Mon Dieu, Herr Pirincci,

na, da haben Sie auf der Demo in Dresden gestern aber einen rausgehauen.

Gut, Sie haben nicht das rausgehauen, was man Ihnen unterstellt, rausgehauen zu haben. Aber darum geht es nicht. Sie haben das „K-Wort“ gesagt. Gut, Sie haben das in einem anderen Zusammenhang gesagt als man Ihnen das unterjubelt, aber auch das spielt keine Rolle.

SIE HABEN DAS „K-WORT“ GESAGT.

Und das geht in diesem Gesinnungsumfeld, in dem wir uns befinden, gar nicht. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, hätten Sie im gleichen Vortrag auch noch „Autobahn“ und „Gleichschaltung“ postuliert; ach herrje, dann wären die Pappnasen in diesem Land wahrscheinlich reihenweise kollabiert.

Jetzt haben Sie nur eine Anzeige wegen Volksverhetzung am Hals, aber damit werden Sie schon klar kommen, es ist ja nicht die erste. Und Sie werden auch damit klarkommen – denke ich – dass die grünlinken Gutmenschen Sie am liebsten auf ewig in Hölle schmoren lassen möchten (darf ich das sagen? Ist das noch Meinungsfreiheit?).

Was Ihnen vielleicht etwas mehr zu denken geben wird, ist das Verhalten Ihrer lieben „Kollegen“, die sich jetzt reihenweise von Ihnen abwenden, weil Sie das „K-Wort“ gesagt haben. Die Ihre Fäkalien-Sprache sogar amüsant fanden und „richtig“, weil Ihre Ausdrucksweise den Frust und die Wut, den viele Leute in diesem Land zunehmend verspüren, zwar auf eine sehr drastische, aber dafür umso „herzerfrischendere“ Weise zum Ausdruck bringen.

Allen voran der Übervater der Aufklärung, des investigativen Journalismus, die Galllions-Figur des Kopp-Verlages, der sich auf seiner Facebookseite mit „Pressemitteilung vom 20.10.2015 wie folgt äußert:

Pressemitteilung von Udo Ulfkotte vom 20. Oktober 2015:
„Mit Fassungslosigkeit und innerer Wut habe ich von Äußerungen erfahren, welche der Autor Akif Pirincci am 19. Oktober 2015 auf einer Dresdner Kundgebung tätigte. Die dort gefallenen Aussagen widersprechen meinen Werten und Grundsätzen, zu denen vor allem auch der Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gehört. Weil die getätigten Aussagen von Akif Pirincci nicht zu meiner Weltanschauung und der meines Umfelds passen und jegliche – auch berechtigte – Asylkritik in Misskredit gebracht haben, wird es eine Zusammenarbeit nicht geben. Als Autor des Kopp-Verlags habe ich auch von meinem Verleger Jochen Kopp ( KOPP Online ), der ebenfalls entsetzt ist, erfahren, dass dort keine Bücher von Akif Pirincci veröffentlicht werden.“ Wetzlar, 20. Oktober 2015

Fein, Herr Ulfkotte! Herzlich Willkommen im Einheitsbrei der vorschnell gefassten Schuldzuweisungen. Sie sollten sich in Grund und Boden schämen!

Denn – was hat Akif Pirincci im Zusammenhang mit dem „K-Wort“ tatsächlich gesagt?

„Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZ sind ja derzeit außer Betrieb.“

Hmm, ich weiß ja nicht so recht, aber wo in drei Gottes Namen ist da irgendein Hinweis darauf zu finden, dass er – wie ihm unterstellt wird – es (im Zusammenhang mit Flüchtlingen) „bedauert, dass es keine KZ mehr gibt“ ?

Keine Frage, ich mag die Ausdrucksweise von Herrn Pirincci auch nicht, ich fand die ganze Rede insgesamt grottenschlecht. Herr Pirincci ist weder ein guter Redner, noch ein guter Vorleser, aber die meisten, die dort hingegangen sind, kennen ihn und wissen, welches Vokabular und welchen Duktus er pflegt. Viele Menschen haben genau das bisher ganz offensichtlich geschätzt. Seine Bücher wurden haufenweise verkauft, und es gab viele, viele Stimmen, die es zu schätzen wussten, dass er immer wieder die Finger in die Wunde legt.

Doch nun ist Schluss mit lustig, Herr Pirincci. In diesem Land können Sie fast alles machen, aber NIE, NIE, NIEMALS dürfen Sie Beschreibungen, Zusammenhänge und Wortwendungen aus Hitlers tausendjährigem Reich verwenden.

Diese Erfahrung haben schon ganz andere gemacht.

Herr Pirincci, ein Tipp für das nächste Mal!

Tauschen Sie das „K-Wort“ gegen „Gulag“ aus. Damit haben die linksgrünen Gutmenschen deutlich weniger Schwierigkeiten. Im Gegenteil – Stalin ist für diese Herrschaften jemand, dem man heute noch Respekt zollt. Oder nehmen Sie Maos Begriff „Lager“. Da wird sich auch niemand drüber aufregen.

In diesem Land bekommen die Leute nur Schnappatmung, wenn der Adolf mit im Spiel ist. Da rasten alle vollkommen aus.

Egal, ob der Zusammenhang stimmt oder aus demselben gerissen ist.