Grüne Wahnvorstellungen

Der linke Flügel der Grünen ruft nach einem „radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft“.

So titelt Spiegel-Online in seiner gestrigen Ausgabe und zitiert Katharina Dröge und Sven-Christian Kindler, beides Bundestagsabgeordnete und nach eigener Aussage die Wegbereiter in eine „andere Welt“, in eine „andere Gesellschaft“.

Und sie kommen auch sogleich zum Punkt. Weniger Luxus, weniger Konsum, höhere Steuern. Kritisch betrachten die Abgeordneten den Konsum der Mittelschicht: „Großer Reichtum fördert einen verschwenderischen Luxuskonsum, der einen ebenfalls nicht nachhaltigen Statuskonsum der Mittelschichten nach sich zieht.“ Und was sie natürlich auch nicht vergessen zu erwähnen ist, dass es problematisch sei, dass in anderen Ländern mehr Menschen zu Wohlstand kommen.

Gut, jeder weiß, dass die Worte Karl Marx´aus den Köpfen der selbsternannten Weltverbesserer nie wirklich verschwunden sind, aber was nun mit immer größeren Schritten auf uns alle zukommt, wird im Rückblick bemerkenswert sein.

Vor allem dieser immer wiederkehrende Gedanke des „Umweltschutzes“, in dessen Namen der Wohlstand der Nationen (Adam Smith) in Luft aufgelöst werden soll. Der „Umweltschutz“ ist den grünen Sozialisten ein – vermeintlich – besonders ehrenwertes Ziel. Fast schon vergessen ist die simple Tatsache, dass gerade in der Welt, die hier so propagiert wird, die Umwelt am schlimmsten vernachlässigt wurde. Geradezu eindringlich kommt einem da das „Reichsnaturschutzgesetz“ vom 26. Juni 1935 in den Sinn, wonach die Nationalsozialisten den „Schutz der Natur“ als ein besonders hehres Ziel ausgaben. Die „Schutzwürdigkeit der Natur“ war auch schon zu jener Zeit ein beliebter Slogan, um den Menschen den Totalitarismus warm ans Herz zu legen, der unerlässlich ist, um den „besseren Menschen“ hervorzubringen und eben – falls „notwendig“ – mit Gewalt durchzudrücken … und das selbstverständlich zum Wohle der Natur und der Allgemeinheit.

Dabei ist gegen Natur- und Umweltschutz nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil.

Aber man sollte sich immer fragen, wer hier so vehement etwas einfordert. Dass mit den Mitteln, die diese Herrschaften einfordern,(übrigens wird ständig etwas „eingefordert“) genau das Gegenteil eintreten wird. Dass wir uns zurückentwickeln werden. Dass wir unseren – noch – hohen technischen Standard, der den Umweltschutz erst möglich machte, auf dem Altar der grünen Ideologien opfern. Dass sich in unseren Köpfen der „neue, bessere, wohlgemeinte“ Kommunismus breit macht.

Die Parolen gegen den Konsum, gegen den Wohlstand für die breite Masse … genau das hat eine lange Tradition und fußt auf der ewig gleichen Leier vom „besseren Menschen“, vom „neuen Menschen“!

Marx, der alte Haudegen, verstand es meisterlich, das Bild vom ausgebeuteten Arbeiter durch den Kapitalisten anschaulich und vor allem abschreckend darzustellen. Das Denken erklärte er zum Vorurteil und den uralten Menschheitstraum vom irdischen Paradies zu einer machbaren Realität … WENN nur die Kapitalisten gezwungen würden, keine Kapitalisten mehr sein zu dürfen.
Es gab durchaus auch Dinge, die er ganz treffend bemerkte. Zum Beispiel seine Theorie, dass der Konsum oftmals nicht auf echten Bedürfnissen, sondern auf der Befriedigung des sogenannten WARENFETISCHISMUS eines jeden Menschen beruhte. An dieser Theorie ist durchaus etwas dran. Der spirituelle Mehrwert, der – gerade in unserer heutigen Zeit des Reichtums – durch den Kauf einer Ware erschaffen wird, die nicht mehr der direkten Befriedigung elementarer Bedürfnisse zum Lebenserhalt dient, ist definitiv ein wichtiger Punkt.

Nur … wer war der Mensch Karl Marx, der dies zu beurteilen oder gar zu bewerten hatte? Wenn ein Mensch aus einem Produkt, das er kauft, seinen persönlichen Nutzen zieht, mag dieser Nutzen auch nur oberflächlichen Aspekten dienen, warum sollte er das nicht tun dürfen? Wieso erhob sich Karl Marx zu einer moralischen Instanz, die bewerten konnte und durfte, was dem Einzelnen Menschen Freude und Erfüllung schenken darf? Diese Neigung zur Bevormundung, zum Maßregeln findet sich an vielen Stellen; sie ist gekennzeichnet von seinem Narzissmus und Größenwahn.

Warum sollte ein Herr Marx besser wissen, was zum Wohlergehen eines Menschen beiträgt, als derjenige, den es betrifft? Woher nahm er sich das Recht, über andere Menschen Gericht zu sitzen? Die Antwort darauf blieb er stets schuldig und merkwürdigerweise fragt bis heute keiner seiner Jünger danach. Dabei hatte er nichts vorzuweisen, was seinen beanspruchten Rang eines Propheten oder Allmächtigen gerechtfertigt hätte.

Aber das stört heute niemanden mehr.

Heute ist jeder, der ein schönes Leben führen möchte, ein halber Verbrecher. Wem so etwas wie eine beheizte Wohnung wichtig ist … vorbei, purer Luxus. Wer ein Auto fahren möchte … erst recht vorbei, noch mehr purer Luxus. Wer Strom, Wasser, Lebensmittel haben möchte … reicht drei Mal in der Woche. Früher badeten auch fünf Familienmitglieder nacheinander im gleichen Wasser und das hat ihnen auch nicht geschadet. Und abwechslungsreiche Nahrungsmittel werden vollkommen überwertet. Fleisch ist eh schlecht für das Gehirn (wird verboten), Zucker macht dick (wird verboten), Fett erst recht (wird sowieso verboten)! Der Bauer um die Ecke baut alles an, was man zum Leben braucht. Wenn einem das nicht reicht, Pech gehabt. PC? Fernseher? Alles Unsinn. Früher gab es auch nur einen Volksempfänger. Den zahlt dann der Staat. Ist für die Propaganda sowieso viel nützlicher und wer in Zukunft wieder den ganzen Tag auf dem Acker arbeiten muss, hat eh keine Zeit mehr, um sich Informationen zu besorgen.

„Die kommunistische Utopie einer klassenlosen und selbstbestimmten Gesellschaft gewinnt heute wieder neue Anhänger“, so erst kürzlich aus dem Inhalt des Gesprächs zwischen Sahra Wagenknecht und Richard David Precht, seines Zeichens linker Beststellerautor, der seine ganzen Buchverkaufserlöse der Schaffung des „neuen Menschen“ gespendet hat … wie man so vermuten müsste, wenn er das täte, was er selbst von anderen erwartet.

Aber wie schon Fidel Castro, Sahra Wagenknecht, Volker Pispers und wie die linken Menschheitbeglücker sonst noch alle heißen, sagten: „Alle Menschen sind gleich!“

Aber in Wahrheit sind dann doch einige gleicher als andere!

Der Beitrag erschien zuerst bei freiraum – Das Magazin für klassischen Liberalismus

Advertisements

Ein Gedanke zu „Grüne Wahnvorstellungen

  1. Pingback: [S. Kablitz] Grüne Wahnvorstellungen | netzlesen.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.