Bis ganz zum Schluss – und darüber hinaus…

Herr Draghi hat`s getan! Es war zu erwarten und es wird genauso ausgehen, wie es zu erwarten ist. Natürlich nur für die, die sich nicht vom Wohlfühlgedanken einlullen lassen.

„Bis zum letzten Atemzug“ wird in der 6. Kalenderwoche erscheinen und passend zum heutigen weiteren Sargnagel unserer Zukunft ein weiterer Textauszug aus dem Kapitel „Die Magie der Angst“ aus meinem Buch. Auch das Video von Gerd-Lothar Reschke ist in diesem Zusammenhang äußerst aufschlussreich.

„Bis heute hält sich der Glaube hartnäckig, dass unser Elend kleiner wäre, wenn die Federal Reserve (Fed) nicht in „privater“ Hand wäre. Trotz der immer wieder durch die Realität bestätigten Tatsache, dass gerade die Regierungen uns den Mist eingebrockt haben, halten viele stur daran fest, dass unser Geld gesünder wäre, wenn die Staaten es direkt ausgeben und nicht die Banken an den Zinsen verdienen würden. Reizend, wirklich!

Die paar Zinsen, die zudem nicht die Volksvertreter zahlen, sondern wir, sind diesen Herrschaften pupsegal. Die Zinsen sind nun mal eben der Preis dafür, dass Regierungen den Wohltäter spielen dürfen und die Banken die Schelte abbekommen. Ein formidabler Deal, den beide Parteien da eingegangen sind. Regierungen lenken von ihrem verschwenderischen Umgang mit fremdem Geld ab und die Banken verdienen sich dumm und dusselig.

Die Zentralbanken haben nur einen einzigen Zweck … sie werden gebraucht, um die Liquidität sicher zu stellen – um jeden Preis und in jeder erforderlichen Höhe. Sie „verhindern“ zeitweilig den vollständigen Zusammenbruch eines Schneeballsystems; sie sind deshalb so ungeheuer wichtig, um zum einen den gewaltigen Betrug durch das Teilreservesystem zu decken, und somit marode Banken vorm dem Bankrott zu „retten“ und zum anderen, um die Verschuldungsorgien der Regierungen zu finanzieren. Beides ist hochgradig unmoralisch, denn der Preis, den die Menschen für diese “Wohltaten” zahlen müssen, ist ungeheuer hoch.

Unser modernes Geldsystem beruht auf nichts anderem als auf Schulden. Jeder Cent auf einem Bankkonto und nahezu jeder Cent in einer klassischen Lebensversicherung füttert dieses pervertierte System. Wir haben kein Geldsystem, das auf Werten aufbaut; wir haben eines, das Menschen braucht, die sich so hoch verschulden, dass es ihnen die Luft abschnürt. Traditionelle Verhaltensregeln – wie das Sparen von Geld für Notzeiten oder um sich etwas Wertvolles leisten zu können – werden vollständig ad absurdum geführt. Durch direkte Regierungseingriffe oder die Gewährung von besonderen staatlichen Privilegien für ausgewählte Personengruppen oder auch durch beides gleichzeitig stehen wir heute – wieder einmal – vor den Trümmern exzessiver Kreditausweitung.

Und was höre ich überwiegend? Die Schuldenmacherei soll weitergehen! In der Krise darf man nicht auch noch sparen! Die Menschen versinken im Elend! Ja, das stimmt, in vielen Teilen auf dieser Welt versinken die Menschen in der Tat jeden Tag mehr im Elend. Es wäre daher wesentlich hilfreicher, wenn die „Dauerbetroffenen“ in den Zeiten skandalöser Inflationierung AUFHÖREN! brüllen würden. Aber nichts dergleichen. Komischerweise war es in den „goldenen Zeiten“ erstaunlich ruhig. Jetzt, wo die Scherben aufgesammelt werden müssen, da soll es statt eines großen Kehrblechs noch mehr Glas geben, das kaputt gehen wird.

Der durch den Staat und die Zentralbanken systematische Zwang, das Geld zu benutzen, das morgen schon weniger wert ist als heute, ist unfassbar schädlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Geldsystem, welches durch Schuld – eines der unangenehmsten Gefühle, die ein Mensch haben kann – legitimiert ist, muss zwangsläufig dauerhaft zugrunde gehen. Solange wir dieses beliebig vermehrbare, durch keine Werte gedeckte „Geld“ akzeptieren, so lange akzeptieren wir, dass Menschen Schulden machen müssen, damit andere „im Schlaf“ unfassbar reich werden können.

