Die Geschichte vom ewigen Betrug – Die Kontrolle der Schuld

„… deren Ziel ist es nicht, den Konflikt zu kontrollieren, die wollen die Schulden kontrollieren, die der Konflikt verursacht. Der eigentliche Wert eines Konflikts, der wahre Wert liegt in den Schulden, die er verursacht. Wer die kontrolliert, kontrolliert schlichtweg alles.

Sie finden das beunruhigend, ja? Aber darin liegt das wahre Wesen des Bankengewerbes. Man will uns, egal ob als Länder oder als Individuen, zu Sklaven der Schulden machen!“ (The International, 2009)

Haben Sie Schulden? Haben Sie wegen dieser Schulden schlaflose Nächte? Wird Ihnen ganz bange um`s Herz, wenn Sie daran denken, was eigentlich mit Ihnen passiert, wenn Sie Ihre Kreditraten nicht mehr bedienen können? Wenn Sie befürchten müssen, dass Ihr „Kapitaldienst“ ins Stocken gerät und Ihnen bewusst wird, dass Sie sich möglicherweise verkalkuliert haben, Sie erkranken oder Ihre sicher geglaubte Arbeitsstelle verlieren? Oder – potz blitz – Ihnen das Leben einfach „nur einen Streich“ spielt und sie vom sorgfältig und akribisch – auf die nächsten 30 Jahre geplanten – Lebensweg auf ein paar Umwege geschickt werden.

Oder wie fühlen Sie sich, wenn Sie feststellen, dass Ihre unter Entbehrungen angesparte Lebensversicherung im Grunde nicht mal mehr das Papier wert ist auf der sie geschrieben steht? Wenn Ihre Ahnung zur Gewissheit wird, dass die ganzen hohlen Phrasen von der Sinnhaftigkeit staatlich geförderter Altersvorsorgeprodukte nur heiße Luft sind?

Vielleicht sind Sie aber auch der festen Überzeugung, dass beispielsweise „Ihr“ Wohneigentum ein guter Grund ist, Schulden zu machen und diese – je nach Zinssatz und Laufzeit – im Laufe der Zeit in rund dreifacher Höhe an die Bank abzuzahlen? Wollen Sie sich auch etwas „gönnen“ und sind der nachvollziehbaren Meinung, dass Sie „ja schließlich heute leben“ und Schulden grundsätzlich kein Problem darstellen? Finden Sie auch, dass man das „Schuldenproblem“ durch die überaus beliebte und in weiten Teilen dieses Landes höchst populäre Forderung nach „Umverteilung“ in den Griff bekommen kann?

Nun, egal wie Sie denken – so oder so – Sie sitzen ganz schön in der Patsche! Sie und Millionen anderer Menschen. All die Menschen, die lange fest davon überzeugt waren oder es aus unerfindlichen Gründen immer noch sind, dass die Flutung mit Papiergeld und die damit verbundene Scheinwohlfahrtsstaatlichkeit nur zu unserem Besten ist.

Heute las im Handelsblatt, dass jetzt auch in Deutschland Immobilienkredite ohne jegliches Eigenkapital angepriesen werden. „Bauen ohne eigenes Geld – welch ein Segen! Lieber einen Kredit aufnehmen als dem fiesen, kapitalistischen Vermieter das Geld in Hals stecken. Genau, liebe BILD, wie gut, dass die Schreiberlinge nie für ihre wertvollen Ratschläge die Verantwortung oder gar die Haftung übernehmen müssen.

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass wir den Schmerz, der uns zunehmend zugefügt wird, noch nicht als heftig genug empfinden. Es ist, als würden wir in einer Parallelwelt leben; einer Welt, in der das Bewusstsein für Fehler aus der Vergangenheit komplett ausgeblendet wird.

Aber … könnten wir überhaupt aus der Vergangenheit lernen? Wäre der Weg, den wir noch vor uns haben und den viele unsere vor allem südländischen Nachbarn bereits jetzt schmerzlich gehen, aus der Historie klar erkennbar gewesen? Hätten wir den Alptraum, der jeden Tag näher kommt, frühzeitig vermeiden können?

