Ja, ja, die Schweizer!

„Es hat alle auf dem falschen Fuß erwischt“, erklärte Lee Oliver, Währungsexperte bei der Großbank Citigroup. Und Kathleen Brooks, Expertin beim Devisenhandelshaus Forex.com, sprach vom „Schweiz-Schocker“.

Die Schweizer sind es satt. Sie sagen sich vom Euro los. Und an den „Geld“-märkten bricht Panik aus. Aber keine Sorge … das ist nur der Anfang. Wenn unser Zauberlehrling Mario Draghi nächste Woche die „Bazooka“ zündet, dann geht die Party erst richtig los…

Pünktlich zum Schweizer Feuerwerk ein erster Auszug aus meinem im Februar 2015 erscheinenden Buch „Bis zum letzten Atemzug“ aus dem Kapitel „Funny-Money“.

„Weißt du noch, Sophia, was ich dir über den „Beelzebub“ erzählt habe? Ja? Dass er eines Tages triumphieren würde? Es sieht ganz so aus, als behielte ich leider Recht! Nur habe ich damals noch, als ich dir die Geschichte vor vielen Jahren erzählte, übersehen, dass nicht die amerikanische Notenbank mit ihrer Einrichtung im Jahre 1913 der „Nullpunkt“ der weltweiten Geldexzesse und der Sozialisierung der Schulden war.

Denn bereits der erste Finanzminister der noch ganz jungen USA – Alexander Hamilton – vermengte 1791 die Schulden der Einzelstaaten zu Bundesschulden; ein Vorgang, den er im Krieg gegen Britannien 1813 wiederholte. Und was war das Resultat? … Nun, 1837 platzte die Kreditblase und trieb neun von neunundzwanzig amerikanischen Teilstaaten in den Ruin. Auch wird uns gern erzählt, dass der Sezessionskrieg der Nord- und Südstaaten Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Frage der Beibehaltung oder Abschaffung der Sklaverei war. Doch weit gefehlt … Es war die nicht gelöste Schuldenfrage, die die bestehenden Spannungen verschärfte und 1861 den Bürgerkrieg auslöste.

Seitdem hat es viele Versuche zur Installierung von Zentralbanken gegeben und die Diskussion darüber, dass die amerikanische Notenbank das Werk privater „Bankenverschwörer“ ist, läuft vor diesem Hintergrund ins Leere. Die Diskussion darüber ist müßig, denn sie geht am eigentlichen Problem vorbei … dem Problem, dass Zentralbanken – gleichgültig, ob „privat“ oder „öffentlich“ – niemals von Vorteil sind, sondern immer direkt in den Raubtiersozialismus führen.

Seit Jahren nun schon befinden wir uns wieder in wirtschaftlichen Turbulenzen, nur werden diese noch viel rauer und vernichtender sein, als wir uns das in der Masse im Moment vorstellen können und noch viel weniger wahr haben wollen.
Die Summen mit den irrsinnig vielen Nullen, die in den letzten Jahren durch die Gazetten rauschen, sind für „normale“ Menschen nicht nachvollziehbar; viel zu abstrakt erscheinen Rettungssummen und Schuldenstände. Schuldenstände, die in Prozent Angaben zum „BIP“ gemessen werden und uns alle geradewegs in die vollständige Aufgabe jeglicher Freiheit führen werden. Denn … Was ist das überhaupt- das „BIP“? Bei vielen Menschen stellt sich schon hier die völlige Ratlosigkeit ein. Die Frage nach der Relation zu den aufgehäuften Schulden führt dann zur endgültigen Kapitulation. … Und hier schlägt die Stunde der Mächtigen, denn nichts ist verführerischer als Unwissenheit und Desinteresse der Betrogenen.

Auch unter den wachsamen Augen der „stabilen“ Bundesbank entwertete sich die D-Mark seit 1948 bis zur Einführung des Euros um rund achtzig Prozent, seit die Europäische Zentralbank am Ruder ist, und mit dem Euro ein echtes „Schätzchen“ den Weg in unsere Portemonnaies gefunden hat, ist in nur gut zehn Jahren eben dieser um mehr als fünfzig Prozent eingebrochen. Der Dollar ist heute nur noch ein Häufchen Elend, der Yen … ach, vergessen wir das einfach.