Wo kommen denn die – nicht durch Fundamentaldaten gestützten – erschreckend hohen Aktienstände her? Wo kommen die explodierenden Immobilienpreise in Ballungszentren her? Wo kommen die irren Preise für Kunstgegenstände her? Etwa, weil die Dinge tatsächlich so viel wert sind? Nix da … das sind riesige Blasen, die uns eines nicht mehr fernen Tages um die Ohren fliegen. Allerdings wird dieses Dahinsiechen eines todkranken Systems höchstwahrscheinlich noch ein Weilchen andauern. Solange wir der Meinung sind, Notenbanken würden uns vor Katastrophen bewahren, eine offizielle zweiprozentige Preisinflation sei gut für uns, Regierungen handelten in unserem Interesse und das beliebig vermehrbare „Funny-Money“ wäre im Prinzip nicht „so schlimm“, wenn nur die Banken keine Zinsen mehr bekämen, solange wird sich rein gar nichts ändern. Solange wir so denken, legitimieren wir den täglichen Betrug!“

Bildquelle: Ludwig von Mises, gezeichnet von Martin Moczarski

5 Gedanken zu „Bis ganz zum Schluss – und darüber hinaus…

  1. Ich meine das alles ist wegen der Globalisierung! Europa hat mit Stundenlöhnen aus Asien zu konkurieren die weit unter 5 Euro pro Tag liegen.

  2. „Es wäre daher wesentlich hilfreicher, wenn die „Dauerbetroffenen“ in den Zeiten skandalöser Inflationierung AUFHÖREN! brüllen würden. Aber nichts dergleichen.“

    Interessant, dass gerade Sie sich über die Passivität der Leute beschweren. Sie haben 2013 noch bei der pdv angefangen und das doch gar nicht mal schlecht. Aber anstatt das durchzustehen oder anderweitig politisch aktiv zu bleiben, haben Sie das heimische warme Wohnzimmer bevorzugt und schreiben jetzt in irgendwelchen Herzschmerz-Romanen wie schlecht doch die Welt sei, obwohl das bis auf ein paar Hundert weitere Freizeitlibertäre sowieso keinen interessiert. Für sowas sind irgendwelche Selbsthilfegruppen auf Facebook eher geeignet.

    Oder haben Sie mit Deutschland schon so weit abgeschlossen, dass Sie sich Stück für Stück aus dem Alltag zurückziehen und in ein anderes Land immigrieren wollen? Ich kann Ihnen sagen, dass es da wahrscheinlich nicht besser sein wird, nur etwas anders. Eine Flucht vor den Problemen war noch nie die beste Option.

  3. „Interessant, dass gerade Sie sich über die Passivität der Leute beschweren. Sie haben 2013 noch bei der pdv angefangen und das doch gar nicht mal schlecht.“ Na, das ist doch schon mal nett von Ihnen.
    „Aber anstatt das durchzustehen oder anderweitig politisch aktiv zu bleiben, haben Sie das heimische warme Wohnzimmer bevorzugt!“ Nun, was ich „durchstehen muss“ oder nicht, ist immer noch meine Sache. Und wenn etwas aussichtlos ist, muss man sich verabschieden. Alles andere ist Lebenszeitverschwendung. Und selbst wenn ich das Wohnzimmer bevorzugen würde, wäre das meine Sache. Tue ich aber nicht. Die Vorbereitungen laufen und dann schauen wir mal, ob das nicht noch viel besser ist.
    „und schreiben jetzt in irgendwelchen Herzschmerz-Romanen wie schlecht doch die Welt sei, obwohl das bis auf ein paar Hundert weitere Freizeitlibertäre sowieso keinen interessiert.“ Woher wissen Sie das? Was ist das für eine Anmaßung, derer Sie sich da bedienen?
    „Für sowas sind irgendwelche Selbsthilfegruppen auf Facebook eher geeignet.“ Na, dann was machen Sie dann noch hier? Und ausserdem? Was ist denn Ihre Leistung zur Verbesserung der Lage? Schreiben Sie doch erst mal, bevor Sie sich über etwas echauffieren, was Sie bisher wahrscheinlich noch nicht auf die Beine gestellt haben.
    Ob ich mit Deutschland abgschossen habe? Nein, habe ich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich werde nur innerhalb Deutschlands umziehen. Mir ist schon klar, dass es woanders auch nicht viel besser aussieht. Und da, wo es „besser ist“, was die Freiheit angeht, bestehen andere Probleme. Nein, nein, das weiteste Ausland wird Bayern sein. Und das ist ja nun wirklich schon genug:-)

  4. Griechenland ist ein gutes Zeichen.

    Wirtschaftliche Katharsis wird eintreten.

    Und dieses bescheuerte hause of cards fliegt auseinander.

    Um, sagen wir, 2020.

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