Wie wir in der letzten Folge gesehen haben, nutzten Banken stets ihre vermeintliche Sonderstellung in der Gesellschaft aus, um sich unter Brechung von Rechtsprinzipien Vorteile zu verschaffen. Diese Rechtsbrüche hatten auch immer negative soziale Konsequenzen, aber es gab zumindest noch einen Hauch von Respekt vor diesen, wenn die Sache in die Buxe ging.

Diese für die Banken höchst unerfreulichen Folgeerscheinungen mussten jedoch ein Ende haben; das lukrative Teildeckungssystem, das immer wieder anfällig für Krisen war, benötigte einen Helfer in der Not. Einen Retter, der den Betrug in letzter Instanz decken würde und dabei einen möglichst seriösen Eindruck in der Bevölkerung vermittelte. Mit Hilfe der jeweiligen Regierungen wurden die Zentralbanken ins Leben gerufen, was zu Beginn gar nicht so einfach war, denn die gemachten Erfahrungen waren nun so überhaupt nicht geeignet, das benötige Vertrauen zu gewinnen.

Nun sind Menschen, die ein Ziel erreichen wollen, bisweilen recht kreativ, wenn es um die Durchsetzung derselben geht und so nutzte man die Naivität und den blinden Glauben der Menschen an die Gutmenschlichkeit von Regierungen aus, um dem faulen Zauber das vermeintliche Gütesiegel „federal (bundesstaatlich)“ umzuhängen

Bis heute hält sich der Glaube hartnäckig, dass unser Elend kleiner wäre, wenn die Federal Reserve (Fed) nicht in privater Hand wäre. Trotz der immer wieder bestätigten Tatsache, dass gerade die Regierungen uns den Salat eingebrockt haben, halten viele stur daran fest, dass unser Geld gesünder wäre, wenn die Staaten es direkt ausgeben und nicht die Banken an den Zinsen verdienen würden.

Süß, wirklich! Die paar Zinsen, die zudem nicht die Volksvertreter zahlen, sondern wir, sind diesen Herrschaften pupsegal. Die Zinsen sind nun mal eben der Preis dafür, dass Regierungen den Wohltäter spielen dürfen und die Banken die Schelte abbekommen. Ein formidabler Deal, den beide Parteien da eingegangen sind! Regierungen lenken von ihrem verschwenderischen Umgang mit fremdem Geld ab und die Banken verdienen sich dumm und dusselig.

Die Zentralbanken haben nur einen einzigen Zweck – sie werden gebraucht, um die Liquidität sicher zu stellen – um jeden Preis und in jeder erforderlichen Höhe. Sie verhindern zeitweilig den vollständigen Zusammenbruch eines Schneeballsystems; sie sind deshalb so ungeheuer wichtig, um zum einen den gewaltigen Betrug durch das Teilreservesystem zu decken und somit marode Banken vorm dem Bankrott und zum anderen die Verschuldungssucht der Regierungen zu finanzieren. Beides ist hochgradig unmoralisch, denn der Preis, den die Menschen für diese „Wohltaten“ zahlen müssen, ist ungeheuer hoch.

Unser Geldsystem beruht auf nichts anderem als auf Schulden. Jeder Cent auf einem Bankkonto, nahezu jeder Cent in einer klassischen Lebensversicherung füttert dieses pervertierte System. Wir haben kein Geldsystem, das auf Werten aufbaut, wir haben eines, das Menschen braucht, die sich so hoch verschulden, dass es ihnen die Luft abschnürt.

Traditionelle Verhaltensregeln – wie das Sparen von Geld für Notzeiten oder um sich etwas Wertvolles leisten zu können – werden vollständig ad absurdum geführt. Durch direkte Regierungseingriffe oder die Gewährung von besonderen staatlichen Privilegien für ausgewählte Personengruppen oder auch durch beides gleichzeitig stehen wir heute – wieder einmal – vor den Trümmern exzessiver Kreditausweitung. Und was höre ich überwiegend? Die Schuldenmacherei soll weitergehen! In der Krise darf man nicht auch noch sparen! Die Menschen versinken im Elend!

