beschreibt damit den vollständigen Abschied vom Realitätsprinzip: denn man muß sich ja nicht verteidigen, wenn man sich glauben macht, alle anderen würden danach streben, des eigenen Scheins und der eigenen Glorie teilhaftig zu werden, indem sie so werden WOLLEN wie man selbst! Die Verteidigungsunfähigkeit wird ergänzt um Größenwahn und grenzenlose Geltungssucht. Hier schließt sich der Kreis zum Dilettantismus: die eigenen Ansprüche allein genügen bereits als Nachweis der eigenen Qualifikation.

    Wir sehen diese Geistesgestörtheit in den EU-Erklärungen, daß die Krise überwunden sei, daß der Weg zu besseren Zeiten darin bestehe, noch mehr von dem zu erstreben, was bereits im Übermaß zur Katastrophe führte, und auch in Deutschland gilt das allgemeine Credo "Weiter so! Die Anderen kommen nach!"

    Hand in Hand brüderlich dem sozialistischen Fortschritt entgegen! Böse Zungen behaupten ja, Merkel sei Honneckers späte Rache an der BRD. Inzwischen finde ich diesen Witz garnicht mehr zum Lachen.

    Ich lese gerade "Totgedacht." Roland Baader hatte wohl mal wieder eine schlimme Nacht gehabt, als er dieses Buch schrieb.

  17. Ergänzung:
    @pedrobergerac
    Natürlich haben Sie recht. Fast ist es so wie die Frage was es zuerst gab. Die Henne oder das Ei.
    Am Anfang sah das ja noch gut aus in den USA. Aber den Kampf um das Geld haben die Gerechten bald verloren.
    Thomas Jefferson 1809
    »Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen … Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, dann werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen … die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages … ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen. Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen … , muss den Banken entrissen und an das Volk zzurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.« – Thomas Jefferson 1809 (dritter Präsident der USA)

  18. Liebe Susanne,

    ich beginne mich jetzt gerade in Deinen Blog einzulesen, auf den ich durch Walter’s Verlinkung heute aufmerksam geworden bin.

    Mehr davon müsste es geben!
    Da ich erst am Anfang Deines Blogs bin fällt mein erster Kommentar noch sehr spärlich aus, wobei ich alleine schon bei den Titelzeilen meine Leselust für die nächsten Tage und Wochen erkannt habe.

    Das ich grade in diesem Thread zuerst schreibe, lag am Titel, da ich selber eine erwachsene Tochter habe die libertäres (früher nur liberales) Gedankengut beginnt zu verinnerlichen und die Tücken der sozialistischen Verheißungen erkannt hat.

    Herzliche Grüße Volker

  19. Die Großmutter war bestimmt sehr klug, aber auf Irrwegen: Ludwig von Mises ist einer der zahllosen bürgerlichen Gesundbeter des Kapitalismus, die ’natürlich‘ alle viel klüger sind als Marx, Engels und Lenin zusammen… Was wird die Enkelin daraus lernen? Nichts wird sie lernen. Sie wird in dem gleichem Sumpf herumgraben, in dem schon andere bürgerliche Ökonomen versunken sind. „Die Philosophen haben die Welt verschieden interpretiert. Es kömmt aber darauf an, sie zu verändern!“ (Marx)

  20. @sascha313: Nun, Sie vergessen in Ihrer Aufzählung der menschenfreundlichen Akteure noch den guten Herrn Stalin. Sollten Sie aber nicht vergessen, denn der war die Konsequenz aus Ihren so hoch geschätzten Juwelen des Kommunismus.

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