Es ist eine Schande! Seit dem Tag, wo Zentralbanken vor den negativen Folgen, Schulden in „Geld“ umzuwandeln, politisch geschützt sind, geht unser Geld in regelmäßigen Abständen immer wieder vor die Hunde. Das Geld ist aber die Lunge einer Nation … wenn ihm die Puste ausgeht, sehen wir alle ziemlich alt aus. Der Kreditgeber der letzten Instanz ist nicht, wie es immer dargestellt wird, die Zentralbank. Der Kreditgeber der letzten Instanz ist der Steuerzahler! Die Menschen wissen in den meisten Fällen nichts von den Mechanismen, die sie ausbeuten und gegeneinander aufbringen. Reich gegen Arm, Inländer gegen Ausländer, Hübsch gegen Hässlich, Steuerzahler gegen „Steuersünder“ … alle werden gegeneinander aufgehetzt, und so lässt man die Menschen ihre Irrtümer freiwillig begehen, weil sie nicht erkennen, welche Institutionen ihnen den größten Schaden zufügen.

12 Gedanken zu „Ja, ja, die Schweizer!

  1. Pingback: [S. Kablitz] Ja, ja, die Schweizer! | netzlesen.de

  2. Genau, Frau Kablitz, die Bürger kapieren es nicht: Geld wurde zu „Politik“. 1 € = 1 „PE“ (politische Einheit) 🙂
    Klar, wir können uns zwar nicht auf Versprechen der Politiker verlassen, aber auf ihr Geld. Oh man…

    Exzellentes Essay, wieviele werden es wohl kapieren?
    Herzliche Grüße

  3. Mit alledem, habe ich nichts zutun.
    Meine Altersversorgung steckt zum größten Teil in Goldmünzen und die gleichen auch im Moment die Euroschwäche sehr gut aus.
    Seit 2000 bis heute etwa 425% Kursgewinn und seit 2009 bis aktuell heute 67% Kursgewinne.
    Und– was haben die Rentner dabei bekommen???
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  4. …Wow… mir fehlen die Worte!!

    …Soo isss..t eeee..sss, weee..nige erfaaa..sssen ee.s

  5. Danke Frau Kablitz, Sie sind ein echter Lichtblick in diesen Tagen.
    Leider haben Ihre Kenntnis nur noch sehr wenige Leute heute.

  6. Ich muß davon ausgehen, daß es eine Art Notbremse war/ist. Die Verluste gestern belaufen sich für die SNB auf 75 Mrd. (Euro). Der Schaden ist jetzt da, nur wäre es mit Sicherheit tatsächlich schlimmer gekommen wenn Sie weiter EUR angekauft und dafür CHF gedruckt hätten.

  7. Sehr schoene Zusammenfassung !
    Hab’s mal mit der NSA – sorry, auf Facebook – geteilt und hoffen viele werden lesen UND verstehen.

    Schoenes Wochenende !

  8. Sehr offen, sehr deutlich erklärt. Die Wenigsten verstehen es. Wäre das anders, würden sie längst größere Gemeinschaften gebildet haben, sich absichern. Aber, die Masse will es gar nicht wissen, weil die Auswirkungen fatal sein werden. Ich habe Aufklärung (fast) aufgegeben – sie ist sehr mühsam und nur äußerst selten erfolgreich. Leider.
    Ihnen alles Gute und weiterhin Erfolg bei Ihrer Arbeit.
    Ich grüße Sie aus nächster – räumlich gesehen – Nähe

  9. Es könnte ja auch sein, die Schweizer Notenbankspetzlis wissen schon ganz genau, dass diejenigen, die den Franken hoch gekauft haben, im Schnitt da nicht so schnell raus kommen, wie sie rein gegangen sind. Also nur billiger. Der beste Teil der Party kommt noch.

  10. Pingback: Ja, ja, die Schweizer! | freie-sicht

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