Ja, das stimmt, in vielen Teilen auf dieser Welt versinken die Menschen in der Tat jeden Tag mehr im Elend. Es wäre daher hilfreicher gewesen, wenn die „Dauerbetroffenen“  in den Zeiten skandalöser Inflationierung Aufhören! gebrüllt hätten. Komischerweise war es in den „goldenen Zeiten“ erstaunlich ruhig. Jetzt, wo die Scherben aufgesammelt werden müssen, da soll es statt eines großen Kehrblechs noch mehr Glas geben, dass kaputt gehen wird.

Der durch den Staat und die Zentralbanken systematische Zwang, das Geld zu benutzten, das morgen schon weniger wert ist als heute, ist unfassbar schädlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Geldsystem, welches durch Schuld – eines der unangenehmsten Gefühle, die ein Mensch haben kann – legitimiert ist, muss zwangsläufig dauerhaft zugrunde gehen! Solange wir dieses beliebig vermehrbare, durch keine Werte gedeckte „Geld“ akzeptieren, so lange akzeptieren wir, dass Menschen Schulden machen müssen, damit andere „im Schlaf“ unfassbar reich werden können.

Wo kommen denn die – nicht durch Fundamentaldaten gestützten – erschreckend hohen Aktienstände her? Wo kommen die explodierenden Immobilienpreise in Ballungszentren her? Wo kommen die irren Preise für Kunstgegenstände her? Etwa, weil die Dinge tatsächlich so viel wert sind? Nix da, das sind riesige Blasen, die uns eines nicht mehr fernen Tages um die Ohren fliegen.

Allerdings wird dieses Dahinsiechen eines todkranken Systems höchstwahrscheinlich noch ein Weilchen andauern. Solange wir der Meinung sind, Notenbanken würden uns vor Katastrophen bewahren, eine offizielle zweiprozentige Preisinflation sei gut für uns, Regierungen handelten in unserem Interesse und das beliebig vermehrbare „Funny-Money“ wäre im Prinzip nicht so schlimm, wenn nur die Banken keine Zinsen mehr bekämen, solange wird sich rein gar nichts ändern. Solange wir so denken, legitimieren wir den täglichen Betrug!

Fortsetzung folgt….

Die Geschichte vom ewigen Betrug – Morbus Ignorantia

Die Geschichte vom ewigen Betrug – Die fiese Gerüchteratte

11 Gedanken zu „Die Geschichte vom ewigen Betrug – Die Kontrolle der Schuld

  1. Ach die Schulden machen doch nichts, diejenigen die keine Schulden haben sind die Schuldigen eben weil Sie keine Schulden haben. Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten.

  2. … manchmal frage ich mich, ob ich das alles wissen will:-) Der Ekel wird ja immer größer … abr fein geschrieben!

  3. DerWerner schreibt: „… manchmal frage ich mich, ob ich das alles wissen will.“

    Auf meine Person bezogen, kann ich diese Frage beantworten: Ich will es nicht wissen!
    Ich MUSS es wissen, solange weitere Realitäten nicht zur Auswahl stehen.
    „Der Ekel wird ja immer größer … aber fein geschrieben!“
    Damit erheben wir das erste Glas auf den gemeinsamen Ekel, das zweite (deutlich vollere) Glas auf Susanne Kablitz.
    Ex, liebe Brüder und BrüderInnen!

  4. Eigentlich wollte ich was zu dem Gesagten sagen. Aber was könnte denn noch hinzugefügt werden, ohne doppelte und dreifache Redundanz zu bewirken?

    Nun, die Ernte wird der beschriebenen Aussaat entsprechen. Belassen wir’s bei diesem Gemeinplatz, bevor mir die Stimmung vollends kippt.

  5. Im Stil eines ostfriesischen Liebesbriefes muß ich sagen: “ Frau Kablitz, ich liebe Du und kann ohne Deiner nicht mehr bin!“
    Ich freue mich über jeden neuen Artikel. Weiter so!

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